Beamtinnen und Beamte können sich in vielen Bundesländern über eine deutliche Erhöhung ihrer Bezüge freuen. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach der Tarifrunde TV-L für die Beschäftigten der Länder ist regelmäßig die Frage, ob das Tarifergebnis auf die Landesbeamtinnen und -beamten übertragen wird. Hier ist der Stand der Besoldungsrunden der Länder im Überblick, insbesondere der neue Stand in Bayern.

In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften Ende Februar 2017 auf insgesamt 4,35 Prozent mehr Lohn innerhalb von zwei Jahren und dazu noch einige Nebenleistungen geeinigt.

Tariferhöhung TV-L 2017 in zwei Schritten und neue Entgeltstufe 6

Rückwirkend zum 1. Januar 2017 gibt es für die Beschäftigten 2,0 Prozent und ab dem 1. Januar 2018 nochmals 2,35 Prozent mehr Geld, mindestens aber 75 Euro für untere Entgeltgruppen. Eine neue Entgeltstufe 6 insbesondere für Lehrer kommt in zwei Schritten bis zum 1. Oktober 2018. Das bedeutet im Schnitt 150 Euro mehr für die betroffene Personengruppe.

Für die Sozial- und Erziehungsdienste sowie für die Krankenpflege gab es ebenfalls einen Ausgleich. Sozialarbeiter erhalten demnach Zulagen von 50 bis 100 Euro. Auszubildende bekommen 2017 und 2018 jeweils 35 Euro zusätzlich, Erzieherinnen und Kita-Leitungen 80 Euro mehr. Bis 2019 soll für diesen Bereich eine neue Entgeltordnung ausgehandelt werden.

Übersicht zu Besoldungsanpassungen für Beamte

Dieser Zusammenstellung zeigt, wann in welchem Bundesland auch die Einkommen der Beamtinnen und Beamten steigen sollen.

Baden-Württemberg: Die Bezüge werden 2017 um 2 Prozent (abzüglich 0,2 Prozentpunkte zwecks Zuführung zur Versorgungsrücklage) angehoben, wobei Beamtinnen und Beamten mit einem Grundbetrag von unter 3.750 Euro auf jeden Fall 75 Euro erhalten. In 2018 wird eine Erhöhung um 2,35 Prozent sowie zusätzlich um 0,325 Prozent vorgenommen. Die Anpassungen erfolgen bis Besoldungsgruppe A 9 jeweils zum 1.3., für Besoldungsgruppe A 10 zum 1.5. und für die übrigen Betroffenen zum 1.6.2017. Darüber hinaus soll zum 1.1.2018 die Absenkung der Eingangsbesoldung rückgängig gemacht werden.

Bayern: Die Landesregierung wird die Bezüge zum 1.8.2017 um 2 Prozent und zum 1.1.2018 um 2,35 Prozent erhöhen. Zudem soll am 1.8.2017 eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro gezahlt werden, der sog. Bayern-Bonus.

Berlin: Der Senat plant die Übernahme des Tarifabschlusses zuzüglich eines 1-prozentigen Zuschlags zur Angleichung der Bezüge an den Durchschnitt der anderen Bundesländer. Noch offen ist, zu welchem Datum die Erhöhung sowohl 2017 als auch 2018 erfolgen soll.

Brandenburg: Die Dienst- und Versorgungsbezüge steigen zum 1.1.2017 um 2,65 Prozent (abzüglich 0,2 Prozent für die Versorgungsrücklage) und ab 1.1.2018 um weitere 2,85 Prozent.

Bremen: Die Bezüge werden zum 1.7. 2017 um 2 Prozent, mindestens aber um 75 Euro, und zum 1. Juli 2018 um weitere 2,35 Prozent erhöht.

Hamburg:  Die Stadt Hamburg übernimmt für ihre Beamten den Tarifabschluss für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder vom 17.2.2017. Danach sollen die Bezüge rückwirkend zum 1.1.2017 um 1,8 Prozent und zum 1.1.2018 um 2,15 Prozent erhöht werden, teilte die Pressestelle des Senats am 8.6.2017 mit. Der Gesetzentwurf wird nun den Spitzenorganisationen der Gewerkschaften und Berufsverbände zugeleitet und im Landespersonalausschuss beraten. Abschließend wird die Bürgerschaft über den Gesetzentwurf entscheiden.

