Praxis-Beispiele: Praktikant / 10 Nicht vorgeschriebenes Vorpraktikum (bis 450 EUR monatlich)
 

Sachverhalt

Ein noch nicht an der Universität immatrikulierten gesetzlich krankenversicherter Praktikant übt ab 1.6. für 4 Monate ein Vorpraktikum aus. Dieses Praktikum ist nicht in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben. Das Vorpraktikum wird aus eigenen fachlichen und auch finanziellen Interessen des Praktikanten ausgeübt. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 10 Stunden, das monatliche Entgelt 400 EUR. Ab 1.10. ist der Praktikant eingeschriebener Student.

Der Arbeitgeber nimmt am Ausgleichsverfahren nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) teil.

Wie ist das nicht vorgeschriebene Vorpraktikum sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Lösung

Der Praktikant ist kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei, weil die Beschäftigung geringfügig entlohnt ausgeübt wird.

Jedoch besteht ab 1.6. Versicherungspflicht zur Rentenversicherung, von der sich der Praktikant jedoch auf Antrag befreien lassen kann.

  • Der Arbeitgeber hat mit Personengruppenschlüssel 109 und Beitragsgruppenschlüssel 6100 bzw. 6500 (bei Befreiung von der RV-Pflicht) eine Meldung an die Minijob-Zentrale zu erstatten.
  • Die Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung und die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung (bzw. Pauschalbeiträge bei beantragter Befreiung), die Umlagen nach dem AAG und die Insolvenzgeldumlage sind an die Minijob-Zentrale zu entrichten.

Hinweis

Bei allen nicht vorgeschriebenen Vor- oder Nachpraktika bestehen hinsichtlich der versicherungsrechtlichen Beurteilung keinerlei Sonderregelungen.

Personen, die nicht vorgeschriebene Praktika gegen Arbeitsentgelt ausüben, sind deshalb als Beschäftigte grundsätzlich versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Nicht vorgeschriebene Vor- und Nachpraktika zählen nicht zu den Beschäftigungen im Rahmen betrieblicher Berufsbildung. Somit sind die Regelungen für geringfügig Beschäftigte zu berücksichtigen. Ebenso sind die Regelungen des Übergangsbereichs stets anzuwenden, wenn das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt 450,01 EUR bis 1.300 EUR beträgt.

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