Kein weiterer Personalabbau in Mecklenburg-Vorpommern
Die Landesregierung verabschiedet sich von ihren strengen Maßgaben zum Personalabbau und ermöglicht vom kommenden Jahr an sogar Einstellungen über den aktuellen Bedarf hinaus. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zum Abschluss einer zweitägigen Kabinettsklausur auf Schloss Basthorst bei Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) sagte, wird das Personalkonzept ausgesetzt.
Mehr Geld für die Landesverwaltung
Damit entfalle auch die darin noch vorgesehene Streichung von 100 weiteren Stellen. Pro Ressort könnten zudem 14 zusätzliche Fachleute eingestellt werden. Dafür stehen laut Schwesig aus den Etatüberschüssen des Jahres 2018 für die kommenden fünf Jahre insgesamt 50 Millionen Euro bereit. «Das ist ein Signal an die Beschäftigten, dass es jetzt keinen weiteren Stellenabbau geben wird, und an die Bürger, dass wir eine leistungsfähige Verwaltung sicherstellen», sagte die Regierungschefin.
In 15 Jahren wurde fast ein Viertel der Stellen abgebaut
Nach ihren Angaben wurden in den zurückliegenden 15 Jahren mehr als 10.000 Stellen in der Landesverwaltung abgebaut und damit fast ein Viertel des Personals. Das habe zu einer Arbeitsverdichtung geführt, räumte Schwesig ein. Doch sei der Personalabbau ein entscheidender Baustein zur Konsolidierung der Landesfinanzen gewesen. Diese Personalpolitik habe aber auch dazu geführt, dass kaum neue Fachkräfte hätten eingestellt werden können. «Uns fehlt die Verjüngung des Personalkörpers», sagte Schwesig.
Junge Fachkräfte sollen gewonnen werden
Die Situation drohe sich weiter zu verschärfen, weil in den kommenden zehn Jahren etwa die Hälfte der noch 34.600 Mitarbeiter in den Ruhestand gehe. Mit den zusätzlichen Stellen sollten nun junge Fachkräfte rechtzeitig gebunden und in den kommenden fünf Jahren ein fließender Übergang erreicht werden. «Der Wettbewerb um gute Fachkräfte wird noch schärfer werden. Darauf müssen wir uns vorbereiten», sagte Schwesig unter Hinweis auf den wachsenden Bedarf auch in der Wirtschaft.
Personalkonzept für vier Jahre ausgesetzt
Die zunächst auf vier Jahre befristete Aussetzung des Personalkonzeptes eröffne die Chance, dringend benötigten Nachwuchs für die Ministerien gewinnen zu können. «Eine handlungsfähige Verwaltung ist eine wichtige Voraussetzung für eine stabile Demokratie in unserem Land», betonte Schwesig. Gleichzeitig solle ressortübergreifend nach Wegen gesucht werden, Verwaltungsprozesse zu optimieren.
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