Gesunde Führung stärkt Mitarbeiterpsyche
Deutschland brauche eine neue Führungskultur in den Unternehmen, um den Fachkräftebedarf zu decken. Das forderte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vergangene Woche bei einer Debatte des Bundestags über das Fachkräftekonzept der Regierung. Es gelte, die Erwerbstätigen motiviert und fit zu halten, damit sie länger arbeiten könnten.
Krankheitstage reduzieren, Engagement erhöhen
Dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter durch gute Führung nicht nur körperlich, sondern auch psychisch fit halten können, bestätigt nun eine neue Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Deren Autoren stellten nämlich fest, dass das Führungsverhalten enorme Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Beschäftigten hat. Insbesondere würde gesundheitsgerechte Führung das Commitment der Beschäftigten und das Teamklima stärken. Außerdem fühlten sich die Beschäftigten bei einer Führung, die sie und ihre Selbständigkeit unterstützte, weniger erschöpft.
Wer nun als Führungskraft noch nicht wirklich weiß, wie genau er führen soll, um Körper und Geist seiner Mitarbeiter fit zu halten, sollte nicht verzagen: Denn die BAuA-Studie zeigte auch, dass sich gutes, gesundheitsgerechtes Führen lernen lässt. Demnach können Maßnahmen wie Workshops und Coachings zum Thema "Gesundheitsförderung" den Führungsstil und das Gesundheitsempfinden der Personalverantwortlichen verbessern. Auf diese Weise könnten insbesondere Krankheitstage und Präsentismus reduziert, das Arbeitsengagement der Mitarbeiter erhöht und das Teamklima verbessert werden.
"Unternehmensbürger fordern Souveränität"
Nachschulungen im Bereich gesunde Führung scheinen in der Praxis tatsächlich vonnöten zu sein: Ein Hernstein Management-Report aus dem vergangenen Jahr zeigte nämlich, dass viele der 1.079 befragten Führungskräfte nicht mit Sicherheit wussten, was sich hinter dem Konzept "gesunde Führung" eigentlich verbirgt.
Was einen gesundheitsfördernden Führungsstil in der Praxis ausmacht, erläutert Thomas Sattelberger, der sich als Botschafter der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Inqa) für gute Personalführung einsetzt: "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden immer mehr zu Unternehmensbürgern, die Souveränität und Mitsprache fordern. Und das ist gut! Menschen, die das Unternehmen aktiv mitgestalten, fühlen sich wohler und sind engagierter", so der ehemalige Telekom-Personalvorstand. "Wir müssen weg von einer Führungskultur, die sich nur an Zahlen orientiert, und hin zu einem Führungsstil, der eine ganzheitlich funktionierende Unternehmenskultur fördert."
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