Praxis-Beispiele: Nebenbesc... / 3 2 Nebenjobs
 

Sachverhalt

Eine Sekretärin hat eine wöchentliche Arbeitszeit von 25 Stunden bei einem Stundenlohn von 14 EUR. Sie ist gesetzlich krankenversichert.

Seit Mai arbeitet sie zusätzlich an 2 Tagen pro Woche, jeweils 2 Stunden, in einem Immobilienbüro für 12 EUR je Stunde, monatlich 208,80 EUR. Von der Rentenversicherungspflicht hat sie sich in dieser Tätigkeit befreien lassen.

Zusätzlich arbeitet sie seit Juli an 2 Samstagen im Monat für jeweils 6 Stunden auf dem Wochenmarkt. Hier erhält sie einen Stundenlohn von 10 EUR, monatlich 120 EUR.

Wie werden die Nebentätigkeiten lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich behandelt?

Lösung

Die Hauptbeschäftigung als Sekretärin ist in allen Zweigen sozialversicherungspflichtig. Die Lohnsteuer und die Annexsteuern werden nach den ELStAM einbehalten

Die erste (älteste) Nebentätigkeit im Immobilienbüro entspricht den Bedingungen der geringfügigen Beschäftigung. Die Pauschalabgaben von 28 % (15 % RV, 13 % KV) aus 208,80 EUR trägt der Immobilienmakler. Die Übernahme der Pauschalsteuer durch den Arbeitgeber ist arbeitsvertraglich ausgeschlossen. Somit fallen für die Sekretärin noch 2 % Pauschalsteuer an.

Die Nebentätigkeit auf dem Wochenmarkt wird mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und ist in allen Zweigen der Sozialversicherung (außer Arbeitslosenversicherung) abgabepflichtig. Hierfür erfolgt die Versteuerung nach den ELStAM mit Steuerklasse VI.

Der Arbeitgeber der ersten Nebentätigkeit (Immobilienbüro) muss ab Mai folgende Beträge an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See abführen:

 
Rentenversicherung: 15 % v. 208,80 EUR 31,32 EUR
Krankenversicherung: 13 % v. 208,80 EUR + 27,14 EUR
U1 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit): 0,9 % v. 208,80 EUR + 1,88 EUR
U2 (Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft): 0,19 % v. 208,80 EUR (bis 31.5.2019: 0,24 %) + 0,40 EUR
Insolvenzgeldumlage: 0,06 % v. 208,80 EUR + 0,13 EUR
Pauschale Lohnsteuer: 2 % v. 208,80 EUR + 4,18 EUR
Gesamt 65,05 EUR
Die Beitragshöhe zur gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) ist von der Branche des Betriebs abhängig.
 
Abrechnung für den Arbeitnehmer
Bruttoarbeitslohn 208,80 EUR
2 % pauschale Lohnsteuer - 4,18 EUR
Auszuzahlender Betrag 204,62 EUR

Hinweis

Die pauschale Lohnsteuer von 2 % kann in der persönlichen Einkommensteuererklärung der Arbeitnehmerin nicht angerechnet werden.

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