Grüne: Öffentliche Verwaltung muss mehr Frauen fördern
«Es ist beschämend, dass es immer noch so wenig Frauen an der Spitze unserer Behörden gibt», sagte Walker in Stuttgart. Sie appellierte an die Verwaltungschefs, Führungsposten gezielt an Frauen zu geben und sich eine verbindliche Quote zu setzen. Auch die Räte in den Kommunalparlamenten müssten sich bei Stellenbesetzungen für qualifizierte Frauen starkmachen. «Es gibt genügend qualifizierte und motivierte Frauen, die sich für Führungsaufgaben empfehlen», sagte die Landesvorsitzende.
Öffentliche Verwaltung sollte Vorbild sein, hat aber großen Nachholbedarf
Die öffentliche Verwaltung sollte Vorbild bei der Frauenförderung sein. Stattdessen seien die Behörden ein schlechtes Beispiel: «Wir können nicht nur von den Unternehmen fordern, den Frauenanteil in Spitzenpositionen zu erhöhen. Auch die öffentliche Verwaltung hat enormen Nachholbedarf und muss sich endlich bewegen.»
So sei die Situation in den Landratsämtern «frustrierend». Unter den 35 Landräten seien gerade einmal zwei Landrätinnen. Von den rund 160 Dezernenten-Stellen seien nur rund 16 Prozent mit Frauen besetzt. Bei den Amtsleiter-Stellen liege der Anteil bei etwa 22 Prozent, sagte sie nach einer Betrachtung der Organigramme der Landkreise.
Aber auch in den Landesministerien gebe es Nachholbedarf. Unter der grün-roten Landesregierung sei zwar ein Drittel der Ministerposten mit Frauen besetzt. Doch bei den Ministerialdirektoren liege die Frauenquote nur bei rund einem Fünftel. In den Führungsebenen darunter verschlechtere sich der Frauenanteil weiter.
Walker verwies darauf, dass an den baden-württembergischen Verwaltungshochschulen in Ludwigsburg und Kehl seit Jahren mehr Frauen als Männer einen Abschluss machen. An mangelnder Qualifikation könne der geringe Frauenanteil also nicht liegen. Walker: «Die Verwaltungschefs müssen also nur wollen.»
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