Praxis-Beispiele: Entsendun... / 4 Befristete Entsendung nach Marokko
 

Sachverhalt

Herr Q ist deutscher Staatsbürger und wird in Deutschland versicherungspflichtig beschäftigt. Sein Arbeitgeber entsandte ihn für die Zeit vom 1.2.2015 bis 31.1.2020 nach Marokko. Die Entsendung soll nun über den 31.1.2020 hinaus bis zum 31.12.2020 verlängert werden. Das Gehalt wird während der gesamten Zeit vom deutschen Arbeitgeber bezahlt.

Besteht für die genannten Zeiträume der deutsche Versicherungsschutz fort?

Lösung

Die Weitergeltung der deutschen Rechtsvorschriften bei Entsendung ist nach dem deutsch-marokkanischen Abkommen auf max. 36 Monate begrenzt. Die längst mögliche Dauer der Entsendung ist somit am 31.1.2020 erreicht.

Allerdings sieht das Abkommen die Möglichkeit der Verlängerung der Weitergeltung der deutschen Rechtsvorschriften bei Entsendung um max. weitere 36 Monate vor, wenn die zuständigen Stellen der beiden Staaten damit einverstanden sind.

Für die Zeit vom 1.2.2015 bis 31.1.2020 stellt der zuständige deutsche Träger die Bescheinigung MA/D 101 aus.

Für die Zeit vom 1.2.2020 bis 31.12.2020 stellen Herr Q und sein Arbeitgeber einen gemeinsamen Antrag auf Verlängerung beim GKV-Spitzenverband, DVKA. Stimmen der GKV-Spitzenverband, DVKA, und die zuständige marokkanische Stelle dem Antrag zu, dann erhält der Arbeitgeber von Herrn Q einen entsprechenden Bescheid von der DVKA.

Diesen Bescheid legt er der zuständigen deutschen Krankenkasse vor, die dann eine Bescheinigung MA/D 101 für die Zeit vom 1.2.2020 bis zum 31.12.2020 ausstellt. In der Pflegeversicherung bleibt die Versicherung im Rahmen der Ausstrahlung bestehen, da dieser Versicherungszweig nicht vom Abkommen erfasst wird.

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