Praxis-Beispiele: Auslagene... / 5 Fortbildungskosten
 

Sachverhalt

Einige Mitarbeiter einer Firma besuchen an mehreren Abenden in der Woche und am Samstag eine private Fachhochschule, um einen Abschluss als Master der Betriebswirtschaftslehre zu erlangen. Die Studiengebühren pro Teilnehmer und Semester betragen 1.500 EUR. Die Arbeitnehmer haben sich eigenständig an der Hochschule eingeschrieben und tragen die Kosten selbst.

Kann den Arbeitnehmern für ihre Fortbildung, deren Hauptziel das bessere Fortkommen im Unternehmen ist, ein Zuschuss in Höhe von 500 EUR je Semester steuerfrei gezahlt werden?

Lösung

Berufliche Fort- und Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers führen nicht zu Arbeitslohn, wenn diese Bildungsmaßnahmen im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden. Dies gilt auch bei Bildungsmaßnahmen fremder Unternehmer, die für Rechnung des Arbeitgebers erbracht werden.

Für Maßnahmen, die auf eigene Rechnung des Mitarbeiters erbracht und durch den Arbeitgeber ganz oder teilweise beglichen bzw. dem Mitarbeiter ersetzt werden, ist eine steuerfreie Übernahme oder Erstattung durch den Arbeitgeber nicht zwingend als steuerpflichtiger Arbeitslohn anzusehen. Das gilt auch, wenn der Mitarbeiter Rechnungsempfänger ist.

Dies setzt allerdings voraus, dass

  • der Arbeitgeber die Übernahme bzw. den Ersatz allgemein oder für die besondere Bildungsmaßnahme im Vorfeld zugesagt hat und
  • der Mitarbeiter im Vertrauen auf diese zuvor erteilte Zusage den Vertrag über die Bildungsmaßnahme abgeschlossen hat.

Dadurch erübrigt sich auch die Problematik, dass bei manchen Bildungsmaßnahmen eine Anmeldung durch den Teilnehmer vorgeschrieben ist.

Um in diesen Fällen einen nochmaligen Werbungskostenabzug für die vom Mitarbeiter wirtschaftlich nicht getragenen Aufwendungen auszuschließen, hat der Arbeitgeber auf der ihm zur Kostenübernahme vorgelegten Originalrechnung die Höhe der Kostenübernahme anzugeben und eine Kopie dieser Rechnung zum Lohnkonto zu nehmen.

Praxis-Tipp

Auch ein berufsbegleitendes Studium auf Kosten des Arbeitgebers bleibt unbesteuert, wenn es in ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse des Arbeitgebers durchgeführt wird und die Einsatzfähigkeit des Mitarbeiters erhöht. Vom Arbeitgeber erstattete Studiengebühren im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses können ebenfalls als Leistung im überwiegend betrieblichen Interesse steuerfrei bleiben, wenn der Arbeitgeber die Rückzahlung der übernommenen Kosten fordern kann, falls der Arbeitnehmer das ausbildende Unternehmen auf eigenen Wunsch innerhalb von 2 Jahren nach Studienabschluss verlässt.

Achtung

Wechselt der Mitarbeiter den Arbeitgeber, entsteht eine neue Situation. Übernimmt der neue Arbeitgeber die Verpflichtung des Arbeitnehmers, die vom bisherigen Arbeitgeber getragenen Studiengebühren an diesen zurückzuzahlen, führt das zu Arbeitslohn vom neuen Arbeitgeber.

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