Bis zum Jahr 2025 wird mit einem deutlich steigenden Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern in Kitas gerechnet. Bisher arbeiten in der Kindertagesbetreuung nach wie vor überwiegend Frauen. Der Männeranteil ist in den vergangenen 10 Jahren von 3,1 auf 5,8 Prozent leicht gestiegen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2017 bundesweit im Jahresdurchschnitt rund 11.000 unbesetzte Arbeitsstellen für Fachkräfte in der Kindererziehung und -betreuung gemeldet. Dies teilt die Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit (Drucksache 19/2928).

Auf 100 gemeldete freie Stellen seien durchschnittlich 104 Arbeitslose mit entsprechendem Zielberuf gekommen. Im vergangenen Jahr arbeiteten nach Angaben der Regierung 593.683 pädagogische Fachkräfte einschließlich Praktikanten und Freiwilligen im sozialen Jahr (FSJ) in Kindertagesstätten. Der Männeranteil sei in den vergangenen zehn Jahren von 3,1 auf 5,8 Prozent gestiegen.

Stark steigender Bedarf nach Kinderbetreuung

In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 470.000 Kita- und Krippenplätze geschaffen. Für Kinder ab dem vollendeten ersten bis zum dritten Lebensjahr wurde zum 1. August 2013 der Rechtsanspruch auf ein bedarfsgerechtes Angebot eingeführt. Für die Kinder über drei Jahren bis zum Schuleintritt gilt dieser subjektive Anspruch schon lange. Doch bis 2020 werden nach Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts gut weitere 350.000 Plätze für Kinder bis zum Schuleintritt gebraucht. Jüngste Berechnungen, wie sich der Bedarf bis 2025 unter Einbeziehung der Grundschulkinder und unter Berücksichtigung der Elternwünsche entwickelt, zeichnen ein noch deutlicheres Bild: Bis 2025 würden demnach bis zu 308.000 U3-Plätze, rund 296.000 Ü3-Plätze sowie fast 492.000 Plätze für Grundschulkinder in Horten (134.000) und Ganztagsschulen (358.000) fehlen. Zusammen genommen würden somit in den Jahren bis 2025 fast 1,1 Millionen zusätzliche Betreuungsplätze notwendig, was deutlich über dem liegt, was in den zurückliegenden zehn Jahren geschaffen wurde.

Fachkräfte werden dringend gesucht

Das Deutsche Jugendinstitut geht von einer Fachkräftelücke von bis zu 390.000 Erzieherinnen und Erziehern bis zum Jahr 2025 aus. Mit der geplanten Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen wird sich der Bedarf nach Erzieherinnen und Erziehern noch weiter verschärfen.

Nach Angaben der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit betrug der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen im Jahresdurchschnitt 2017 für Fachkräfte in der Kindererziehung und -betreuung bundesweit rund 11.000 Arbeitsstellen. Nach Angaben der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit betrug die Arbeitslosen-Erwerbspersonen-Relation für Fachkräfte in der Kindererziehung und -betreuung in Deutschland im Jahr 2017 nur 1,6 Prozent.

Männeranteil steigt leicht

Am 1. März 2017 waren 5,2 Prozent der pädagogisch arbeitenden Personen in Kitas Männer, der Anteil der Männer belief sich 2017 auf insgesamt 5,8 Prozent.

Bund will Länder und Kommunen bei Personalgewinnung unterstützen

Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort auf die Frage zum Thema Kinderbetreuung darauf hin, dass für gute frühe Förderung gut ausgebildete und ausreichend Fachkräfte gebraucht werden. Deshalb sei es notwendig, mehr Menschen für den wichtigen Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers zu gewinnen. Gleichzeitig müsse es gelingen, bereits Beschäftigte länger im Beruf zu halten.

Die Attraktivität dieses Berufsfeldes hängt stark von den Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt von der Bezahlung ab. Die Vergütung von Erzieherinnen und Erziehern wird von den Tarifpartnern ausgehandelt. Der Bund wird die Länder und Kommunen – wie bereits in der letzten Legislaturperiode – beim Ausbau des Angebots, aber auch bei der Steigerung der Qualität der Kindertagesbetreuung und des Angebots an Kindertagespflege unterstützen – so die Aussage in der Stellungnahme zur Anfrage. Aus den Mitteln, die den Ländern zur Verfügung stehen, sollen auch weitere Formen der berufsbegleitenden oder praxisorientierten Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern gefördert werden können.

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