Kurzbeschreibung

Die Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene Arten des Aufenthaltsstatus und die Auswirkungen auf den Zugang zum Arbeitsmarkt und Wartefristen für die Beschäftigung.

Vorbemerkung

Der Aufenthaltsstatus einer Person entscheidet über die rechtliche Möglichkeit, eine Beschäftigung aufzunehmen. Je nach Status gibt es unterschiedliche Wartefristen und Besonderheiten bei Ausbildung und Praktikum.

Der Zugang zu verschiedenen Arten der Beschäftigung bei Inhabern eines Ankunftsnachweises, einer Aufenthaltsgestattung und einer Duldung wird in einer gesonderten Tabelle dargestellt (Flüchtlinge, Arten der Beschäftigung und Arbeitsförderung für Asylbewerber und Geduldete).

Aufenthaltsstatus und Arbeitsaufnahme von Flüchtlingen

Personengruppe Aufenthaltsstatus Dauer Zugang zu sozialen Leistungen Besonderheiten bei Ausbildung und Praktikum Zugang zum Arbeitsmarkt Wartefrist für Beschäftigung
Asylbewerber Aufenthaltsgestattung, § 55 AsylG; Vorstufe: Ankunftsnachweis, § 63a AsylG Erstmalige Erteilung 6 Monate, dann Verlängerung bis Entscheidung BAMF über Asylantrag Leistungen nach dem AsylBLG Aufnahme einer Ausbildung ab Ablauf der Wartefrist; Ausnahme: Menschen aus" siche-ren Herkunftsstaaten", § 61 Abs. 1 Nr. 3 AsylG; Hospitation[1] in Unternehmen möglich; Aufnahme eines Praktikums[2] hängt von der Art des Praktikums ab Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde und bis zum 48. Monat des Aufenthalts Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit[3] erforderlich, nach 9 Monaten Anspruch auf Beschäftigungserlaubnis bei Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit mindestens 3 Monate, Wartefrist bei Aufenthalt in LEA[4] 9 Monate
Geduldeter Duldung, § 60a AufenthG, vollziehbar ausreisepflichtig, keine Rechtsgrundlage für Aufenthaltstitel Max. 3 Monate verlängerbar Leistungen nach AsylbLG Bei Aufenthalt in Kommune: Aufnahme einer Ausbildung ab dem 1. Tag der Duldung möglich; bei Aufenthalt in LEA nach Ablauf der Wartefrist[5]; Ausnahme in beiden Fällen: Beschäftigungsverbot, § 60a Abs. 6 AufenthG; Hospitation[6] in Unternehmen möglich; Aufnahme eines Praktikums[7] hängt von der Art des Praktikums ab Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde und bis zum 48. Monat des Aufenthalts Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich; freier Zugang erst ab dem 49. Monat des Aufenthalts; Arbeitsverbot nach § 60a Abs. 6 AufenthG möglich[8]

Aufenthalt in der Kommune: 3 Monate bei Zustimmungserfordernis BA[9] erforderlich, wenn keine Zustimmung der BA erforderlich[10] Beschäftigungsaufnahme mit Erlaubnis der Ausländerbehörde ab dem 1. Tag.

Aufenthalt in LEA: Beschäftigungserlaubnis nach 6 Monaten Duldung im Ermessen der Ausländerbehörde möglich.
Anerkannter Flüchtling im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention (§ 3 AsylG) Aufenthaltserlaubnis, § 25 Abs. 2 Satz 1 1. Alt. AufenthG 3 Jahre wie deutsche Staatsbürger   freier Zugang zur Erwerbstätigkeit nein
Asylberechtigter, Art. 16a Abs. 1 GG Aufenthaltserlaubnis, § 25 Abs. 1 AufenthG 3 Jahre wie deutsche Staatsbürger   freier Zugang zur Erwerbstätigkeit nein
International subsidiär Schutzberechtigter, § 4 AsylG Aufenthaltserlaubnis, § 25 Abs. 2 Satz 1 2. Alt. AufenthG mind. 1 Jahr wie deutsche Staatsbürger   freier Zugang zur Erwerbstätigkeit nein
Person mit nationalem Abschiebungsverbott (z.B. Krankheit, im Herkunftsland, konkrete Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit) Aufenthaltserlaubnis, § 25 Abs. 3 AufenthG mind. 1 Jahr Zugang zu SGB II/SGB XII-Leistungen, bei anderen Leistungen teilweise Einschränkung   freier Zugang zur Erwerbstätigkeit nein
[1] Der Hospitant erhält einen Einblick in betriebliche Abläufe, ohne sich aktiv einzubringen. Der Hospitant darf kein Entgelt erhalten und keine Leistungen erbringen, die für den Arbeitgeber wirtschaftlich verwertbar sind (§§ 4 Abs. 3 i.V.m. 2 Abs. 2 AufenthG).
[2] Siehe gesonderte Checkliste.
[3] Ausnahmen vom Zustimmungserfordernis § 32 Abs. 2 Nr. 3 und 4 BeschV.
[4] Landeserstaufnahmestelle,
[5] Bei Aufnahme einer staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildung mit einer Dauer von mindestens 2 Jahren und Erfüllung weiterer Voraussetzungen Erteilung einer Ausbildungsduldung gem. § 60c AufenthG möglich, dadurch Sicherung des Aufenthalts während der Ausbildung
[6] Der Hospitant erhält einen Einblick in betriebliche Abläufe, ohne sich aktiv einzubringen. Der Hospitant darf kein Entgelt erhalten und keine Leistungen erbringen, die für den Arbeitgeber wirtschaftlich verwertbar sind (§§ 4 Abs. 3 i.V.m. 2 Abs. 2 AufenthG).
[7] Siehe gesonderte Checkliste.
[8] Dies ist der Fall, wenn der Betroffene eingereist ist, um Sozialleistungen zu beziehen, sich der Abschiebung entzogen hat oder er aus einem sicheren Herkunftsland stammt.
[9] Zustimmungserfordernis der Bundesagentur für Arbeit bis einschl. 48. Monat des Aufenthalts.
[10] Zustimmungserfordernis § 32 Abs. 2 Nr. 3 und 4 BeschV.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge