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| Führungskultur

Neuer Wind auf der Chefetage im Gesundheitswesen

Junge Topmanager im Gesundheitswesen glauben, dass sich die Führungskultur geändert hat, so eine Studie.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Führungskultur hat sich gewandelt: Das ist laut einer Studie die einhellige Meinung junger Führungskräfte im Gesundheitswesen. Auch deren eigene Einstellung zum Thema "Führung" hat sich demnach geändert: So behaupten sie etwa, ihre Karriereambitionen erst nach und nach entwickelt zu haben.

Obgleich viele Führungskräfte die Notwendigkeit für einen Wertewandel auf der Chefetage sehen, führen in der Praxis die meisten von ihnen noch nach althergebrachten Führungsidealen. Das ist der Tenor der kürzlich erschienen Inqa-Führungsstudie.

Eine neue Studie des Beratungsunternehmens Kienbaum legt nun nahe, dass sich in puncto Führungskultur etwas bewegt – zumindest im Gesundheitswesen. Denn in dieser Branche führten die Berater eine Reihe persönlicher Interviews mit jungen Vorstandsmitglieder (CxOs), die vor ihrem 45. Lebensjahr die oberste Führungsebene erreicht hatten, zu den Themen "Führungskultur" und "Wertewandel" durch.

Mehr Transparenz und Teamorientierung, weniger Status und Prestige

Dabei berichten die befragten CxOs fast einstimmig von einem neuen Wind im Management: Neun von zehn glauben, dass sich das Führungsverhalten im Topmanagement verändert habe. Ihrer Einschätzung nach geht es heute mehr um klare Kommunikation, Transparenz und Teamorientierung als um Kontrolle und Anspruchsdenken. Damit sei der Stellenwert von Status und Prestige im Topmanagement gesunken.

Gestiegen ist im Gegensatz dazu offensichtlich das Bewusstsein der jungen Manager für den Wert des Privatlebens: Eine große Mehrheit von 89 Prozent sieht in ihrer Familie eine wichtige Grundlage ihres beruflichen Erfolgs.

Auch in puncto Karriereplanung bringt die Studie neue Erkenntnisse. Gehörte bisher ein detaillierter Karriereplan zur Grundausstattung jeder ambitionierten Führungskraft, behaupten die meisten jungen CxOs gegenüber Kienbaum, ihre Ambitionen auf eine Spitzenposition erst im Verlauf ihrer Karriere entwickelt zu haben. Nur die wenigsten sagen, sie hätten dies schon früh als Ziel formuliert.

Ein Viertel der Topmanager ist unvorbereitet aufgestiegen

Auf der Top-Management-Ebene angekommen – im Schnitt mit 37 Jahren –, musste rund ein Viertel der Jung-Manager erst einmal ins kalte Wasser springen: So viele stiegen unvorbereitet in den Vorstand auf. Rund ein Drittel der Jungmanager konnte sich mithilfe eines Coachings auf die neuen Aufgaben vorbereiten.

Eine weitaus verbreitetere Methode zur Karriereentwicklung im Gesundheitswesen ist der Studie zufolge Mentoring: Drei Viertel der Befragten geben an, einen Mentor und Förderer im Unternehmen zu haben – zumeist einen einflussreichen Vorgesetzten.

Möglicherweise sind Coaching und Mentoring dafür verantwortlich, dass die meisten Befragten ihre bisherige Karriere durchaus selbstkritisch reflektieren: 84 Prozent geben zu, Misserfolge erlebt und falsche Entscheidungen getroffen zu haben. Am meisten bereuen die Jungmanager falsche Personalentscheidungen und ihre zu späte Reaktion darauf.

Führungskräfte wünschen sich Gruppencoaching mit Peers

Für welche Unterstützungsmöglichkeiten sich Führungskräfte bei ihren alltäglichen Herausforderungen entscheiden würden, wenn sie die freie Wahl hätten, hat kürzlich eine Studie des Galileo-Instituts untersucht. Hier stellte sich heraus, dass für viele Führungskräfte der angeleitete Austausch mit Ihresgleichen oben auf der Wunschliste steht: 44 Prozent der befragten Manager sprechen sich für ein Gruppencoaching mit Gleichgesinnten aus. Mit 39 Prozent der Nennungen folgt mit knappem Abstand das klassische Einzelcoaching mit Sparringspartner.

Haufe Online Redaktion

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Führung, Unternehmenskultur, Coaching, Mentoring

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