Beschäftigte beim Deutschen Roten Kreuz sollen mehr Gehalt bekommen. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach der erfolglosen dritten Runde der Tarifverhandlungen für Beschäftigte des Deutschen Roten Kreuzes, werden die Verhandlungen am 5.6.2018 fortgeführt. Trotz konstruktiver Gespräche sind sich die Tarifparteien einig, dass sie noch mehr Zeit brauchen. Lesen Sie hier den aktuellen Stand.

Seit 15.3.2018 verhandeln die Bundestarifgemeinschaft des Deutschen Roten Kreuzes (BTG) mit der Gewerkschaft ver.di in der Tarifrunde 2018 für Beschäftigte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die Gewerkschaft fordert Entgeltsteigerungen von 7,5 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro pro Monat. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro pro Monat angehoben werden.

Nach der vergangenen dritten Runde der Tarifverhandlungen am 17.5.2018 in Berlin ist von konstruktiven Gesprächen und einer gemeinsamen Annäherung die Rede. Bis zur Fortführung der Tarifverhandlungen am 5.6.2018 treffen Expertengruppen Vorbereitungen für die weiteren Gespräche.

Angebot der Arbeitgeber in der Tarifrunde 2018

Als Vorsitzender der BTG warnte Christian Reuter ver.di davor, den Bogen des wirtschaftlich Vertretbaren für das DRK nicht zu überspannen.

Die Arbeitgeber haben eine lineare Erhöhung der Gehälter um 2,4 Prozent ab 1.7.2018 und um weitere 2,2 Prozent ab 1.7.2019 sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 220 Euro zum 1.4.2018 angeboten

Außerdem sollen die Auszubildenden zum 1.4.2018 eine Einmalzahlung von 220 Euro erhalten sowie eine Erhöhung ihrer Vergütung um 50 Euro zum 1.7.2018 und um weitere 50 Euro zum 1.7.2019. Auch soll die Jahressonderzahlung der Auszubildenden für 2018 auf 75 Prozent und für 2019 auf 90 Prozent der Vergütung angehoben werden.

Der Nachtzuschlag soll für die Beschäftigten zum 1.1.2019 von 1,50 Euro auf 2 Euro pro Stunde erhöht werden. Auch signalisieren die Arbeitgeber die Bereitschaft, die Funktionszulagen zum 1.1.2019 um 3 Prozent anzuheben.

Gewerkschaft fordert ein besseres Angebot

ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte, dieses Angebot sei nicht akzeptabel. ver.di lasse nicht zu, dass die Beschäftigten beim DRK von der allgemeinen Tarifentwicklung abgehängt werden.  Die Beschäftigten haben die klare Erwartung an die Arbeitgeber, die Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten. Ein zeitgemäßer Tarifvertrag soll neue Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für ein altersgerechtes Arbeiten und für Gesundheitsschutz schaffen.

Rund 30.000 Beschäftigte des DRK betroffen

Bundesweit arbeiten beim DRK insgesamt rund 150.000 Menschen. Die Tarifverträge der BTG gelten unmittelbar für rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK. Derzeitige Mitglieder der BTG sind die Landestarifgemeinschaften der Landesverbände Baden-Württemberg, Badisches Rotes Kreuz, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie das Generalsekretariat in Berlin und die Sondertarifgemeinschaften Cloppenburg, Ostholstein, Soltau, Steinburg und Verden.

Die Beschäftigten beim DRK arbeiten im Rettungsdienst, im Krankenhaus, in der Altenpflege, in der Behindertenpflege, in Kindertagesstätten, der Kinder- und Jugendhilfe, in der Bildungsarbeit und im Blutspendedienst.

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Schlagworte zum Thema:  Tarifverhandlung, Krankenhaus

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