Beteiligungen nach HGB, ESt... / 7.3 Impairment-Test
 

Rz. 41

Bei den Vermögenswerten des Anlagevermögens muss gem. IAS 36 die Werthaltigkeit geprüft werden (sog. Impairment-Test); das gilt gem. IAS 36 für Anteile an Tochterunternehmen, Anteile an assoziierten Unternehmen und Anteile an Joint Ventures. Nach IFRS 9.5.5.1 i. V. m. IAS 39.9 hat ein Unternehmen an jedem Abschlussstichtag einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein finanzieller Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Dies betrifft aber lediglich die beiden Bewertungskategorien "zu fortgeführten Anschaffungskosten" und "zum beizulegenden Zeitwert im (sonstigen) (Gesamt-)Ergebnis", da bei einem erfolgswirksamen Fair-Value-Ansatz jede Änderung des Fair-Value bereits unmittelbar in der GuV erfasst wird. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, hat das Unternehmen den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts zu schätzen. Nach IAS 36.8 ist ein Vermögenswert wertgemindert, wenn sein Buchwert seinen erzielbaren Betrag übersteigt.

 

Rz. 42

IAS 36.12–36.14 beschreiben einige Anhaltspunkte dafür, dass sich eine Wertminderung ereignet haben könnte. Nur wenn einer von diesen Anhaltspunkten vorliegt, ist ein Unternehmen verpflichtet, eine formelle Schätzung des erzielbaren Betrags vorzunehmen. IAS 36.19–36.57 beschreiben die Anforderungen an die Bewertung des erzielbaren Betrags.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts geringer als sein Buchwert, ist nach IAS 36.59 der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag zu verringern. Diese Verringerung stellt einen Wertminderungsaufwand dar. Ein Wertminderungsaufwand ist nach IAS 36.60 grundsätzlich sofort im Periodenergebnis zu erfassen. Sollte allerdings die Beteiligung der Kategorie "zum beizulegenden Zeitwert im (sonstigen) (Gesamt-)Ergebnis" zugeordnet sein, dann hat zunächst eine Verrechnung mit einer ggf. bestehenden erfolgsneutral gebildeten Neubewertungsrücklage zu erfolgen. Nur der Betrag, der die (fortgeführten) Anschaffungskosten unterschreitet, wäre erfolgswirksam in der GuV zu erfassen.

 

Rz. 43

Nach IAS 36.114 ist ein in früheren Berichtsperioden für einen Vermögenswert mit Ausnahme eines Geschäfts- oder Firmenwerts erfasster Wertminderungsaufwand dann, und nur dann, aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrages herangezogen werden. Wenn dies der Fall ist, ist der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag zu erhöhen; diese Erhöhung ist eine Wertaufholung. Nach IAS 36.117 darf der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts nicht den Buchwert übersteigen, der bestimmt worden wäre (abzüglich der Amortisationen oder Abschreibungen), wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Nach IAS 36.119 ist eine Wertaufholung eines Vermögenswerts grundsätzlich sofort im Periodenergebnis zu erfassen, für den Fall der Zuordnung der Beteiligung zur Kategorie "zum beizulegenden Zeitwert im (sonstigen) (Gesamt-)Ergebnis" ist allerdings differenziert vorzugehen. Es ist erfolgswirksam bis auf die (fortgeführten) Anschaffungskosten zuzuschreiben und ein ggf. überschreitender weiterer Betrag ist als Neubewertungsrücklage erfolgsneutral zu erfassen.

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