Ruhigeres Arbeiten ist oft nur bei Fahrten in der 1. Klasse möglich. Bild: Michael Bamberger

Das Finanzministerium will es in Zukunft den Ministerien überlassen, ob ihre Mitarbeiter bei Dienstreisen mit dem Zug in der 1. oder 2. Klasse fahren.

Beamtenbundchef Volker Stich kritisierte diese  Entscheidung und forderte ihre Korrektur. Viele Personalräte etwa erledigten im Zug gerne Dienstliches. «Es gibt aber Bahnverbindungen in Baden-Württemberg, etwa vom Bodensee nach Stuttgart, bei denen in der 2. Klasse an Arbeiten nicht zu denken ist.» Es gebe Strecken, auf denen die Züge so voll seien, dass man in der 2. Klasse keinen Platz für seine Unterlagen habe, sagte Stich.

Ministerium: Weiter Reisen in der 1. Klasse möglich

Das Ministerium kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Schließlich soll das Fahren in der 1. Klasse auch künftig möglich sein, sagte ein Sprecher.

Das Gesetz soll bis Anfang 2018 in den Landtag eingebracht werden. Pro Jahr gibt das Land rund 35 Millionen Euro für Dienstreisen seiner Beschäftigten aus.

«In Zukunft soll die Priorität bei Dienstreisen mit der Bahn auf der 2. Klasse liegen», sagte der Ministeriumssprecher. Dass die Betroffenen etwa freitags in den überfüllten Bahnen auf langen Strecken besser in der 1. Klasse arbeiten können, sei verständlich. «Mit der geplanten Neuregelung kann jedes Ministerium für seinen Geschäftsbereich eigenverantwortlich und bedarfsorientiert eine Regelung treffen.» Wie viel Geld so gespart werden kann, sei noch nicht absehbar.

Schlagworte zum Thema:  Baden-Württemberg, Beamte, Deutsche Bahn

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