Praxis-Beispiele: Geringfüg... / 4 Mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen und Berücksichtigung der Arbeitsentgeltgrenze
 

Sachverhalt

Die seit 2016 ausgeübte geringfügig entlohnte Beschäftigung einer Arbeitnehmerin endet zum 14.5.2019. Im Mai 2019 erzielt sie aus dieser Beschäftigung ein Arbeitsentgelt in Höhe von 230 EUR.

Am 18.5.2019 nimmt die Arbeitnehmerin eine neue geringfügig entlohnte Beschäftigung auf, die bis Dezember 2019 fortbesteht. Für die Zeit vom 18.5.2019 bis 31.5.2019 beträgt das Arbeitsentgelt 280 EUR.

Werden die Entgelte aus beiden Beschäftigungen für die Prüfung der Arbeitsentgeltgrenze zusammengerechnet? Wie sind die beiden Beschäftigungen im Mai 2019 sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Lösung

Endet eine geringfügig entlohnte Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats und beginnt anschließend im gleichen Kalendermonat eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber, werden die erzielten Arbeitsentgelte aus beiden Beschäftigungen nicht zusammengerechnet.

Die Arbeitsentgelte aus beiden Beschäftigungen überschreiten für sich betrachtet die Arbeitsentgeltgrenze von 450 EUR nicht. Insoweit sind beide Beschäftigungen im Mai 2019 als geringfügig entlohnt zu beurteilen.

Hinweis

Folgen mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen aufeinander, die in demselben Kalendermonat beginnen und enden, sind die erzielten Arbeitsentgelte aus diesen Beschäftigungen zusammenzurechnen. Wird dabei die Arbeitsentgeltgrenze von 450 EUR überschritten, ist die später aufgenommene Beschäftigung, die in der Zusammenrechnung zu einem Überschreiten der Entgeltgrenze führt, nicht geringfügig entlohnt. Gleiches gilt für die zuerst aufgenommene Beschäftigung, wenn bereits zu ihrem Beginn bekannt ist, dass in demselben Kalendermonat eine weitere befristete geringfügig entlohnte Beschäftigung folgen soll, durch die die Entgeltgrenze überschritten wird.

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