Jahresschlussarbeiten in de... / 3.1 Jahresmeldungen für die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung

Eine Jahresmeldung ist für jeden über den 31.12. eines Jahres hinaus versicherungspflichtig Beschäftigten mit der ersten folgenden Entgeltabrechnung, also der Januarabrechnung, zu erstatten. Auch für versicherungsfreie geringfügig entlohnt Beschäftigte sind Jahresmeldungen zu erstellen. Die Meldung muss spätestens bis zum 15.2. des folgenden Jahres erfolgt sein. Die Jahresmeldungen für das Jahr 2019 sind, da der 15.2.2020 auf einen Samstag fällt, bis spätestens 17.2.2020 abzugeben.[1]

 
Wichtig

Keine Jahresmeldung für kurzfristig Beschäftigte

Für kurzfristig Beschäftigte ist lediglich eine UV-Jahresmeldung abzugeben.[2]

3.1.1 Abgabe der Jahresmeldungen bei durchgehender und unterbrochener Beschäftigung

Nachfolgende Sachverhalte erläutern die Gründe für die Abgabe der Jahresmeldung.

 

Jahresmeldung bei Beschäftigung während des gesamten Jahres

Ein Arbeitnehmer wird seit Jahren beschäftigt.

Es ist eine Jahresmeldung 2019 "Beschäftigungszeit" vom 1.1.2019 bis 31.12.2019 mit Grund der Abgabe: "50" zu erstatten.

Jahresmeldung bei Beschäftigungsbeginn im Laufe des Jahres

Ein Arbeitnehmer ist seit dem 12.9.2019 beschäftigt.

Die Jahresmeldung 2019 ist mit der "Beschäftigungszeit" vom 12.9.2019 bis 31.12.2019 mit Grund der Abgabe: "50" zu erstatten.

Abmeldung statt Jahresmeldung

Eine Arbeitnehmerin ist seit Jahren beschäftigt. Ihr Beschäftigungsverhältnis hatte sie zum 31.12.2019 gekündigt.

Es ist anstatt einer Jahresmeldung eine Abmeldung zum 31.12.2019 mit der "Beschäftigungszeit" vom 1.1.2019 bis 31.12.2019 und dem Grund der Abgabe "30" (Abmeldung wegen Ende der Beschäftigung) zu erstatten.

Keine Jahresmeldung bei Unterbrechungsmeldung

Eine Arbeitnehmerin bezieht vom 4.9.2019 bis 31.1.2020 Krankengeld.

Da die Beschäftigung länger als einen Kalendermonat unterbrochen wurde, war eine Unterbrechungsmeldung zum 3.9.2019 mit "Grund der Abgabe" = "51" (Unterbrechungsmeldung wegen Bezug von Entgeltersatzleistungen) zu erstellen. Da die Unterbrechung über den 31.12.2019 hinaus fortbesteht, ist keine Jahresmeldung 2019 abzugeben. Nach einer Unterbrechungsmeldung ist keine erneute Anmeldung bei der Krankenkasse erforderlich. Die Beschäftigungszeit ab 1.2.2020 wird mit der Jahresmeldung 2020 gemeldet.

Jahresmeldung trotz Unterbrechung der Beschäftigung

Eine Arbeitnehmerin ist seit Jahren beschäftigt und erhält vom 19.12.2019 bis 28.1.2020 Krankengeld.

Es ist eine Jahresmeldung 2019 mit "Grund der Abgabe" = "50" (1.1.2019 bis 31.12.2019) zu erstatten. Da die Beschäftigung nicht länger als einen Kalendermonat unterbrochen wurde, war keine Unterbrechungsmeldung zu erstellen.

Sonstige Meldung ersetzt Jahresmeldung

Eine Arbeitnehmerin ist als Angestellte beschäftigt und scheidet zum 31.12.2019 wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze aus der Krankenversicherungspflicht aus. Es besteht weiterhin Versicherungspflicht zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitnehmerin versichert sich freiwillig bei der bisherigen Krankenkasse weiter.

Zum Jahreswechsel ändert sich die Beitragsgruppe. Die Beschäftigte ist mit "Grund der Abgabe" = "32" zum 31.12.2019 mit der Beitragsgruppe 1111 ab- und zum 1.1.2020 mit "Grund der Abgabe" = "12" und der Beitragsgruppe 0111 anzumelden. Werden die Beiträge zur freiwilligen Krankenversicherung durch den Arbeitgeber überwiesen, erfolgt die Anmeldung mit der Beitragsgruppe 9111. Eine Jahresmeldung ist nicht zu erstellen.

Ein Arbeitnehmer ist seit Jahren beschäftigt. In der Zeit vom 17.7.2019 bis 29.10.2019 hat er Krankengeld bezogen.

Es ist eine Jahresmeldung für die Zeit vom 30.10.2019 bis 31.12.2019 mit "Grund der Abgabe" = "50" zu erstellen. Der Zeitraum vom 1.1. bis 16.7.2019 darf nicht nochmals gemeldet werden, da bereits eine Unterbrechungsmeldung für diese Zeit zu erstatten war.

Jahresmeldung bei Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit

Der Elternzeit geht in den meisten Fällen die Zahlung von Mutterschaftsgeld voraus, wodurch bereits nach Ablauf des ersten Kalendermonats ohne Entgelt eine Unterbrechungsmeldung fällig wird. Während der Elternzeit ist eine Beschäftigung bis zu 30 Stunden durchschnittlich wöchentlich zulässig. Wird eine solche Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber ausgeübt, ist nach vorausgegangener Unterbrechungsmeldung keine Anmeldung erforderlich. Geht die Teilzeitbeschäftigung allerdings über den Jahreswechsel hinaus, ist eine Jahresmeldung zu erstellen.
 
Praxis-Beispiel

Jahresmeldung für bislang versicherungsfreie Arbeitnehmerin mit Teilzeitbeschäftigung in der Elternzeit

Eine Arbeitnehmerin ist wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze nur renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig.

 
Beginn der Schutzfrist 17.3.2019  
Beginn der Elternzeit 25.6.2019  
Aufnahme einer zulässigen Erwerbstätigkeit (mtl. AE 3.000 EUR) 1.12.2019  
Ergebnis: Vom 1.12.2019 an besteht auch Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. Aufgrund des Beginns der Schutzfrist war eine Unterbrechungsmeldung (Meldezeitraum 1.1.2019 bis 16.3.2019; Abgabegrund 51; Beitragsgruppen 0110 oder 9111) einzureichen. Durch den Eintritt der K...

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