Die Abnutzbarkeit eines immateriellen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens entscheidet sich danach, ob die Nutzung unter rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zeitlich begrenzt ist.[1] Ist dies der Fall, ist das immaterielle Wirtschaftsgut auf diesen Zeitraum verteilt – linear – abzuschreiben.[2]

Bei zeitlich begrenzten Rechten kann ausnahmsweise auch von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen werden, und zwar wenn sie normalerweise ohne Weiteres verlängert werden kann, ein Ende also nicht abzusehen ist. Bestehen daran Zweifel, ist jedoch nach dem Grundsatz der Vorsicht von einer zeitlich begrenzten Nutzung auszugehen.[3]

 
Hinweis

Handelsbilanz

Für ein als Anlagevermögen aktiviertes immaterielles Wirtschaftsgut kann handelsrechtlich sowohl eine lineare oder degressive, als auch eine leistungsabhängige Abschreibung geltend gemacht werden. Kann in Ausnahmefällen die voraussichtliche Nutzungsdauer eines selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstands des Anlagevermögens nicht verlässlich geschätzt werden, sind planmäßige Abschreibungen auf die Herstellungskosten über einen Zeitraum von 10 Jahren vorzunehmen.[4]

 
Hinweis

Wiederbepflanzungsrechte im Weinbau

Der BFH hat entschieden, dass es sich bei Wiederbepflanzungsrechten im Weinbau jedenfalls bis zum 30.6.2011 um nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter handelt, da zu diesem Zeitpunkt ein Ende der Beschränkung des Weinbaus in der EU nicht absehbar war. Die Finanzverwaltung hat entschieden, dass dies weiterhin gelte, da auch nach der Neuregelung der EU-rechtlichen Vorgaben zum 1.1.2016 von einer dauerhaften Wertigkeit der Wiederbepflanzungsrechte im Weinbau und somit von nicht abnutzbaren Wirtschaftsgütern auszugehen sei.[5]

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