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Gesund führen – wie ging das nochmal?

Was bedeutet eigentlich "gesunde Führung"? Das ist einer Studie zufolge vielen Chefs nicht ganz klar.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die meisten Führungskräfte glauben, ihre Mitarbeiter gesund zu führen, aber selbst nicht gesund geführt zu werden, zeigt eine Studie. Wie verlässlich diese Einschätzung ist, ist allerdings fraglich: Denn offenbar wissen die Chefs oft nicht, was "gesunde Führung" eigentlich bedeutet.

Dies legt der neue Hernstein Management Report zum Thema nahe, für das der österreichische Management- und Leadershipberater im Mai dieses Jahres 1.079 Führungskräfte in Deutschland und Österreich befragt hat. Die Manager setzten dabei den Begriff "gesunde Führung" vorwiegend mit verwandten Themen wie etwa Work-Life-Balance, Arbeitnehmerschutz oder betrieblicher Gesundheitsförderung gleich, berichten die Österreicher auf "Hernstein.at".

All diese Aspekte spielen zwar in das Konzept hinein, sind jedoch nicht gleichbedeutend mit gesunder Führung. Um gesund zu führen, sollten Führungskräfte für das Thema "Gesundheit" sensibilisiert sein und als Vorbild und Multiplikator auf das Verhalten und die Motivation der Mitarbeiter sowie auf die Gestaltung von Arbeitsabläufen und Strukturen einwirken.

Führungskräfte glauben, Mitarbeitergesundheit beeinflussen zu können

Aller Definitionsunsicherheiten zum Trotz: Die Mehrheit der Befragten schätze den Einfluss der Führungskraft auf die Gesundheit der Mitarbeiter als hoch ein, heißt es bei Hernstein. Dies gelte insbesondere für den Einfluss auf das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter. Eine große Mehrheit von 81 Prozent gibt in der Befragung an, die Aussage "Ich achte auf das psychische Wohlbefinden meiner Mitarbeiter" treffe auf sie zu oder treffe eher auf sie zu.

Nach dem Führungsverhalten des eigenen Vorgesetzten befragt, zeichnen die meisten Teilnehmer allerdings ein anderes Bild: Hier berichten insgesamt nur 42 Prozent der Befragten darüber, dass ihre direkte Führungskraft auf ihre psychische Gesundheit achtet oder eher auf ihre psychische Gesundheit achtet. Ein knappes Drittel gibt an, dass die eigene Führungskraft das nicht in einem ausreichenden Maß tut.

Wissen zum Thema "gesunde Führung" sinkt mit der Führungsebene

Ein Grund dafür könnte fehlendes Wissen zum Thema "gesunde Führung" sein: Zwar bietet jedes zweite Unternehmen laut Hernstein-Report schon Weiterbildungen zu dem Thema an. Allerdings hat bisher nur ein Drittel der Befragten dieses Angebot schon selbst genutzt.

Vor allem auf den unteren Führungsebenen scheint es Nachholbedarf zu geben. Das Wissen um die Wichtigkeit und die Einflussmöglichkeiten als Führungskraft variiere deutlich nach Hierarchieebene, heißt es auf "Hernstein.at": Je niedriger die Ebene, umso geringer schätze man Wichtigkeit und Einflussmöglichkeit von Führungskräften ein. Auch der eigene Informationsstand sinke mit der Führungsebene.

Gute Nachrichten für Mitarbeiter mit gesundheitsbewusstem Vorgesetzten

Immerhin können sich jene Mitarbeiter freuen, die von einem gesundheitsbewussten Vorgesetzten geführt werden. Denn Führungskräfte, die selbst ein gesundheitsorientiertes Verhalten an den Tag legen, schätzten die Wichtigkeit des Themas, die Beeinflussbarkeit durch Führung und die Vorbildwirkung von Führungskräften auch signifikant höher ein, schreiben die Managementberater von Hernstein.

Hinweis: Eine Checkliste dazu, wie Sie Überlastungssymptome bei Mitarbeitern erkennen, finden Sie im Haufe Personal Office.

Haufe Online Redaktion

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