Mecklenburg-Vorpommern: Rückwirkend zum 1.6.2017 steigen die Bezüge der Beamtinnen und Beamten um 1,75 Prozent. Zum 1.1.2018 gibt es einen Sockelbetrag sowie eine weitere Erhöhung um 2,15 Prozent. Das hat der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB nach der dritten Verhandlungsrunde mit Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) am 8.6.2017 mitgeteilt. Die Einigung muss noch von Landesregierung und Landtag gebilligt werden. Brodkorb kündigte einen zeitnahen Gesetzentwurf an. Die Zustimmung des Parlamentes gilt als sicher. Politiker von CDU und Linkspartei stellten sich bereits hinter das Verhandlungsergebnis.

Niedersachsen: Die Landesregierung will die Bezüge rückwirkend zum 1.1.2017 um 2 Prozent, mindestens 75 Euro, und zum 1.1.2018 um 2,35 Prozent erhöhen. Zudem soll eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro gezahlt werden.

Nordrhein-Westfalen: Zum 1.4.2017 soll die Besoldung um 2 Prozent (mindestens 75 Euro ohne Beachtung der Kappungsgrenze, wie sie der TV-L Abschluss vorsieht) und ab 1.1.2018 um 2,35 Prozent steigen.

Rheinland-Pfalz: Rückwirkend zum 1.1.2017 werden die Bezüge um 2 Prozent (mindestens aber 75 Euro) und zum 1.1.2018 um 2,35 Prozent erhöht.

Saarland: Zum 1.5.2017 sollen die Bezüge um 2,2 Prozent (abzüglich 0,2 Prozentpunkte für die Versorgungsrücklage) erhöht werden. Ab 1.9. 2018 werden sie um weitere 2,25 Prozent angehoben. Der im Tarifergebnis vorgesehene Mindestbetrag von 75 Euro soll prozentual umgerechnet und 2018 in die Tabelle eingebaut werden.

Sachsen: Das Kabinett hat die Übernahme der linearen Anpassung beschlossen. Damit erhöhen sich die Bezüge jeweils zum ersten des Jahres um 2 Prozent (2017) und 2,35 Prozent (2018). Beamtinnen und Beamten mit einem Grundgehalt von bis zu 3200 Euro bekommen 2017 eine Einmalzahlung i. H. v. 100 Euro. Zudem werden die Beträge der Endstufen zum 1.1.2018 zusätzlich um 1,12 Prozent angehoben und ab 1.10.2018 gibt es einen ruhegehaltsfähigen Zuschlag von 1,03 Prozent ab BesGr. A 9 nach Ablauf einer fünfjährigen Wartezeit in der Endstufe.

Sachsen-Anhalt: Rückwirkend zum 1.1.2017 werden die Bezüge um 2 Prozent mindestens 75 Euro, und zum 1.1.2018 um 2,35 Prozent erhöht.

Schleswig-Holstein: Zum 1.1.2017 werden die Bezüge um 2 Prozent (abzgl. 0,2 Prozentpunkte zwecks Zuführung zur Versorgungsrücklage, mindestens aber 75 Euro) und zum 1.1.2018 um 2.35 Prozent erhöht. Es wurde vereinbart, Verbesserungen der Besoldung struktureller Art bis zum Sommer zu erörtern.

Thüringen: Die Landesregierung will die Bezüge zum 1.4.2017 um 2 Prozent (abzgl. 0,2 Prozentpunkte) und zum 1.4.2018 um 2,35 Prozent erhöhen. Anstelle des Festbetrags von 75 Euro wird für die BesGr. A 6 bis A 8 die allg. Stellenzulage vor der prozentualen Anpassung um 25 Euro erhöht.

Hessen: Ab dem 1.7.2017 sollen die Bezüge um 2 Prozent (mindestens 75 Euro) und zum 1.2.2018 um 2,2 Prozent erhöht werden. Zudem erhalten die Beamtinnen und Beamten zum 1.1.2018 ein Jobticket. Damit wird das TV-H-Ergebnis auf die Beamtenschaft übertragen.

Schlagworte zum Thema:  Beamte, Beamtenbesoldung, Bundesland, Kommunen

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