Pandemiebedingte Umsatzausfälle zwingen viele Unternehmen zu drastischen Sparmaßnahmen. Auch bei der Gebäudeunterhaltung wird gekürzt, allerdings oft an falscher Stelle. Das geht an die Substanz. Statt harter Kostenbremse ist Finetuning gefragt.
Immobilien haben eine magische Anziehungskraft auf die Finanzer, denn bei ihnen lässt sich mit wenigen Federstrichen viel Geld sparen. Ein warnendes Beispiel zeigte sich während der Finanzkrise, in der lineares Cost-Cutting zur „Strategie“ erhoben wurde. Von der Reinigung bis in alle Bereiche der Instandhaltung sei gekürzt worden, „annähernd jährlich und schrittweise“, so Holger Knuf, Geschäftsführer des Internationalen Instituts für Facility Management (i2fm) mit Sitz in Oberhausen.
Weil reihenweise Aufträge wegfielen, gerieten Gebäudereiniger und Wartungsfirmen ins Schlingern. Leistungsstörungen und Insolvenzen waren die Folge. „Oft musste von heute auf morgen Ersatz gefunden werden. Unter Zeitdruck ließen sich Immobilienbetreiber notgedrungen auch auf weniger qualifizierte Anbieter ein“, berichtet Pieter Niehues, Geschäftsführer bei Inverto in Köln, der auf Einkauf und Supply Chain spezialisierten Tochtergesellschaft der Boston Consulting Group.
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