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Arbeiten in der Cloud: Die digitale Arbeitswelt bringt auch Herausforderungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement mit sich. Die Studie "#whatsnext" gibt dafür Handlungsanleitungen. Bild: Haufe Online Redaktion

Das Thema "Arbeit 4.0" wird das betriebliche Gesundheitsmanagement verändern. Die Studie #whatsnext BGM zeigt, wie Mitarbeiter und Unternehmen im digitalen Wandel gesund bleiben. Handlungsanleitungen für HR und Gesundheitsverantwortliche helfen, sich auf die Herausforderungen einzustellen.

Die digitale Transformation schreitet unaufhörlich voran. Welchen Einfluss dieser umfassende Veränderungsprozess tatsächlich auf die Arbeitswelt haben wird, ist schwer zu greifen. Wie viel körperliche Arbeit wird in Zukunft überhaupt noch von Menschen geleistet? Und wird es in einigen Jahren vielleicht sogar neue flexible Beschäftigungsformen geben?

Auf diese Fragen gibt die Studie "#whatsnext – Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt" konkrete Antworten. Die Studie fußt auf einer empirischen Datenbasis - sie ist eine der größten Studien, die es in Deutschland je zur betrieblichen Gesundheitsförderung gegeben hat - und kann so Entwicklungstendenzen aufzeigen. 

Die Studie finden Sie hier kostenlos zum Download.

Handlungsanleitung für ein zukunftsfestes BGM

Aus den Studienergebnissen lassen sich klare Handlungsanleitungen für Personal- und Gesundheitsverantwortliche ableiten, um ihr BGM auf die zukünftigen Herausforderungen einzustellen:

Bedarfsermittlung in der Gesundheitsförderung nicht ohne die Betroffenen

Gesundheitsförderung wird stärker mithilfe der Betroffenen erfolgen (Partizipation): Aktuell sind Beobachtungsverfahren und Arbeitsplatzanalysen die wichtigsten Verfahren, um den jeweiligen Bedarf für die unterschiedlichen Zielgruppen festzustellen. Doch Workshops und Gesundheitszirkel feiern eine Art Comeback – sie werden in fünf Jahren die wichtigsten Analyseverfahren sein.

Mehr Unterstützungsangebote im BGM für Führungskräfte

Das Engagement der Führungskräfte ist der wichtigste Faktor für die Weiterentwicklung des BGM. Diese Schlüsselfunktion sollte den Führungskräften gegenüber noch stärker verdeutlicht werden, beispielsweise durch Aufnahme des Themas betriebliche Gesundheit in Zielvereinbarungen oder den verstärkten Ausbau von Gesundheitskompetenzen.

Zukunftsfestes BGM braucht verantwortliches Personal

Zur erfolgreichen Implementierung eines zukunftsfähigen BGM bedarf es klarer Verantwortlichkeiten und der Bereitstellung personeller Ressourcen – weit mehr als bisher.

Erfolge im Gesundheitsmanagement messen

Nutzen und Kosten der BGM-Maßnahmen müssen kontinuierlich überprüft und mithilfe eines Kennzahlensystems transparent gemacht werden. Das hilft, Unnötiges auszusortieren und liefert Argumente zur Durchsetzung der wichtigen Maßnahmen.

Psychische Gefährdungsbeurteilung als Chance sehen

Die Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung hat, obwohl die Vorschrift alleine auf den Arbeitsschutz bezogen ist, auch das BGM in den vergangenen Jahren beeinflusst. Die damit verbundene analytische Herangehensweise sollte zur Umsetzung eines ganzheitlichen BGM in den Unternehmen genutzt werden.

BGM-Angebote für ältere Mitarbeiter

Für Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Diensts wird es künftig noch wichtiger werden, die Gesundheit und das Wissen von älteren Beschäftigten zu erhalten. Der Ausbau von bedarfsgerechten Angeboten für alternde Belegschaften ist ganz entscheidend.

Innovative BGM-Konzepte für neue Beschäftigungsformen

Organisationen müssen sich durch flexiblere Arbeitsmodelle auf neue Beschäftigungsmodelle einstellen. Im ersten Schritt sollten die Beschäftigten selbst gefragt werden, wie sie konkret arbeiten möchten. Durch eine bessere Vereinbarung von Beruf und Privatleben kann die zeitliche und emotionale Komplexität der beruflichen Tätigkeit und damit möglicher Stress reduziert werden.

Komplexere Aufgaben erfordern neue BGF-Angebote

Dank der voranschreitenden Digitalisierung werden Beschäftigte zukünftig mit komplexeren und umfassenderen Aufgaben umgehen müssen. Angebote zur Erholung und Regeneration können zur Bewältigung dieser Herausforderungen ebenso hilfreich sein wie eine Stärkung der Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit). Auch kleinere Maßnahmen wie Checklisten zur virtuellen Kommunikation oder Sensibilisierungsaktionen (zum Beispiel „Reden statt Mailen“) können dazu beitragen.

BGM-Ausbildung: Eigene Mitarbeiter einbinden

Um die Beschäftigten zu den Themen BGF und BGM besser und kontinuierlich erreichen zu können, bietet sich die Ausbildung eigener Beschäftigter beispielsweise als Gesundheitsbotschafter an. Die Einbindung der eigenen Mitarbeiter im Zuge der BGF ist zudem ressourcenschonend, nachhaltig und verbessert das interne Know-how.

Gesundheitsmanagement heißt auch Gesundheitskultur verankern

Auszubildende und junge Beschäftigte rücken in den kommenden Jahren stärker in den Blick des BGM. Eine Gesundheitskultur lässt sich über spezielle Programme ab dem ersten Ausbildungsjahr nachhaltig verankern. Doch auch schon davor kann angesetzt werden: In Abstimmung mit Berufs- und Verwaltungsschulen lassen sich Konzepte zur Gesundheitsbildung entwerfen, die auf eine Stärkung der Gesundheitskompetenz (Health Literacy) ausgerichtet sind.

BGM der Zukunft: Lebenslanges Lernen weiter fördern

Lebenslanges Lernen wird über alle Organisationen hinweg aktuell als auch in fünf Jahren wichtigstes BGF-Thema. Es sollte daher als Teil der Unternehmenskultur gelebt werden – beginnend mit den Auszubildenden, die ebenso von Weiterbildungsangeboten profitieren wie  ältere Beschäftigte.

Resilienz und Stresstoleranz als ressourcenstärkende Maßnahmen

Nicht krankheitsvermeidende, sondern ressourcenstärkende Maßnahmen wie Resilienz, Stresstoleranz, Schlaf und Erholung etc. gewinnen in Zukunft an Bedeutung. In diesem Zusammenhang wird es noch wichtiger werden, im Sinne des „Empowerments“ an der Stärkung der eigenen Potenziale der Beschäftigten anzusetzen.

Kompetenzerwerb als Schlüssel zum Gesundheitsmanagement 

Beschäftigte brauchen Wissen zum gesundheitsgerechten Umgang mit selbst verantwortlichen Arbeitsformen und den verschwindenden Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Das BGM der Zukunft sollte die Vermittlung dieser Kompetenzen in jedem Fall stärker in den Blick nehmen. Trainee- und Azubiprogramme, die auch Führungs- sowie Digital-/ IT-Kompetenzen vermitteln, sind hier ein wertvoller Ansatz.


Die ausführlichen Ergebnisse der Studie „#whatsnext – Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“ können Sie hier herunterladen.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliches Gesundheitsmanagement, Gesundheitsmanagement

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