18.11.2013 | E-Government

Mobile Verwaltung: Behörden investieren verstärkt in Bürger-Apps

Können Bürger bald auch Behörden-Apps nutzen?
Bild: Haufe Online Redaktion

40 Prozent der Behörden in Deutschland planen, bis 2015 in Mobile Government, also in Angebote für Smartphones und Tablets, zu investieren.

Der Bereich erfährt eine spürbare Belebung, denn 2012 war der Anteil der Verwaltungen, die Erstinvestitionen planten, mit 25 Prozent noch erheblich niedriger. Was den Umstellungsprozess noch etwas bremst, ist eher eine kulturelle Hürde. Mobile Government bedeutet auch mehr Bürgerbeteiligung, und das ist für Behörden noch ungewohnt.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Branchenkompass 2013 Public Services“ von Steria Mummert Consulting, für die 100 Entscheider aus 100 deutschen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen befragt wurden.

Schnellere und einfachere Kommunikation mit den Bürgern

Mit Dialog- und Mitmachplattformen wollen die Behörden künftig auf eine stärkere Bürgerbeteiligung setzen. Immer mehr Entscheider weisen dem eine enorme Bedeutung zu. „Mobile Anwendungen für Bürger könnten die Verwaltungen mittelfristig erheblich entlasten“, sagt Public-Services-Experte Peter Krolle von Steria Mummert Consulting. Dadurch könnten Ressourcen eingespart beziehungsweise sinnvoller eingesetzt werden. Zudem gewährleiste diese neue Form der Bürgerbeteiligung eine schnellere Erfassung und Bearbeitung von Störungen und Schäden. So könnten Meldungen über defekte Straßenlaternen oder Asphaltschäden von jedem Bürger einfach per Smartphone an die zuständige Behörde weitergeleitet werden. Damit solche spezifischen Angebote der Verwaltungen auch gefunden werden, hat die Bundesregierung bereits 2012 den App-Store „GovApps“ (www.govapps.de) ins Leben gerufen.

Skepsis in den Behörden ist noch groß

Bei der Einschätzung der Bedeutung von Mobile Government gibt es aber starke regionale Unterschiede. So haben im süddeutschen Raum bereits neun von zehn Verwaltungen in entsprechende Maßnahmen investiert oder planen, dieses zu tun. In ostdeutschen Behörden sind es hingegen nur 16 Prozent.

Unabhängig davon, inwieweit einzelne Verwaltungen bereits in Richtung Mobile Government investiert haben, ist die Skepsis noch recht groß. 88 Prozent der befragten Verwaltungsentscheider sehen in der Umstellung auf digitale Anwendungen die größte Herausforderung für den Behördensektor. Denn mit einfachen technischen Maßnahmen ist es nicht getan. Es müssen Mitarbeiter geschult und bereitgestellt werden, die derzeit nicht ausreichend vorhanden sind. Hier ist ein grundlegender Mentalitätswandel gefragt, denn für viele Behördenmitarbeiter ist das Thema Bürgerbeteiligung generell noch Neuland. 65 Prozent der befragten Entscheider sehen entscheidende Hindernisse beim Umstieg auf neue Kommunikationswege in der Verwaltungskultur. Diese Herausforderung fängt bei den Führungskräften in den Verwaltungen an, denn fast jedem dritten Befragten ist der Nutzen von Mobile Government noch nicht klar.

Eine der ersten Aufgaben muss es also sein, die Vorteile digitaler Anwendungen aufzuzeigen. Sobald der Blick der relevanten Entscheider in den Verwaltungen dafür geschärft ist, können mobile Anwendungen das öffentliche System enorm entlasten, weil die verstärkte Bürgerbeteiligung Ressourcen für andere Bereiche freigibt, so das Ergebnis der Studie.


Schlagworte zum Thema:  Verwaltung, E-Government, Behörde

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