Zu viel Handarbeit im Recruiting
Es gibt Nachholbedarf bei der Digitalisierung und Automatisierung der Personalgewinnung, das hat eine Umfrage von Indeed unter 500 Unternehmen ergeben. Zwar werden bei 48 Prozent der befragten HR-Abteilungen offene Stellen digital ausgeschrieben, aber die wenigsten Unternehmen haben ihren Recruitingprozess durchgehend digitalisiert.
Nur in einem Drittel der befragten Unternehmen werden Lebensläufe und Anschreiben automatisch erfasst und überprüft. Lediglich bei 28 Prozent der Unternehmen findet regulär ein digitales Assessment der Bewerbenden statt. Besonders besorgniserregend ist: Bei über einem Viertel der Unternehmen (27 Prozent) ist kein Teil des Prozesses digitalisiert.
Mehr Zeit für Bewerbungsgespräche erhofft
Dabei wünschen sich viele HR-Verantwortliche eine weitere Automatisierung ihrer täglichen Abläufe. 40 Prozent versprechen sich davon vor allem Zeiteinsparung bei der Planung und Durchführung von Bewerbungsgesprächen. 31 Prozent hätten gerne mehr Luft für das Führen der Interviews, denn diese sind laut der Mehrheit der Befragten der zeitintensivste Part der Personalgewinnung.
Ein weiterer großer Zeitfresser im Recruitingprozess ist laut Umfrage das Überprüfen und Evaluieren von Bewerbungen und Lebensläufen. Gerade hier würden digitalisierte und automatisierte Abläufe einen großen Effizienzgewinn erzielen.
Viele manuelle Abläufe in den HR-Abteilungen
Eine ineffiziente Personalsuche können sich Unternehmen eigentlich nicht mehr leisten. Laut Bundesagentur für Arbeit bleiben Stellen in Mangelberufen derzeit im Schnitt 127 Tage unbesetzt. Während viele Stellensuchende schon die digitale Bewerbung verinnerlicht haben, gibt es auf Seiten der Arbeitgeber immer noch zu viele aufwändige manuelle Abläufe, die den gesamten Prozess verlangsamen.
Und der Arbeitskräftemangel könnte sich weiter zuspitzen. Schon jetzt haben die Personalabteilungen laut den Stellenangeboten auf Indeed sieben Prozent mehr Vakanzen zu besetzen als vor Pandemiebeginn.
HR-Abteilungen schätzen Video-Interviews
Diejenigen Unternehmen, die Teile ihres Recruitingprozesses digital umgesetzt haben, sind zumeist damit zufrieden. Zwei Drittel der Befragten sehen, dass digitale Hilfsmittel ihre täglichen Abläufe vereinfachen. Nur für 24 Prozent ist das nicht der Fall.
Zu den Vorteilen von Videointerviews befragt, sagen 46 Prozent, dass sie den Zeit- und Logistikaufwand für Bewerbungsgespräche reduzieren. 40 Prozent halten sie für ein geeignetes Mittel, um den gesamten Prozess zu beschleunigen. Ähnlich sieht das auf Seiten der Stellensuchenden aus: Rund 46 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber geben an, dass Videointerviews sowohl Reisezeit sparen als auch den Bewerbungsprozess beschleunigen.
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