18.11.2013 | Top-Thema Schwarzgeschäfte - Was ist bei nicht erfassten Einnahmen zu tun?

Geschäfte ohne Rechnung in der Betriebsprüfung

Kapitel
Betriebsprüfung: Geschäfte ohne Rechnung
Bild: Michael Bamberger

Schwarzgeschäfte können von Prüfern durch verschiedene Methoden aufgedeckt werden.

Vor allem bei Privatkunden ist es leicht und verlockend, Einnahmen nicht zutreffend zu erfassen. Nicht selten stellt der Privatkunde die Frage: „Was muss ich zahlen, wenn wir das Geschäft ohne Rechnung abwickeln?“ Für den Privatkunden zählt oft nur der günstigere Preis. Zahlt der Kunde in bar, ohne dass er eine Rechnung erhält, ist die Verlockung groß, das Geld privat zu vereinnahmen. Das Risiko scheint nicht hoch zu sein.

Fallstricke in der Betriebsprüfung

Aber die nächste Betriebsprüfung kommt bestimmt und es gibt einige Fallstricke, über die Sie stolpern können. Finanzieren Sie z. B. durch Schwarzeinnahmen Ihren Lebensunterhalt, stellt der Prüfer fest, dass Sie keine oder nur geringe Privatentnahmen getätigt haben. Ohne Entnahmen in üblicher Höhe wird er Sie verdächtigen, nicht alle Entnahmen erfasst und am Finanzamt vorbei vereinnahmt zu haben.

Hoher Wareneinsatz - Nachkalkulation

Fällt Ihr Wareneinsatz zu hoch aus, weil Sie Waren ohne Rechnung verkaufen und das Geld privat vereinnahmen, wird der Prüfer eine Nachkalkulation durchführen.

Vermögenszuwachs- und Geldverkehrsrechnung

Vermögenszuwachs- und Geldverkehrsrechnung sind weitere Instrumente, die der Prüfer einsetzen wird, wenn Ihr Rohgewinn deutlich unter dem Branchendurchschnitt liegt. Ist Ihre Buchführung nicht in allen Punkten ordnungsgemäß, können Sie sich gegenüber einer Zuschätzung durch den Betriebsprüfer kaum zur Wehr setzen.

Wer Waren, die er „schwarz“ verkauft, auch nicht als Wareneinkauf verbucht, weist einen üblichen Rohgewinn aus. So weiß ein Gastwirt genau, wie hoch seine Einnahmen sind, die er aus einem Fass Bier erzielt. Bucht er das Fass Bier, das er schwarz verkauft, nicht als Wareneinkauf, stimmt seine Kalkulation. Das ändert aber nichts daran, dass es sich um Steuerhinterziehung handelt.

Involvierte Mitarbeiter

Eine weitere Gefahr besteht darin, wenn Mitarbeiter involviert sind. Die Behauptung, Chefs machten Schwarzgeschäfte, rechtfertigt nicht unbedingt eine Kündigung. Das geht aus dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln vom 16.1.1998, 11 Sa 146/97 hervor. Im entschiedenen Fall hatte ein Arbeitnehmer gegenüber dem Betriebsrat die Vermutung geäußert, Vorgesetzte würden Schwarzgeschäfte auf eigene Rechnung machen.

Nach Auffassung des Gerichts dürfe ein Arbeitnehmer grundsätzlich darauf vertrauen, dass Gespräche mit dem Betriebsrat vertraulich blieben und nicht gegen seinen Willen weitergeleitet würden. Das gelte sogar für unwahre oder ehrenrührige Äußerungen über Vorgesetzte. Keinesfalls habe der Arbeitnehmer damit rechnen können, dass der Betriebsrat die Informationen der Geschäftsleitung weitergebe.

Schlagworte zum Thema:  Betriebsprüfung, Ohne-Rechnung-Geschäft, Geldverkehrsrechnung, Nachkalkulation, Schwarzgeschäft, Schwarzgeld, Darlehen, Bilanz, Finanzamt, Steuerhinterziehung, Finanzbuchhaltung

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