Student: Befristete Beschäf... / 2.5 Beschäftigung in den Semesterferien

Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit ist auch noch bei solchen Beschäftigungen grundsätzlich anzunehmen, die ausschließlich auf die vorlesungsfreie Zeit (Semesterferien) begrenzt sind. Voraussetzung hierfür ist, dass diese Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden innerhalb eines Jahres insgesamt nicht mehr als 26 Wochen/182 Kalendertage ausgeübt werden. In der Rentenversicherung ist der Student in einer nicht kurzfristigen Beschäftigung versicherungspflichtig als Arbeitnehmer.

 
Praxis-Beispiel

Beschäftigung über 20 Std./Woche, aber innerhalb der Semesterferien

Ein Student übt an 5 Arbeitstagen je Woche eine befristete Beschäftigung aus:

 
Semesterferien: 15.8.–30.9.2021  
Beschäftigung vom: 1.9.–30.9.2021  
Wöchentliche Arbeitszeit: 25 Stunden  
Vorbeschäftigung (30 Std./Woche) vom: 1.1.–15.3.2021  

Ergebnis: Eine kurzfristige Beschäftigung liegt nicht vor, da zusammen mit der im laufenden Kalenderjahr bereits verrichteten Beschäftigung vom 1.1. bis 15.3.2021 die Grenze von 90 Kalendertagen überschritten wird. Es besteht somit ab 1.9.2021 Rentenversicherungspflicht.

Die zu beurteilende Beschäftigung wird – befristet – in den Semesterferien zusammen mit der Vorbeschäftigung innerhalb des Jahreszeitraums vom 30.9.2021 bis 1.10.2020 insgesamt nicht mehr als 26 Wochen ausgeübt. Daher liegt ab 1.9.2021 Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung im Rahmen der Werkstudentenregelung vor.

2.5.1 Beschäftigung nicht ausschließlich in den Semesterferien

Wird eine Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden lediglich in den Semesterferien auf mehr als 20 Stunden ausgeweitet, liegt für diese Zeit Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs vor, sofern im Laufe des Jahres solche Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden insgesamt nicht mehr als 26 Wochen ausmachen. Diese Versicherungsfreiheit endet, sobald absehbar ist, dass eine Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden über die Semesterferien hinaus andauert; nur bei zeitlichen Überschreitungen von bis zu 2 Wochen bleibt das Werkstudentenprivileg erhalten.[1]

 
Praxis-Beispiel

Verlängerung einer Beschäftigung

Ein Student übt ab 1.12.2021 eine im Voraus auf 3 Monate befristete Beschäftigung aus.

Er gibt an, keine Vorbeschäftigungen ausgeübt zu haben.

 
Semesterferien 1.7.2021–15.10.2021
15.2.2022–10.4.2022
 
Dauer der Beschäftigung 1.12.2021–28.2.2022  
Verlängerung der Beschäftigung durch Vereinbarung vom 15.1.2022 bis zum 31.5.2022  
Wöchentliche Arbeitszeit (keine Arbeitszeiten am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden) 25 Stunden  

Ergebnis: Die am 1.12.2021 aufgenommene Beschäftigung ist zunächst kurzfristig und daher versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Vom 15.1.2022 an besteht Versicherungspflicht in der Rentenversicherung, da ab diesem Tag erkennbar ist, dass die Beschäftigung länger als 3 Monate andauern wird und folglich nicht mehr kurzfristig ist. In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung tritt ab dem 15.1.2022 ebenfalls Versicherungspflicht ein, da der Student länger als zwei Wochen über die Semesterferien hinaus mehr als 20 Wochenstunden beschäftigt sein wird und damit Versicherungsfreiheit im Rahmen des Werkstudentenprivilegs ausscheidet. Aus diesem Grund besteht die Versicherungspflicht auch nach Beginn der Semesterferien am 15.2.2022 fort.

Befristeter Studentenjob (animiertes Video)

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge