Ein Spaziergang durch Hamburg-Altona offenbart die architektonische Vision Gustav Oelsners, der in den 1920er Jahren mit innovativen Wohnkonzepten den Wohnungsbau revolutionierte. Bis heute dienen die denkmalgeschützten Bauten als Vorbild für das moderne, bezahlbare Neue Bauen.
Es ist ein sonniger Herbsttag in Hamburg-Altona. In der Wohnsiedlung an der Bunsen- und Ohmstraße im Stadtteil Ottensen hallt das fröhliche Kreischen spielender Kinder über den Spielplatz. Durch die Schaufenster eines der drei Kopfbauten sieht man in der Kreativwerkstatt mehrere Personen, die sich vertieft mit ihren Stickereien beschäftigen. Linden und Ahornbäume säumen die Straßen, das erste Laub segelt sanft auf den Gehweg. "Als der Architekt Gustav Oelsner die Bauten in der Bunsen-, Ohm-, Borsel- und Helmholtzstraße 1926 und 1927 errichten ließ, war dieses Gebiet durchzogen von zahlreichen Fabriken", erklärt Volker Schmidt, Architekt und Vorstand der Gustav-Oelsner-Gesellschaft in Hamburg.
Er steht vor der Kreativwerkstatt und zeigt ein historisches Luftbild. Vage sind Schienen auf den Straßen zu erkennen, die aus den Fabrikgeländen in den Stadtteil führen. "In Altona herrschte zu jener Zeit eine drückende Wohnungsnot. Und gleichzeitig waren die hygienischen Bedingungen für die Anwoh...
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