Future-Skills-Framework

Future Skills - Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gesellschaft


Future Skills: Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Künstliche Intelligenz, Klimawandel, Desinformation und geopolitische Unsicherheiten: Wirtschaft und Gesellschaft verändern sich rasant. Dadurch befinden sich auch Kompetenzanforderungen in einem kontinuierlichen, dynamischen Wandel. Welche Fähigkeiten brauchen Menschen, um die Transformation aktiv mitgestalten zu können? Mit dem Future-Skills-Framework 2030 liefert der Stifterverband gemeinsam mit zahlreichen Expertinnen und Experten eine Antwort auf diese Frage. 

Future Skills beschreiben die Kompetenzen, die Menschen befähigen, in einer komplexen, digitalisierten und von Transformation geprägten Welt handlungsfähig zu bleiben. Sie sind Voraussetzung für beruflichen Erfolg, für die Innovationsfähigkeit von Organisationen – und für eine aktive, verantwortungsvolle gesellschaftliche Teilhabe.

Herausforderungen der Arbeitswelt und die Rolle von Future Skills

Das Framework reagiert ganz besonders auch auf tiefgreifende Veränderungen der Arbeitswelt: Aufgaben werden komplexer, technologische Entwicklungen schneller, klare Rollenbilder lösen sich zunehmend auf. Future Skills sind Handlungskompetenzen, die Menschen dazu befähigen, neue Rollen zu übernehmen, Verantwortung zu tragen und Wandel aktiv zu gestalten – im Beruf wie im gesellschaftlichen Alltag. Als Zeithorizont blickt das Framework auf die kommenden fünf Jahre bis 2030 und leitet die Kompetenzanforderungen aus langfristigen Megatrends ab.

Future-Skills-Framework 2030: Einordnung von 30 Future Skills

Das Future-Skills-Framework 2030 ordnet insgesamt 30 Future Skills in mehrere miteinander verbundene Kompetenzdimensionen ein. Diese Struktur macht deutlich, dass Zukunftskompetenzen nicht isoliert auftreten, sondern sich gegenseitig bedingen und aufeinander aufbauen. Wichtig ist dabei, dass eine Welt im Wandel einerseits übergreifende Zukunftskompetenzen für alle erfordert und gleichzeitig auch exzellente Fachexpertise in der Spitze notwendig macht, besonders im Umgang mit Schlüsseltechnologien.

Future Skills 2030

Grundlegende Zukunftskompetenzen bilden das Fundament des Frameworks. Dazu zählen unter anderem kritisches Denken, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Lernkompetenz, Selbstkompetenz und Kreativität. Sie sind als Querschnittskompetenzen für alle Menschen relevant und bilden die Voraussetzung dafür, weitere Future Skills entwickeln und anwenden zu können.

Transformative Zukunftskompetenzen zielen auf die aktive Gestaltung von Wandel. Sie befähigen Menschen, mit Unsicherheit umzugehen, komplexe Systeme zu verstehen und nachhaltige, zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln. Kompetenzen wie Innovationskompetenz, Nachhaltigkeitskompetenz, Systemkompetenz oder Resilienz gewinnen vor dem Hintergrund multipler Krisen weiter an Bedeutung.

Gemeinschaftsorientierte Kompetenzen beschreiben die Fähigkeiten, gemeinsam mit anderen Menschen verantwortungsvoll zu handeln, Konflikte konstruktiv auszutragen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse aktiv mitzugestalten. Dazu zählen unter anderem Dialogkompetenz, Demokratiekompetenz, Verantwortungsübernahme, Beteiligungskompetenz und Diversitätskompetenz.

Digitale Zukunftskompetenzen beziehen sich auf den souveränen, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien. Neben Informations- und Medienkompetenz spielen insbesondere AI Literacy und Data Literacy eine zentrale Rolle. Künstliche Intelligenz wird damit nicht länger nur als Spezialthema verstanden, sondern als grundlegende Kompetenzanforderung für breite Teile der Gesellschaft.

Technologische Zukunftskompetenzen schließlich beschreiben spezialisierte Kompetenzen in der Spitze, etwa in den Bereichen KI-Entwicklung, Cybersicherheit, Cloud-Infrastrukturen oder autonome Systeme. Sie sind insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und den Innovationsstandort Deutschland von zentraler Bedeutung.

Bedeutung gemeinschaftsorientierter Kompetenzen in digitalen Räumen

Ein zentrales Merkmal des aktualisierten Future-Skills-Frameworks 2030 ist die Einführung der gemeinschaftsorientierten Zukunftskompetenzen als eigenständige Kompetenzkategorie. Diese Erweiterung reagiert auf Entwicklungen, die in den vergangenen Jahren deutlich an Relevanz gewonnen haben: gesellschaftliche Polarisierung, Desinformation, sowie neue Formen digitaler Öffentlichkeit.

Ihre Aufnahme in das Framework verdeutlicht, dass in einer vernetzten, digitalen Gesellschaft erfolgreiche Problemlösung zunehmend davon abhängt, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Ziele zu formulieren.

Besonders vor dem Hintergrund digitaler Kommunikationsräume wird deutlich, dass technische und digitale Kompetenzen ohne entsprechende gemeinschaftsorientierte Fähigkeiten an ihre Grenzen stoßen. Für einen kompetenten Umgang mit KI oder digitalen Medien ist es wichtig, Informationen einordnen, Verantwortung übernehmen und demokratische Werte aktiv verteidigen zu können. Die gemeinschaftsorientierten Kompetenzen bilden damit eine notwendige Ergänzung zu digitalen und technologischen Future Skills.

Future-Skills-Framework: langfristige Lernprozesse statt punktueller Schulungen

Das Future-Skills-Framework 2030 macht deutlich: Die Entwicklung von Zukunftskompetenzen ist eine dauerhafte Querschnittsaufgabe. Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Weiterbildungseinrichtungen stehen gleichermaßen in der Verantwortung, Lern- und Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen Future Skills systematisch gefördert werden.

Dabei geht es weniger um punktuelle Schulungsangebote als um langfristige Lernprozesse. Projektbasiertes Lernen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Reflexionsräume sowie die Verbindung von Theorie und Praxis spielen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig gewinnt lebenslanges Lernen weiter an Bedeutung – nicht nur als individuelle Aufgabe, sondern als übergreifende Herausforderung für Organisationen und Institutionen. Das Framework bietet hier einen Orientierungsrahmen, um Aus- und Weiterbildungsangebote zukunftsfähig auszurichten.

Mit dem Future-Skills-Framework 2030 stellt der Stifterverband gemeinsam mit seinen Partnern ein zentrales Orientierungsinstrument bereit, um Kompetenzentwicklung strategisch zu gestalten. Das methodische Vorgehen bei der Überarbeitung des Frameworks verbindet wissenschaftliche Fundierung mit breiter Stakeholder-Beteiligung und ermöglicht es, Qualifizierungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und gezielt zu adressieren.

Future Skills sind dabei kein Selbstzweck. Sie sind der Schlüssel, um wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, soziale Teilhabe und gesellschaftliche Innovationskraft miteinander zu verbinden – und um Menschen zu befähigen, eine Welt im Wandel verantwortungsvoll und gemeinschaftlich mitzugestalten.


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