19.10.2016 | Top-Thema SAP S/4HANA Finance: Die digitale Transformation des Reportings?

Multidimensionales Reporting durch beliebig viele Dimensionen zur Buchung

Kapitel
Bild: Anna Kremer, Q_PERIOR AG

Mit S/4HANA Finance gehören die Limitierung der Buchungsdimensionen der Vergangenheit an. Neben den Standard-Feldern, die die Buchungssätze bisher aufweisen, können Anwender beliebig weitere Dimensionen hinzufügen.

S/4HANA Finance ermöglicht – im Gegensatz zum klassischen neuen Hauptbuch (NewGL) – die Ergänzung beliebig vieler Dimensionen im Reporting. Die Abbildung 1 zeigt oben eine beispielhafte Zusammensetzung eines Buchungssatzes für eine Rechnung, wie man sie in vielen Unternehmen aktuell vorfindet. Bisher setzen sich Buchungssätze oftmals aus den wichtigsten Informationen wie etwa Konto, Betrag und Kostenstelle zusammen. Je nach Bedarf können zusätzlich noch einige kundenspezifische Felder wie etwa „Type of Business“ oder „Line of Business“ oder z.B. im Falle von Versicherungen die betroffene Geschäftssparte abgefragt werden. Mit diesen wenigen Dimensionen sind die Möglichkeiten des klassischen neuen Hauptbuchs allerdings weitestgehend erschöpft. Dies hat für die Finanzverantwortlichen natürlich zur Folge, dass nur die angegebenen Informationen nach getätigter Buchung für weitere Auswertungen zur Verfügung stehen. Bis dato wird diese Beschränkung von vielen Unternehmen, deren Finanzlösungen auf klassischen Datenbanken aufsetzen, in Kauf genommen, da eine Ergänzung weiterer restriktiver Felder negative Auswirkungen auf die Kapazitäten und Performance ihrer Datenbank zur Folge hätte.

Mit der neuen Finanzlösung von SAP, die auf der hoch-performanten HANA-Datenbank aufsetzt, gehören diese Limitierung der Vergangenheit an. Neben den Standard-Feldern, die die Buchungssätze bisher aufweisen, haben Anwender wie in Abbildung 1 unten dargestellt, nun die Option, beliebig weitere Dimensionen hinzuzufügen. „Bei einer großen Versicherung haben wir bereits bis zu 50 Dimensionen getestet und es hat reibungslos funktioniert,“ berichtet Anna Kremer, Managerin bei Q_PERIOR, über ihre praktische Erfahrung. Das multidimensionale Reporting bietet den Finanzverantwortlichen viel bessere Auswertungsmöglichkeiten als ältere Lösungen. So können Anwender sich nun zum Beispiel problemlos Umsätze oder Kosten nach Region anzeigen lassen. Auf Basis des oben abgebildeten Buchungsbelegs ist das bisher nicht möglich. Um in alten Systemen an diese Informationen zu gelangen, müsste man einen Umweg über das Business Warehouse oder Excel gehen, der entweder zusätzlichen manuellen Aufwand oder eine extra Programmierung im BW bedeutet. Da die ERP-Daten außerdem nicht mit allen Details in das BW hochgeladen werden, sondern in aggregierter Form, können Anwender Auswertungen nur auf diesem aggregierten Level vornehmen. Bei einem Konto „Reisekosten“ wird beispielsweise lediglich die Gesamtsumme ins BW hochgeladen. Einzelne Belege, aus der sich diese Summe zusammensetzt, können nicht mehr betrachtet werden.

Schlagworte zum Thema:  SAP, Reporting

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