Das Arbeitsgericht Köln urteilte: Befristete Verträge für Profi-Fußballer sind rechtmäßig. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Befristete Verträge für Profi-Fußballer sind rechtmäßig, auch bei Regionalliga-Spielern. Das hat jetzt das Arbeitsgericht Köln im Fall eines Berufsfußballers des FC Viktoria Köln entschieden – und dabei auch auf den bekannten Fall des früheren Torwarts Heinz Müller Bezug genommen.

Im aktuellen Fall vor dem Arbeitsgericht Köln ging es um den befristeten Vertrag eines Berufsfußballers, der seit Anfang 2014 beim FC Victoria Köln 1904 e.V  beschäftigt ist. Die Arbeitsrichter befanden die Befristung seines Arbeitsvertrags für rechtmäßig: Die "Eigenart der Arbeitsleistung" rechtfertige ungeachtet der geringeren Verdienstmöglichkeiten auch in der Regionalliga die Befristung, argumentierten die Kölner Richter und wiesen die Klage ab.

Befristung des Vertrags:  Profifußballer keine normalen Arbeitnehmer 

In seiner Begründung bezog sich das Arbeitsgericht Köln auf den Rechtsstreit vor dem Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz, welches im Fall von Heinz Müller, dem früheren Torwart des Bundesligisten FSV Mainz 05, voriges Jahr für Aufregung im Profifußball gesorgt hatte: Auch Heinz Müller hatte wie der Spieler von FC Viktoria Köln auf "Feststellung des Fortbestandes als unbefristetes Arbeitsverhältnis" geklagt hatte, da Trainer Tuchel ihn sozusagen "aussortiert" hatte.

Das LAG Rheinland-Pfalz entschiede dass Vereine ihren Spielern auch weiterhin befristete Zwei-, Drei- oder Vierjahresverträge geben können (LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 17.02.2016, Az: 4 Sa 202/15). Das Gericht argumentierte, dass bei Profifußballern eine besondere "Eigenart der Arbeitsleistung" vorliege. Deshalb seien sie arbeitsrechtlich auch nicht wie "normale" Arbeitnehmer zu behandeln. 

Befristung im Profifußball:  rechtmäßig oder nicht?

Die Vorinstanz, das Arbeitsgericht Mainz, hatte Müllers Klage im März 2015 noch stattgegeben und damit größte Befürchtungen bei Vereinen und Verbänden geweckt. Denn was würde passieren, wenn Spieler nach zwei Jahren nur noch unbefristete Verträge erhalten dürften? Müssen sie dann bis zur Rente bezahlt werden? Würde das Transfersystem dann völlig zusammenbrechen?

Entscheidung des BAG steht noch aus

Dass das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz das erstinstanzliche Urteil im vorigen Jahr kippte, hatte im Fußball überall für große Erleichterung gesorgt. "Wir freuen uns über dieses klare Votum", erklärte die Deutsche Fußball Liga in einer ersten Reaktion. Es sei nicht zu verkennen, "dass der Vergleich von millionenschweren Fußballern mit Fließbandarbeitern hakt", sagte der Arbeitsrechtsexperte Manuel Evertz aus der Kanzlei CMS Hasche Sigle.

Dieser Rechtsstreit ist allerdings derzeit noch beim Bundesarbeitsgericht anhängig (7 AZR 312/16). Die Entscheidung steht noch aus. Auch gegen das aktuelle Urteil des Arbeitsgericht Köln kann Berufung beim Landesarbeitsgericht Köln eingelegt werden.

Hinweis: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 19.10.2017; Az: 11 Ca 4400/17; LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 17.02.2016, Az: 4 Sa 202/15.

Schlagworte zum Thema:  Befristeter Arbeitsvertrag, Arbeitsgericht, Fußball

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