Vom Facility Manager zum Building Performance Manager
Herr von Koskull, viele Facility Manager kämpfen mit unvollständigen oder unstrukturierten Gebäudedaten. Welche Ansätze – von BIM über digitale Zwillinge bis hin zu KI-basierten Analyseplattformen – helfen, Datenflüsse transparent und steuerbar zu machen?
Walter von Koskull: Unvollständige oder unstrukturierte Gebäudedaten bleiben ein entscheidendes Hemmnis im Facility Management. Technologien wie BIM, digitale Zwillinge oder KI-gestützte Analyseplattformen entfalten ihren Mehrwert nur dann, wenn die Datenbasis sauber und vollständig ist. Bei Caverion Deutschland setzen wir deshalb gezielt auf die Erhebung, Harmonisierung und Integration dieser Daten.
Datenqualität als Schlüssel für Effizienz und Nachhaltigkeit
Das ist ein Invest, aber unabdingbar, um Gebäude zukunftsfähig und wirtschaftlich zu betreiben. Digitale Zwillinge ermöglichen etwa durch Simulationen eines optimalen Betriebs Einsparungen von bis zu 30 Prozent bei Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Eigentümer profitieren von höherer Effizienz und Planbarkeit, Nutzer von Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Aktuell ist die Zahl der Kunden, die bereit sind, in einen vollumfänglichen digitalen Zwilling oder BIM zu investieren, jedoch noch überschaubar.
Wird es den klassischen Facility Manager in Zukunft noch geben – oder wandelt sich das Berufsbild hin zu einem datengetriebenen "Building Performance Manager"?
Der Facility Manager bleibt, aber in einer neuen Rolle. Wir sehen ihn künftig als datengetriebenen Building Performance Manager, der klassische TGA-Aufgaben mit digitalen Services, Energiemanagement und Smart-Building-Technologien verknüpft. Die Anforderungen an Gebäude steigen – und damit auch der Bedarf an vernetztem Denken, IT-Kompetenz und Nachhaltigkeits-Know-how. Das Berufsbild entwickelt sich weiter, verliert aber keineswegs an Bedeutung – im Gegenteil.
FM: Digitale Services für optimierten Gebäudebetrieb
Sie bieten bereits heute ein breites Portfolio von FM-Strategien über digitale Services bis hin zum Energiemanagement an. Wie gelingt es, diese Services so zu bündeln, dass der Betrieb nachhaltig optimiert wird – ökologisch, ökonomisch und im Sinne der Nutzerzufriedenheit?
Wir verfolgen bei Caverion Deutschland einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem FM-Strategien, digitale Services und Energiemanagement nahtlos ineinandergreifen. Durch vernetzte Systemintegration, datenbasierte Analysen und nutzerzentrierte Services entstehen drei konkrete Mehrwerte: effizienter Betrieb, ökonomische Transparenz und hohe Nutzerzufriedenheit. Studien zeigen zudem, dass der Einsatz digitaler Zwillinge nicht nur Kosten reduziert, sondern auch den CO2-Fußabdruck signifikant senkt – ein zentraler Schritt auf dem Weg zu nachhaltigen Gebäuden.
Dieses Kurzinterview ist Teil des Titelbeitrags der Ausgabe 06/25 der "Immobilienwirtschaft" mit dem Schwerpunkt "KI im Facility Management".
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