10.12.2015 | Serie HR-Trends 2016

Arbeiten 4.0: Den Dialog mitgestalten

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Bild: Haufe Online Redaktion

Im April hat die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles den „Fortschrittsdialog Arbeiten 4.0“ gestartet. Der Dialogprozess soll Ende 2016 mit einem Weißbuch „Arbeiten 4.0“ seinen Abschluss finden. Was bisher geschah und wie Sie sich 2016 aktiv in den Dialog einbringen können.

„Der digitale Wandel und Arbeiten 4.0 sind weder eine Offenbarung noch ein Horrorszenario, sondern vor allem eine Aufforderung zum Handeln“, sagte Andrea Nahles im April im Interview mit der Haufe Online Redaktion anlässlich der Auftaktveranstaltung zum „Fortschrittsdialog Arbeiten 4.0“. Politik und Sozialpartner, Unternehmen und Betriebsräte müssten heute die Weichen stellen, damit die Arbeit von morgen gute Arbeit sei, so Nahles weiter.

Das Grünbuch „Arbeiten 4.0“

Das 96-seitige Grünbuch „Arbeiten 4.0“, das Nahles zum Start vorlegte, skizziert bestimmende Trends, gewandelte Werte und wichtige Handlungsfelder der künftigen Arbeitsgesellschaft und enthält eine Reihe konkreter Leitfragen, die den Dialog anstoßen sollen und unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Sozialpartnern, Verbänden und betrieblicher und Praxis behandelt werden sollen. Das Grünbuch ist zukunftsweisend, allerdings kommen die für Arbeitgeber relevanten Fragestellungen zu kurz - der Regulierungsduktus ist zu oft spürbar.

Personaler, beteiligt euch!

Es wird jetzt auch an den Personalmanagern liegen, hier ihre Vorstellungen zur Gestaltung der Arbeitswelt von morgen einzubringen. Der Dialogprozess läuft noch bis Ende 2016 und wird begleitet von verschiedenen Veranstaltungen, Aktionen und interaktiven Beteiligungsmöglichkeiten. Personaler sollten diese Gelegenheiten nutzen.

Fachdialog

Für den Fachdialog hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat einen Beraterkreis mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und der betrieblichen Praxis zusammengestellt, mit dem die Fragen des Grünbuchs diskutiert und aufgearbeitet werden. Dazu gab es bereits eine Reihe von Workshops zu spezifischen Fragestellungen, bei denen der Beraterkreis durch weitere Personen mit spezieller thematischer Expertise ergänzt wurde. 2016 folgen weitere solcher Workshops. Die Zwischenergebnisse werden im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und Publikationen zur Diskussion gestellt. Außerdem nutzt das BMAS bestehende Formate wie die Partnerschaft für Fachkräfte und die Initiative Neue Qualität der Arbeit (Inqa) genutzt. Die Sozialpartner sind darüber hinaus eingeladen, ihre Ideen und Positionen auf die im Grünbuch gestellten Fragen einzubringen.

Öffentlicher Dialog

Um den gesamten Dialogprozess transparent zu machen und Beteiligungsmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, hat das BMAS die Webseite www.arbeitenviernull.de eingerichtet. Sie bietet eine Plattform für alle, die mitdiskutieren möchten. Auf der Website selbst oder über die sozialen Medien wie der Facebook-Fanpage des BMAS oder mit dem Hashtag #arbeitenviernull auch über Twitter können Interessierte den Dialog und das Grünbuch direkt kommentieren. Auch die Beiträge aus dem Online-Dialog fließen in das zu erstellende Weißbuch ein, das Ende 2016 veröffentlicht werden soll. Die Beiträge können hier verfolgt werden.

Innovative Formate

Im Rahmen des Dialogprozesses werden weitere innovative Formate zur Beteiligung und Interaktion eingesetzt. Beispielsweise hat die „Internet & Gesellschaft Collaboratory e.V.“ (CoLab) im September eine so genannte Online-Konsultation gestartet, um Stimmen der Netzcommunity zu sammeln. Unterstützt wurde die Konsultation von der Bertelsmann Stiftung, Xing, Google und Capgemini.

Durch einen E-Mail-Verteiler an über 400 Expertinnen und Experten sowie über Social-Media-Kanäle wurde die Fachöffentlichkeit eingeladen, Kommentare zum Grünbuch beizutragen. Die Kommentare konnten entweder direkt in einem geschützten Onlinedokument hinterlegt oder per E-Mail eingesandt werden. Insgesamt haben sich 107 Personen beteiligt. Begleitend wurden drei Video-Live-Broadcasts mittels Google-Hangout angeboten, die sich mit einzelnen Aspekten aus dem Grünbuch eingehend beschäftigten und Input für den Diskussionsprozess lieferten. Die Ergebnisse der Online-Konsultation können hier eingesehen werden.

Filmfestival Futurale

Der öffentliche Dialog läuft aber nicht nur online: Seit November 2015 läuft deutschlandweit das Filmfestival „Futurale“. In 25 Städten werden sieben Dokumentarfilme rund um das Thema Zukunft der Arbeit gezeigt. Im Anschluss an die Filme werden Expertinnen und Experten aus den Regionen in etwa 175 Veranstaltungen mit den Zuschauern diskutieren. Die Filme dienen dabei als Impuls. Das Filmfestival läuft noch bis Ende 2016. Infos über die einzelnen Filme und Veranstaltungsorte finden Sie unter www.arbeitenviernull.de/filmfestival.

Kongress “Arbeiten in der digitalen Welt”

Wer sich für das Thema „Arbeiten 4.0“ und den „Fortschrittsdialog“ interessiert, hat gleich im neuen Jahr Gelegenheit dazu: Am 28. Januar 2016 laden Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Kongress „Arbeiten in der digitalen Welt – Mensch, Organisation, Technik“ nach Berlin. Im Mittelpunkt des Kongresses stehen die mit der Digitalisierung der Arbeitswelt einhergehenden Herausforderungen. Wie verändern sich Prozessabläufe, Managementstrukturen und die Arbeitsplätze des einzelnen durch ein Einzug digital vernetzter und autonom agierender Systeme? Welche Auswirkungen hat dies für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit? Wie kann ein Unternehmen im digitalen Umfeld den betrieblichen und sozialen Belangen gleichermaßen gerecht werden?

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 28. Januar 2016 von 10:30 Uhr bis 17 Uhr im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie statt. Hier geht’s zur Anmeldung.

 

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Industrie 4.0, New Work, Andrea Nahles

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