Verliebt in das Heizungsgesetz
Herr Ottilinger, welche neuen Markttrends sehen Sie aktuell in der Gebäudeautomation, insbesondere im Anlagenbau und technischen Facility Management?
Werner Ottilinger: Früher war die Regelungstechnik vor allem auf Heizung und Klimatechnik beschränkt. Heute sind fast alle Geräte im Gebäude digitalisiert – von Pumpen über Aufzüge bis hin zu Toiletten. Diese Geräte liefern Daten zu Verbrauch, Zustand oder Wartung. Das Problem ist jedoch, dass sie oft unterschiedliche Systeme verwenden.
Für das Facility Management bedeutet das eine große Herausforderung: Es muss all diese verschiedenen Systeme integrieren und betreiben können. Gleichzeitig erwarten Endnutzer einfache Lösungen – idealerweise alles zentral bedienbar –, doch dafür fehlen bislang einheitliche Standards.
L'Immo-Folge mit Werner Ottilinger und Gastgeber Jörg Seifert
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Und wie halten Sie als Anbieter von Gebäudeautomation mit diesen rasanten Entwicklungen Schritt?
Gebäudeautomation ist kein Lehrberuf, auch ein Bachelorstudium gibt es nicht. Wir als Branche fördern einen Masterstudiengang, aber dafür braucht man schon einen Bachelor in Elektrotechnik oder Versorgungstechnik. Das bedeutet: Fachkräfte sind knapp, und im Zeitalter der Vollbeschäftigung ist das eine große Herausforderung. Trotzdem richten wir uns voll am Markt aus – der Kunde steht im Mittelpunkt. Wie man so schön sagt: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
ESG und GEG: Gute Voraussetzungen für die Digitalisierungsbranche
Die Gesetzeslage eröffnet uns enorme Möglichkeiten. Alles rund um Energieeffizienz erfordert Automatisierung, Steuerung, Regelung, Überwachung und Betrieb. Wir lieben die momentane Gesetzeslage – insbesondere ESG und GEG –, denn sie bietet unserer Branche echten Mehrwert. Allerdings scheint es aktuell ins Stocken geraten zu sein: Die neue Bundesregierung hat im Wahlkampf groß angekündigt, das GEG abschaffen zu wollen. Doch nach 100 Tagen im Amt spricht niemand mehr davon. Was auch immer das bedeuten mag…
Ein Thema, über das sehr viel gesprochen wird, ist die Künstliche Intelligenz. Wie setzen Sie KI in der Gebäudeautomation ein, etwa im Energiemanagement oder bei Predictive Maintenance?
Ich spreche lieber von maschinellem Lernen als von künstlicher Intelligenz. Wir nutzen Daten, um Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Beispielsweise prognostizieren wir Wetterdaten, um Gebäude zu konditionieren. Dabei lernen wir auch die Nutzungszyklen des Gebäudes kennen – wann welche Bereiche stärker frequentiert sind. So entsteht ein digitales Gebäudemodell, das uns hilft, Bedingungen optimal anzupassen.
Facility Management: Künstliche Intelligenz und Innovationspotenziale
Solche datenbasierten Ansätze bieten nicht nur Effizienzgewinne durch intelligente Steuerung, sondern auch erhebliche Energieeinsparpotenziale. Quick Wins wie die Optimierung der Raumautomation bringen in nahezu allen Gebäuden mindestens 15 Prozent Einsparung. Mit umfassenderen Maßnahmen wie Fassadenisolierung oder dem Austausch großer Ventilatoren sind sogar bis zu 35 Prozent möglich. Die Quick Wins amortisieren sich oft innerhalb von zwei bis drei Jahren; langfristige Lösungen benötigen dagegen fünf bis sieben Jahre.
Dies ist ein bearbeiteter Auszug aus dem L'Immo-Podcast mit Werner Ottilinger.
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