Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Landes Hessen
Nach der Einigung in der TV-L-Tarifrunde im Februar 2026 finden nun die Tarifverhandlungen für die Tarifbeschäftigten des Landes Hessen statt. Hessen ist das einzige Bundesland, das nicht Mitglied in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist, weshalb eigenständige Tarifverhandlungen stattfinden. Verhandlungsführer des Landes Hessen ist Innenminister Roman Poseck. Auf Seiten der Gewerkschaften verhandeln die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der dbb beamtenbund und tarifunion, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).
Kernforderungen der Gewerkschaften in der Tarifrunde TV-H 2026
Das sind die wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften im Überblick:
- Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens 300 Euro
- Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden (BBIG und Pflege) und Praktikanten um 200 Euro
- Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung
- Einbeziehung der studentischen Beschäftigten in den Geltungsbereich des TV-H
- Eine Laufzeit von 12 Monaten hinsichtlich der Entgelte
Weitere Erwartungen der Gewerkschaften:
- Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent des Monatsentgeltes
- Einen zusätzlichen Urlaubstag für Gewerkschaftsmitglieder
- Evaluierung der schuldrechtlichen Vereinbarung zur Befristungspraxis bei den Hochschulen und Maßnahmen zur verbindlichen Umsetzung
- Wohnzuschuss für Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten in Höhe von 50 Euro monatlich.
- Evaluierung und Überarbeitung der Eingruppierung von Lehrkräften
- Erhöhung der Zeitzuschläge zum Beispiel für Nachtarbeit, Sonntagsund Feiertagsarbeit um 20 Prozentpunkte
- Zeitgleiche und systemgerechte Übernahme des Tarifergebnisses auf Beamtinnen/Beamte sowie Versorgungsempfänger/-innen
Die Hauptforderungen in Bezug auf Entgelt, Laufzeit und Übertragung des Ergebnisses auf die Beamt:innen sind identisch mit den Gewerkschaftsforderungen in der TV-L-Tarifrunde.
Sachliche und konstruktive zweite Verhandlungsrunde
Der dbb beurteilte die Gespräche insgesamt als sachlich und konstruktiv. Erörtert worden seien insbesondere die Themen aus der Evaluation der Entgeltordnung, die Absicherung besonders gefährdeter Personengruppen, die Zulage für die Wachpolizei, eine Mitgliedervorteilsregelung sowie Verbesserungen bei der Übernahme von Auszubildenden und bei den Zuschlägen. Darüber hinaus seien Vorschläge des Arbeitgebers zu einzelnen, überwiegend redaktionellen Themen des Manteltarifvertrags des TV-Hessen diskutiert worden.
Wie geht es weiter?
Nach den Verhandlungsrunden am 27. Februar 2026 sowie am 9. und 10. März werden die Gespräche am 26. und 27. März 2026 in Seeheim-Jugenheim fortgesetzt.
Die Tarifverhandlungen in Hessen betreffen etwa 45.000 Arbeitnehmende, indirekt knapp 120.000 Landes- sowie Kommunalbeamtinnen und -beamte, auf die das Tarifergebnis übertragen werden soll. Ebenfalls indirekt betroffen sind über 95.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger.
Das könnte Sie auch interessieren:
Gewerkschaften stimmen der TV-L Tarifrunde 2026 zu
-
Entgelttabelle TV-L
1.553
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
1.5452
-
Krankmeldung im öffentlichen Dienst
1.4201
-
Einigung in der Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder
1.238
-
Entgelttabelle TVöD/VKA
1.155
-
TVöD-Tarifrunde für Kommunen und den Bund 2025: Redaktionsverhandlungen abgeschlossen
1.075
-
Urlaubsanspruch auch bei Erwerbsminderungsrente
602
-
Entgelttabelle TVöD - Sozial- und Erziehungsdienst
528
-
Hilfsweise ordentliche Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“
523
-
Probezeitkündigung im öffentlichen Dienst - das gilt es zu beachten
465
-
Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Landes Hessen
18.03.2026
-
Gewerkschaften stimmen der TV-L Tarifrunde 2026 zu
13.03.2026
-
Urlaub wird auf der Grundlage von Arbeitstagen berechnet
12.03.2026
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
10.03.20262
-
Polizeikommissarin wegen Änderung des Geschlechtseintrags von Beförderung ausgeschlossen
05.03.2026
-
Mehr Schutz für Gerichtsvollzieher: Notrufpager mit Mithörfunktion und neue Ausrüstung
26.02.2026
-
Thüringen muss AfD-Bewerber für Landesverwaltungsamt anhören
25.02.2026
-
Mehr internationale Ärztinnen und Ärzte in Deutschland: Anteil ausländischer Mediziner verdoppelt
25.02.2026
-
Rechtswidrige Abberufung einer Gleichstellungsbeauftragten
19.02.2026
-
Dienstanweisungen zu Schwangerschaftsabbrüchen
19.02.2026