Auch wenn man den Weg zur Arbeit erst freischaufeln muss, ist das keine Ausrede für Zuspätkommen. Es besteht dann kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Bild: Haufe Online Redaktion

Jedes Jahr sorgen Schnee und Eisglätte auf den Straßen für Staus und Verspätungen. Was gilt rechtlich, wenn Arbeitnehmer dann zu spät zur Arbeit kommen? Müssen sie mit Gehaltseinbußen rechnen? Wer trägt das sogenannte Wegerisiko?

Bei Schnee im Stau steckengeblieben oder viel Zeit für das Freischaufeln des Autos verbraucht: Wenn Arbeitnehmer bei Schnee und Eis auf der Straße zu spät zur Arbeit kommen, zählen diese Ausreden nicht. Es gilt der Grundsatz: Das Wegerisiko trägt der Arbeitnehmer.

Wegerisiko: wegen Schnee zu spät zur Arbeit

Denn: Bei witterungsbedingtem Zuspätkommen kann sogar von einem Verschulden des Mitarbeiters ausgegangen werden. In der Winterzeit muss er nämlich damit rechnen, dass es über Nacht schneit oder die Straßen glatt werden. Deshalb muss er dies bei seiner kalkulierten Fahrzeit zum Betrieb mit einberechnen und entsprechend früher von zu Hause aus aufbrechen.

Beispiel: Wann besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Verspätung?

Etwas anderes gilt selbstverständlich in dem Fall, dass über Nacht ein Sturm Bäume entwurzelt, die zu Straßensperrungen führen. Hiermit muss ein Arbeitnehmer grundsätzlich nicht rechnen.

Nehmen wir zur Verdeutlichung das folgende Beispiel: Mehrere Arbeitnehmer kommen zu spät zur Arbeit. Sie standen im Stau wegen einer Straßensperrung oder mussten wegen Schnee und Glatteis langsamer als üblich fahren. Sie verlangen vom Arbeitgeber die Bezahlung der ausgefallenen Arbeitszeit, da sie für die Verspätung nichts konnten.

> Haben die Arbeitnehmer Anspruch auf Bezahlung der ausgefallenen Arbeitszeit?

Die Mitarbeiter haben keinen Anspruch auf Bezahlung der ausgefallenen Arbeitszeit. Zwar können die Mitarbeiter nichts für eine Straßensperrung, sodass sie das Zuspätkommen nicht verschuldet haben. Sie können auch nichts dafür, dass die Straßen glatt waren und sie deshalb langsamer fahren mussten als üblich. Der Grund des Fehlens zu Beginn der Arbeitszeit liegt aber nicht in der Person der Mitarbeiter, sondern in der objektiven Verkehrslage. Diese betrifft alle Beschäftigten aus der entsprechenden Fahrtrichtung.

Praxis-Tipp für Arbeitgeber zur Pünktlichkeit der Arbeitnehmer

Gibt es insbesondere in der Winterzeit Probleme mit der Pünktlichkeit der Mitarbeiter, sollte durch einen Aushang am Schwarzen Brett darauf hingewiesen werden, dass die durch die Verspätung ausfallende Arbeitszeit nicht bezahlt werden muss und es deshalb im eigenen Interesse der Beschäftigten liegt, rechtzeitig von zu Hause aus loszufahren.

Schlagworte zum Thema:  Entgeltfortzahlung

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