Möglichkeiten und Grenzen e... / 4 Status Quo – Anwendung und Umsetzung digitaler Lösungen im BGM

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ein BGM heute weitaus mehr ist als "nice to have", und setzen dabei, auch vor dem Hintergrund der zunehmend geforderten Flexibilität, Mobilität und Kommunikation der jüngeren Generation, immer öfter auf digitale Optionen. Gleichzeitig existieren bereits zahlreiche Anbieter auf diesem Gebiet, die den Unternehmen mithilfe digitaler Plattformen und Online-Lösungen in Sachen Gesundheit Unterstützung bieten und die Beschäftigten auf ihrem Weg zu einer gesünderen und aktiveren Lebensweise begleiten.

Welche Elemente des digitalen BGM nun tatsächlich gewünscht und von den Unternehmen bereits (oder auch zukünftig) angewandt werden, zeigt ein Blick in die Praxis:

Während eines im Januar 2016 durchgeführten Online-Seminars des Haufe Arbeitsschutz Office zum Thema Digitales BGM wurden die rund 200 Teilnehmer, überwiegend Fachkräfte für Arbeitssicherheit (43 %), interne betriebliche Gesundheitsmanager (21 %) und Personaler (20 %), zur ihrer Einschätzung über die derzeit sinnvollen Einsatzmöglichkeiten von digitalen Lösungen im Rahmen eines BGM befragt. Primär sehen die Befragungsteilnehmer die Nutzung des digitalen BGM zum Zweck der Information über anstehende Maßnahmen (63 %), gefolgt von der Gesundheitsbildung der Mitarbeiter durch Fachinformation und Schulungen (57 %), dem Zugang zu BGM-Leistungen via Internet oder Apps (54 %), dem Einsatz digitaler Möglichkeiten im Arbeits- und Gesundheitsschutz (52 %) sowie der Befragung über das Internet (49 %). Damit wird deutlich, dass Kommunikation und Erreichbarkeit der Mitarbeiter sowie die Transformation der schriftlichen in die Online-Befragung als wesentliche Inhalte eines digitalen BGM betrachtet werden. Die Durchführung von verhaltensbezogenen Maßnahmen über Apps sowie die Durchführung von Befragungen via Smartphone wurde lediglich von rund einem Drittel (36 % und 29 %) der Befragten als sinnvoll erachtet. Ganz abgeschlagen und damit wohl eher kritisch betrachtet wird der Einsatz digitaler Elemente zum Zweck des Monitorings von Gesundheitsdaten – sowohl für das Unternehmen in anonymisierter Form (16 %), als auch für die Mitarbeiter selbst (12 %).

In einer aktuelleren Studie zum Thema "Digitales betriebliches Gesundheitsmanagement und Datenschutz in Bezug auf den Umgang mit Gesundheitsdaten" wurden im Zeitraum von Juni bis Juli 2016 ebenfalls Experten zu ihrer Einschätzung rund um das Thema Datenschutz und den Einsatz digitaler Elemente im BGM befragt. Die 91 Antwortenden, darunter überwiegend Führungskräfte (36 %), Personaler (33 %) und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (22 %), bestätigten die Ergebnisse des Haufe Online-Seminars und zeigen zudem eine positivere Einschätzung über die derzeit sinnvollen Einsatzmöglichkeiten von digitalen Lösungen im Rahmen eines BGM.

So wird die Nutzung des digitalen BGM zum Zweck der Information über bestehende und anstehende Maßnahmen mit 77 % am sinnvollsten erachtet, dicht gefolgt von dem Zugang zu BGM-Leistungen via Internet oder Apps (76 %) sowie der Gesundheitsbildung der Mitarbeiter durch Fachinformation und Schulungen (70 %) und dem Einsatz digitaler Möglichkeiten im Arbeits- und Gesundheitsschutz (70 %). Die Durchführung von verhaltensbezogenen Maßnahmen über Apps wird hier bereits von 60 % der Befragungsteilnehmer als sinnvolles Element des digitalen BGM genannt. Auch die Durchführung von Befragungen über das Smartphone bzw. eine App findet bei 41 % der Befragungsteilnehmer Zuspruch. Nach wie vor kritisch sehen die Befragten den Einsatz digitaler Elemente zum Zweck des Monitorings von Gesundheitsdaten für Mitarbeiter (26 %) sowie auch für das Unternehmen in anonymisierter Form (23 %).

Zwar sind die Ergebnisse der beiden Untersuchungen nicht repräsentativ für alle Unternehmen in Deutschland, zeigen aber die derzeitige Einschätzung von Experten zu diesem Thema auf, die sich auch in der betrieblichen Praxis widerspiegelt.

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