10.05.2012 | Einnahmenüberschussrechnung

Wie Sie diese Ihre private Pkw-Nutzung eintragen

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Einnahmen-Überschuss-Rechner müssen einen speziellen Vordruck zusammen mit der Einkommensteuererklärung abgeben: Die Anlage EÜR 2011 – sie ist für die Gewinnermittlung 2011 zu verwenden.

Ausnahme: Die Anlage EÜR 2011 braucht nicht ausgefüllt zu werden, wenn die Einnahmen im Jahr nicht mehr als 17.500 EUR betragen. Die Einnahmenüberschussrechnung kann dann formlos erstellt werden. Lesen Sie heute wie Sie ihre private Pkw-Nutzung im Formular eintragen

Zeile 17: Private Nutzung Kfz

Die private Nutzung des Firmenwagens ist nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 EStG mit dem Teilwert zu erfassen , wenn der Unternehmer seinen Pkw zu nicht mehr als 50 % betrieblich nutzt. Wird der Pkw zu mehr als 50 % betrieblich genutzt, muss die private Nutzung des Firmenwagens pauschal nach der 1-%-Methode ermittelt werden, wenn kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt worden ist.

Übersicht: Einkommensteuer/Umsatzsteuer beim Pkw

Ausgangssituation/­Nutzungsumfang

Behandlung bei der ­Einkommensteuer

Behandlung bei der

Umsatzsteuer

betriebliche Pkw-Nutzung mehr als 50 %: Unternehmer erbringt ausschließlich umsatzsteuerfreie Umsätze, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen

Abgrenzung der Privatfahrten:

*       nach Fahrtenbuch oder

*       1-%-Methode

keine Umsatzsteuer, weil ausschließlich umsatzsteuerfreie Umsätze erzielt werden

betriebliche Pkw-Nutzung mehr als 50 %: Unternehmer erbringt umsatzsteuerpflichtige Umsätze; Fahrtenbuch wird nicht geführt

Abgrenzung der Privatfahrten nur pauschal nach der 1-%-Methode

1-%-Methode (Bemessungsgrundlage sind 80 % des pauschalen Wertes) oder sachgerechte Schätzung (einbezogen werden nur Aufwendungen, bei denen ein Vorsteuerabzug möglich war)

betriebliche Pkw-Nutzung 10 % bis 100 %: Unternehmer erbringt umsatzsteuerpflichtige Umsätze und führt ein Fahrtenbuch

Abgrenzung der Privatfahrten

*       nach Fahrtenbuch

*       bei mehr als 50 %, auch 1-%-Methode anwendbar, wenn sie vorteilhafter ist

bei einem Fahrtenbuch werden bei der Bemessungsgrundlage nur Aufwendungen einbezogen, bei denen ein Vorsteuerabzug möglich war

betriebliche Nutzung nicht mehr als 50 %: Unternehmer erbringt ausschließlich umsatzsteuerfreie Umsätze, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen

Abgrenzung der Privatfahrten nach den tatsächlichen Kosten

Grundlage: repräsentative Aufzeichnungen oder Schätzung

keine Umsatzsteuer, weil ausschließlich umsatzsteuerfreie Umsätze erzielt werden

betriebliche Nutzung nicht mehr als 50 %: Unternehmer erbringt umsatzsteuerpflichtige Umsätze

Abgrenzung der Privatfahrten nur nach den tatsächlichen Kosten Grundlage: repräsentative Aufzeichnungen oder Schätzung

Abgrenzung der Privatfahrten nach den tatsächlichen Kosten; einbezogen werden nur Aufwendungen, bei denen ein Vorsteuerabzug möglich war

Es ist also zunächst festzustellen, ob die betriebliche Nutzung überwiegt (mehr als 50 % beträgt). Bei der Ermittlung des Umfangs der betrieblichen Fahrten werden alle Fahrten einbezogen, die betrieblich veranlasst sind, die also in einem tatsächlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Betrieb stehen. Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb und Familienheimfahrten sind als betriebliche Fahrten einzubeziehen.

Der Umfang der betrieblichen Nutzung kann durch Aufzeichnung der Fahrten über einen Zeitraum von 3 Monaten nachgewiesen werden. Der 3-Monats-Zeitraum muss repräsentativ sein. Die Aufzeichnungen können also nur dann auf einen Zeitraum von 3 Monaten beschränkt werden, wenn das Fahrverhalten während des 3-Monats-Zeitraums in etwa dem Fahrverhalten während der übrigen 9 Monate entspricht.

Bei der privaten Nutzung eines Firmenwagens sind bei einer überwiegend betrieblichen Nutzung

*       die anteiligen tatsächlichen Kosten, die mithilfe eines Fahrtenbuchs ermittelt werden müssen, oder

*       die Kosten pauschal nach der 1-%-Regelung anzusetzen.

Bei einer nicht überwiegend betrieblichen Nutzung sind die anteiligen tatsächlichen Kosten anzusetzen, die nach Fahrtenbuch, anderen Aufzeichnungen oder Schätzung zu ermitteln sind.

Die private Nutzung ist mit dem Nettobetrag ohne Umsatzsteuer auszuweisen. Die Umsatzsteuer kommt wiederum in die Zeile 14. Ob und in welcher Höhe Umsatzsteuer anfällt, ist bei den Buchführungs- bzw. Abschlussarbeiten zu ermitteln und dann ins Formular zu übernehmen. Bei der 1-%-Regelung können 20 % vom pauschalen Wert als umsatzsteuerfreie unentgeltliche Wertabgabe behandelt werden.

Praxis-Beispiel

Hans Groß nutzt seinen Firmenwagen überwiegend für betriebliche Fahrten. Der Bruttolistenpreis hat im Zeitpunkt der Erstzulassung 29.000 EUR betragen. Herr Groß führt kein Fahrtenbuch und ermittelt daher im Jahr 2011 die private Nutzung wie folgt:

Bruttolistenpreis 29.000 EUR × 1 % = 290 EUR × 12 Monate =

3.480 EUR

abzüglich 20 % =

     696 EUR

umsatzsteuerpflichtiger Anteil =

2.784 EUR

2.784 EUR × 19 % Umsatzsteuer =

528,96 EUR

Hans Groß weist die private Kfz-Nutzung in Zeile 17 mit 3.480 EUR aus. Die Umsatzsteuer von 528,96 EUR gehört zusammen mit allen anderen Umsatzsteuerbeträgen in die Zeile 14.

Übersteigt der pauschale Betrag nach der 1-%-Methode die tatsächlichen Kosten, sind die tatsächlichen Kosten anzusetzen (= Kostendeckelung). Bei der Kostendeckelung sind auch die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb einzubeziehen.

 

Schlagworte zum Thema:  Einnahmenüberschussrechnung, Private Pkw-Nutzung

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