Ethik und Moral: Unternehmen mit Nachholbedarf
Moralisch, so die Studie, verhielte sich ein Unternehmen, das seine Kunden weder belügt, noch ihnen relevante Informationen vorenthält. Doch daran glaubt nur jeder dritte Beschäftige (34 Prozent) in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. So verwundert es kaum, dass die Befragten unsicher sind, ob ihr Arbeitgeber sich seinen Kunden gegenüber immer integer verhält – also ethisch handelt. Dreiviertel (75 Prozent) fürchten, dass Profite im Zweifelsfalle schwerer wiegen, als die Moral. Und mit Blick auf Bankenkrisen und Dieselskandal scheinen die Befürchtungen nicht völlig unbegründet. Doch wo liegen davon abgesehen die Ursachen?
Führungskräfte sollten moralisch handeln
Vertrauen, das geht aus der Studie hervor, hängt an Personen, Führungskräften insbesondere. Gespräche wirken sich positiv darauf aus. Mitarbeiter, die regelmäßig mit ihren Führungskräften über angemessenes Verhalten sprechen, waren häufiger überzeugt, dass sich das eigene Unternehmen integer verhält (49 Prozent). Wer führt, ist also kulturprägend. Das heißt auch: Moralisches Verhalten zu thematisieren und zu diskutieren verleiht Führungskräften die Autorität, unmoralisches im Gegenzug zu ahnden (41 Prozent). Doch die Ethikfrage reicht weiter, wie die Studie zeigt.
Ethik-Schulungen helfen bedingt
So bilden Compliance-Programme häufig den Maßstab für erwünschtes und unerwünschtes Verhalten. Unternehmen setzen damit gewissermaßen auf standardisiertes Lernen, um ihren Mitarbeitern ethisches Handeln zu vermitteln. Darauf lassen die Umfrageergebnisse schließen. Denn fast 40 Prozent aller Befragten gaben an, im vergangenen Jahr an mindestens einer Compliance- oder Ethikschulung teilgenommen zu haben. Erstaunlich dabei: Die Teilnehmer blieben auch anschließend skeptisch, ob ihr Arbeitgeber integer handle. Das könnte auch daran liegen, dass nur jeder Fünfte angab, etwas vom Gelernten auch im Arbeitsalltag anwenden zu können.
Es scheint, als müssten Unternehmen die Art und Weise, wie sie mit Ethik und Moral umgehen, überdenken. Denn der Druck ethisch zu handeln wächst – bedingt durch Mitarbeiter, die sich Integrität und Transparenz wünschen und eine Öffentlichkeit, die Unmoral anprangert.
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