Eigenverbrauchssätze

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Neue Werte 2019
  • Branchen
  • Ermittlung der Beträge

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 19 % USt
Eigener Kontenplan SKR 03
  8910
IKR  
5421 SKR 04
  4620
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Unentgeltliche Wertabgaben
Eigener Kontenplan SKR 03
  1880
IKR  
3100 SKR 04
  2130
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Wie in jedem Jahr hat das BMF für unentgeltliche Wertabgaben (= Sachentnahmen) neue Pauschbeträge für 2019 festgesetzt. Vorteil dieser pauschalen Sätze ist, dass der Unternehmer die Höhe der Sachentnahmen nicht selbst mühsam ermitteln muss. Den jeweils in Betracht kommenden Wert bucht der Unternehmer auf das Konto "Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 19 % USt" 8910 (SKR 03) bzw. 4620 (SKR 04). Bei einem Steuersatz von 7 % erfolgt die Buchung auf das Konto "Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 7 % USt" 8915 (SKR 03) bzw. 4610 (SKR 04).

Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Unentgeltliche Wertabgaben" 1880 (SKR 03) bzw. 2130 (SKR 04).

 

Buchungssatz

Unentgeltliche Wertabgaben

an Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens

an (Waren) 19 % bzw. 7 % USt

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Warenentnahme für private Zwecke bei einer Speisegaststätte

Der alleinstehende Inhaber einer Speisegaststätte bietet kalte und warme Speisen an. Er muss daher seine Sachentnahmen aus der Gaststätte als unentgeltliche Wertabgaben erfassen. Er ermittelt den Wert der Sachentnahmen mithilfe der Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben. Die für das Jahr 2019 maßgebenden Pauschbeträge betragen 1.680 EUR für die Sachentnahmen, die mit 7 % der Umsatzsteuer unterliegen, und 1.758 EUR, für die Sachentnahmen, die mit 19 % zu versteuern sind. Im Jahr 2019 sind somit folgende Werte zu erfassen:

 
Der Pauschbetrag zu 7 % beträgt 1.680 EUR + 117,60 EUR Umsatzsteuer = 1.797,60 EUR
Der Pauschbetrag zu 19 % beträgt 1.758 EUR + 334,02 EUR Umsatzsteuer = 2.092,02 EUR
Summe 3.438 EUR + 451,62 EUR Umsatzsteuer = 3.889,62 EUR

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1880/2130 Unentgeltliche Wertabgaben 3.889,62 8915/4610 Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 7 % USt 1.680
      8910/4620 Entnahme durch den Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Waren) 19 % USt 1.758
      1771/3801 Umsatzsteuer 7 % 117,60
      1776/3806 Umsatzsteuer 19 % 334,02

3 Die Pauschbeträge für private Warenentnahmen gibt es nur für bestimmte Branchen

Das BMF hat für unentgeltliche Wertabgaben 2019 (= Sachentnahmen) neue Pauschbeträge festgesetzt. Vorteil dieser pauschalen Sätze ist, dass der Unternehmer die Höhe der Sachentnahmen nicht selbst mühsam ermitteln muss.

Für Kinder bis zur Vollendung des 2. Lebensjahrs wird kein Verbrauch angesetzt. Vom vollendeten 2. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr ist die Hälfte des vollen Werts anzusetzen. Ohne Einzelaufzeichnungen ist der Unternehmer ebenso an diese Werte gebunden wie das Finanzamt.

 
Jahreswert 2019 für eine Person ohne Umsatzsteuer (in EUR)
  zu 7 % zu 19 % insgesamt
Bäckerei 1.211 404 1.615
Fleischerei 886 860 1.746

Gast- und Speisewirtschaft

  1. mit Abgabe von kalten Speisen
  2. mit Abgabe von kalten und warmen Speisen

1.120

1.680

1.081

1.758

2.201

3.438
Getränkeeinzelhandel 105 300 405
Café und Konditorei 1.172 638 1.810
Milch, Milcherzeugnissen, Fettwaren und Eiern (Einzelhandel) 586 79 665
Nahrungs- und Genussmittel, Einzelhandel 1.133 678 1.811
Obst, Gemüse, Südfrüchte und Kartoffeln (Einzelhandel) 274 235 509

Tab. 1: Pauschale Sachentnahmen für 2019

4 Ermittlung der Jahres- und Monatswerte für den Eigenverbrauch mehrerer Personen

Bei den Werten in der vorstehenden Tabelle handelt es sich um Jahreswerte (Nettobeträge ohne Umsatzsteuer). Die Umsatzsteuer wird jeweils mit 19 % bzw. 7 % dazugerechnet. Die Werte sollten

  • monatlich bzw. vierteljährlich gebucht werden, abhängig davon, ob die Umsatzsteuervoranmeldungen monatlich oder vierteljährlich abgegeben wird oder
  • beim Jahresabschluss, wenn keine monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldungen abgegeben werden.

Ohne Einzelaufzeichnungen hat der Unternehmer keine Wahl. Er muss diese Pauschbeträge ansetzen. Es gibt keine Zu- oder Abschläge wegen individueller Ess- oder Trinkgewohnheiten.

 
Praxis-Beispiel

Berechnung des Eigenverbrauchs für Eheleute mit 2 Kindern für Restaurantinhaber

Ein Restaurantinhaber ist unter der Rubrik "Gast- und Speisewirtschaften mit Abgabe von kalten und warmen Speisen" einzustufen. Ist der Restaurantinhaber verheiratet und hat 2 Kinder im Alter zwischen 2 und 12 Jahren, dann berechnet er die monatlichen Sachentnahmen und die darauf entfallende Umsatzsteuer wie folgt:

 
Personenzahl Jahresbetrag EUR Monatsbetrag EUR
  7 % 19 % 7 % 19 %
Unternehmer 1.680,00 1.758,00 140,00 146,50
Ehegatte 1.680,00 1.758,00 140,00 146,50
1. Kind zwischen 2–12 840,00 879,00 70,00 73,25
2. Kind zwischen 2–12 840,00 879,00 70,00 73,25
Summe der Nettobeträge 5.040,00 5.274,00 420,00 439,50
Umsatzsteuer 352,80 1.002,06

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