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| Befristete Verträge

Profifußballer sind keine "normalen" Arbeitnehmer

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz urteilte: Kein Fußball bis zur Rente
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Aufatmen im Profifußball: Befristete Verträge für Spieler sind rechtmäßig. Das entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz jetzt im Fall von Heinz Müller, dem früheren Torwart des Bundesligisten FSV Mainz 05.

Das gängige System befristeter Verträge im Fußball bleibt vorerst, wie es ist. Durch dieses Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz bleiben dem deutschen Profifußball radikale Umwälzungen erst einmal erspart.

Spieler sind keine "normalen" Arbeitnehmer

In einem brisanten Rechtsstreit zwischen dem Bundesligisten FSV Mainz 05 und seinem früheren Torwart Heinz Müller entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, dass Vereine ihren Spielern auch weiterhin befristete Zwei-, Drei- oder Vierjahresverträge geben können. Das Gericht argumentierte, dass bei Profifußballern eine besondere "Eigenart der Arbeitsleistung"vorliege. Deshalb seien sie arbeitsrechtlich auch nicht wie "normale" Arbeitnehmer zu behandeln.

Klage auf Fortbestand eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses

Der heute 37 Jahre alte Müller hatte 2012 einen neuen Zweijahresvertrag in Mainz unterschrieben. Der sollte sich ab einer bestimmten Anzahl von Bundesliga-Einsätzen automatisch verlängern. Ein halbes Jahr vor Ablauf dieses Vertrages sortierte der damalige 05-Trainer Thomas Tuchel den Torwart in der Winterpause der Saison 2013/14 aus. Müller musste den Verein im Sommer 2014 verlassen und zog vor das Arbeitsgericht. Er klagte auf "Feststellung des Fortbestandes als unbefristetes Arbeitsverhältnis". Das Arbeitsgericht Mainz hatte der Klage tatsächlich im März 2015 stattgegeben und damit größte Befürchtungen bei Vereinen und Verbänden geweckt. Denn was würde passieren, wenn Spieler nach zwei Jahren nur noch unbefristete Verträge erhalten dürften? Müssen sie dann bis zur Rente bezahlt werden? Würde das Transfersystem dann völlig zusammenbrechen?

Große Erleichterung überall im Profifußball

Dass das Landesarbeitsgericht dieses erste Urteil nun gekippt hat, sorgte im Fußball für große Erleichterung - auch wenn Müller und sein Anwalt noch in Revision gehen und vor das Bundesarbeitsgericht oder sogar vor den Europäischen Gerichtshof ziehen können. "Wir freuen uns über dieses klare Votum", erklärte die Deutsche Fußball Liga in einer ersten Reaktion. Es sei nicht zu verkennen, "dass der Vergleich von millionenschweren Fußballern mit Fließbandarbeitern hakt", sagte der Arbeitsrechtsexperte Manuel Evertz aus der Kanzlei CMS Hasche Sigle.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Die Spielergewerkschaft VdV verwies allerdings darauf, dass ausdrücklich Revision zugelassen wurde. Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler fordert seit langem, eine Art Tarifvertrag für Profis einzuführen und dadurch Rechtssicherheit zu schaffen.

dpa/Haufe Online Redaktion

Befristeter Arbeitsvertrag, Arbeitsgericht, Fußball

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