Organisationale und individuelle Maßnahmen kombinieren
Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Report der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA), der auf rund 2.400 Studien basiert.
Demnach können sich Arbeitgeber, die in die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) investieren, besonders über geringere Fehlzeiten und niedrigere Gesundheitskosten freuen. Die Fehlzeiten könnten konkret um ein Viertel gesenkt werden, so eine Erkenntnis.
Die Studienautoren begründen die positiven Auswirkungen auf Fehlzeiten und Gesundheitskosten damit, dass die Betriebliche Gesundheitsförderung die körperliche und psychische Verfassung der Mitarbeiter verbessert. Besonders nützlich ist das BGF den Studienerkenntnissen zufolge bei der Prävention psychischer Erkrankungen, aber auch bei Programmen der Bewegungsförderung, der Gewichtsreduktion oder der Nikotinentwöhnung.
Unterbrechungen vermeiden, Leistungen anerkennen
Wie Unternehmen ihre Betriebliche Gesundheitsförderung ausrichten sollten, legt ein weiteres Ergebnis der Studie nahe: Die Autoren stellten nämlich fest, dass sich vor allem Kombinationen aus organisationalen und individuellen Maßnahmen als wirksam erweisen. Diese wirken demnach im Durchschnitt auch länger nach als individuelle Maßnahmen alleine.
Um eine erfolgreiche und gesundheitsförderliche Arbeitsorganisation zu schaffen, empfehlen die Studienautoren Maßnahmen wie abwechselnde Tätigkeiten, die Vermeidung von ständigen Unterbrechungen, Förderung von sozialem Austausch, die Gewährleistung einer ausreichenden Beschäftigungssicherheit und die Anerkennung von Leistungen.
Zudem raten die Autoren Gesundheitsmanagern zu einem partizipativen Ansatz: Die Beschäftigten sollten aktiv in die Gestaltung von Arbeitsplatz und -aufgaben einbezogen werden. Zudem sollten alle Altersgruppen und alle Tätigkeitsbereiche berücksichtigt werden.
Bei den Maßnahmen könne es sich auch um kurzfristige Maßnahmen und befristete Interventionen handeln – empfehlenswert sei jedoch die Etablierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, so die Autoren.
Positiver Return on Investment bei steuerfreier Investition
Aus den Kosten für die BGF und dem beobachteten Nutzen berechneten die Studienautoren den Return on Investment (ROI). Dieser fällt positiv aus: Mit jedem investierten Euro, so das Ergebnis der Autoren, könnten 2,70 Euro durch reduzierte Fehlzeiten eingespart werden.
Für diese Investition erhalten Unternehmen steuerliche Vergünstigungen: Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes seiner Mitarbeiter und der betrieblichen Gesundheitsförderung sind in Höhe von 600 EUR pro Arbeitnehmer und Jahr steuerfrei und damit auch beitragsfrei zur Sozialversicherung.
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