Norwegen / 1.5 Steueranrechnung mit Anrechnungshöchstbetrag

Liegen die Voraussetzungen vor, wird die in Norwegen gezahlte Steuer in Deutschland auf die Einkommensteuer angerechnet. Bei der Anrechnung ist der Anrechnungshöchstbetrag zu beachten. Dieser ist die deutsche Steuer, die sich bei Anwendung des durchschnittlichen Steuersatzes auf die ausländischen Einkünfte ergibt.

 

Praxis-Beispiel

Anrechnung mit Anrechnungshöchstbetrag

Der ledige Arbeitnehmer A hat aus seiner Tätigkeit in Deutschland Arbeitslohn in Höhe von 40.000 EUR erzielt. Während eines Teils des Jahres war A in Norwegen tätig und hat hieraus Arbeitslohn in Höhe von 10.000 EUR erzielt. In Norwegen hat A auf den Arbeitslohn eine Einkommensteuer in Höhe von 3.000 EUR gezahlt. Diese Steuer ist nach dem DBA in Deutschland anzurechnen. Weitere Einkünfte hat A nicht erzielt.

Ergebnis:

 
Inländische Einkünfte   40.000 EUR
Zzgl. Ausländische Einkünfte (AE)   + 10.000 EUR
Zu versteuerndes Einkommen (zvE)   50.000 EUR
Tarifliche Einkommensteuer (Grundtarif 2019)   12.295 EUR
Durchschnittlicher Steuersatz (ESt 12.295 EUR / zvE 50.000 EUR) 24,5900 %  
Anrechnungshöchstbetrag (AHB) (AE 10.000 EUR × Ø-Steuersatz 24,5900 %) 2.459 EUR  
Abzgl. Anrechnung (AHB 2.459 EUR < ASt 3.000 EUR)   - 2.459 EUR
Festzusetzende Einkommensteuer   9.836 EUR
     
Ohne Anrechnungshöchstbetrag läge die Einkommensteuer bei:   9.295 EUR
Ohne Steueranrechnung läge die Einkommensteuer bei:   12.295 EUR

Statt der Anrechnung kann die ausländische Steuer auf Antrag auch bei der Einkunftsermittlung wie Werbungskosten abgezogen werden. Dies kann günstiger sein, wenn die ausländische Steuer wegen des Anrechnungshöchstbetrags nicht in voller Höhe angerechnet werden kann. Ob der Abzug tatsächlich günstiger ist, muss im Einzelfall durch eine Vergleichsrechnung ermittelt werden.

Freibetrag bei Anwendung der Anrechnungsmethode

Kommt es wegen der Anwendung der Anrechnungsmethode im laufenden Kalenderjahr zu einer zeitweiligen Doppelbesteuerung, kann aus Billigkeitsgründen als Freibetrag für das Lohnsteuerabzugsverfahren höchstens das 4-Fache der voraussichtlichen ausländischen Steuer gebildet werden, begrenzt auf die Höhe des voraussichtlichen im Ausland zu versteuernden Arbeitslohns.

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