"SerSan 1.0"

Neue Rahmenvereinbarung für das serielle Sanieren


"SerSan 1.0": Rahmenvereinbarung für das serielle Sanieren

Die Wohnungswirtschaft hat die neue Rahmenvereinbarung zum seriellen Sanieren "SerSan 1.0" gestartet. Vorbild sind die Rahmenvereinbarungen zum seriellen und modularen Bauen. Das ist geplant.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat im Dezember 2025 mit einem Kick-Off das Projekt "Rahmenvereinbarung SerSan 1.0" gestartet. Aufbauend auf den Erfahrungen mit den Rahmenvereinbarungen zum seriellen, modularen und systemischen Bauen (SMSB) soll auch für die energetische Modernisierung des Gebäudebestands eine Rahmenvereinbarung für das serielle Sanieren europaweit ausgeschrieben werden.

Projektpartner sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), die Deutsche Energie-Agentur (Dena), das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Ergänzt wird die Runde durch beratende Experten aus Wohnungsunternehmen und von Herstellern mit praktischer Erfahrung im seriellen Sanieren.

Serielle energetische Bestandsmodernisierung

"Nur wenn wir industrielle Vorfertigung, standardisierte Prozesse und partnerschaftliche Zusammenarbeit konsequent nutzen, können wir die energetische Modernisierung in der notwendigen Breite und zu vertretbaren Kosten umsetzen", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Mit den Teilnehmern werden nun Erwartungen, mögliche Leistungsumfänge und Ideen zu den Anforderungen an die künftige Rahmenvereinbarung diskutiert. Die Ergebnisse fließen dann in die weitere Ausgestaltung des europaweiten Vergabeverfahrens ein.

Die Ausschreibung selbst wird – zu einem derzeit noch nicht feststehenden Zeitpunkt – auf Tenders Electronic Daily (TED), dem Onlinedienst der Europäischen Union für die Bekanntmachung öffentlicher Ausschreibungen platziert. Die GdW-Mitgliedsunternehmen sollen künftig einen verlässlichen Zugang zu qualitätsgesicherten Lösungen für die serielle energetische Bestandsmodernisierung ermöglichen.

Hören Sie zum Thema auch in den Podcast:

Rahmenvereinbarung 2.0: Serielles und modulares Bauen

Die erste Rahmenvereinbarung für das serielle und modulare Bauen ging im Jahr 2018 an den Start und ist im Mai 2023 ausgelaufen. Es folgte die Rahmenvereinbarung 2.0 mit durchgeplanten Konzepten von ausgewählten Anbietern, die den sozial orientierten Vermietern ideale Konditionen bieten.

Die zweite Rahmenvereinbarung für das serielle und modulare Bauen entstand in einem aufwändigen Prozess ebenfalls im Team mit dem HDB und dem BMWSB und wurde im Oktober 2023 veröffentlicht. Die Angebote reichen von Holzbau über Stahlbeton bis hin zu Hybridbauweisen. Die Anbieter wurden ebenfalls im Rahmen eines europaweiten vergaberechtlichen Ausschreibungsverfahrens ausgewählt.

Die Spanne der Preise für die Modellgebäude liegen zwischen 2.370 und 4.370 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Der Medianwert beträgt rund 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Preise sind auf fünf Jahre festgeschrieben und dürfen nur auf Grundlage festgelegter Material- oder Baupreisindizes angepasst werden. Auch Mengeneffekte sollen beim Sparen helfen.

Informationen zur Rahmenvereinbarung 2.0 mit Bieterliste

Rahmenvereinbarung 1.0: Prototypen und ein Factsheet

Die erste Rahmenvereinbarung entstand 2028 als eine konkrete Maßnahme aus dem Bündnis bezahlbarer Wohnraum von 2017, die im Jahr 2023 wie geplant nach fünf Jahren Geltungsdauer ausgelaufen ist.

Ausgewählt wurden damals neun Modellgebäude, für die die Kosten zwischen 2.000 und 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche lagen – und damit laut GdW unter den durchschnittlichen Herstellungskosten für Mehrfamilienhäuser in Deutschland.

Factsheet zur Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen 2018 (PDF)


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