Geschäfte ohne Rechnung - wie der Betriebsprüfer sie aufdeckt

Schwarzgeschäfte können von Betriebsprüfern durch verschiedene Methoden aufgedeckt werden.

Vor allem bei Privatkunden ist es leicht und verlockend, Einnahmen nicht zutreffend zu erfassen. Nicht selten stellt der Privatkunde die Frage: „Was muss ich zahlen, wenn wir das Geschäft ohne Rechnung abwickeln?“ Für den Privatkunden zählt oft nur der günstigere Preis. Zahlt der Kunde in bar, ohne dass er eine Rechnung erhält, ist die Verlockung groß, das Geld privat zu vereinnahmen. Das Risiko scheint nicht hoch zu sein.

Geringe Privatentnahmen führen den Prüfer auf die Spur

Aber die nächste Betriebsprüfung kommt bestimmt und es gibt einige Fallstricke, über die Sie stolpern können. Finanzieren Sie z. B. durch Schwarzeinnahmen Ihren Lebensunterhalt, stellt der Prüfer fest, dass Sie keine oder nur geringe Privatentnahmen getätigt haben. Ohne Entnahmen in üblicher Höhe wird er Sie verdächtigen, nicht alle Entnahmen erfasst und am Finanzamt vorbei vereinnahmt zu haben.

Vorsicht bei zu hohem Wareneinsatz

Fällt Ihr Wareneinsatz zu hoch aus, weil Sie Waren ohne Rechnung verkaufen und das Geld privat vereinnahmen, wird der Prüfer eine Nachkalkulation durchführen.

Vermögenszuwachs- und Geldverkehrsrechnung

Vermögenszuwachs- und Geldverkehrsrechnung sind weitere Instrumente, die der Prüfer einsetzen wird, wenn Ihr Rohgewinn deutlich unter dem Branchendurchschnitt liegt. Ist Ihre Buchführung nicht in allen Punkten ordnungsgemäß, können Sie sich gegenüber einer Zuschätzung durch den Betriebsprüfer kaum zur Wehr setzen.

Wer Waren, die er „schwarz“ verkauft, auch nicht als Wareneinkauf verbucht, weist einen üblichen Rohgewinn aus. So weiß ein Gastwirt genau, wie hoch seine Einnahmen sind, die er aus einem Fass Bier erzielt. Bucht er das Fass Bier, das er schwarz verkauft, nicht als Wareneinkauf, stimmt seine Kalkulation. Das ändert aber nichts daran, dass es sich um Steuerhinterziehung handelt.

Kassenmanipulationen im Visier der Betriebsprüfer

Kassenmanipulationen werden von Betriebsprüfern besonders sorgfältig geprüft. Gerade Branchen mit einem hohen Anteil an Barumsätzen sind dafür anfällig, Teile der Barverkäufe nicht in der Kasse zu erfassen oder die Kasse technisch so zu manipulieren, dass Teile der Umsätze steuerlich nicht erfasst werden. Die Ordnungsmäßigkeit der Kassenbuchführung erfordert bei Bareinnahmen, die mittels einer offenen Ladenkasse erfasst werden, einen täglichen Kassenbericht, der auf der Grundlage eines täglichen Auszählens der Bareinnahmen erstellt worden ist. Ein sog. „

Zählprotokoll, in dem die genaue Stückzahl der vorhandenen Geldscheine und -münzen aufgelistet wird, ist nicht erforderlich (BFH, Urteil v. 16.12.2016, X B 41/16)

Wird eine elektronische Registrierkasse benutzt und können bei einer Betriebsprüfung dem Prüfer die zugehörigen Organisationsunterlagen wie Bedienungsanleitung, Programmieranleitung und die Programmabrufe nach jeder Änderung sowie die Ausdrucke der Tageseinnahmen nicht vorgelegt werden, so spricht dies für eine nicht ordnungsgemäße Kassenbuchführung. Die Schätzung der Umsätze (zum Beispiel nach der Zeitreihenmethode oder der 30/70-Methode) sind die Folge. (BFH, Urteil v. 11.1.2017, X B 104/16)