Controller benötigen vielfältige Fachkenntnisse, Methoden und Sozialkompetenz. Zudem müssen sie das Geschäftsmodell und die Prozesse in ihrem Unternehmen oder ihrer Organisation kennen. Was den heutigen Controller-Beruf ausmacht, lesen Sie hier.

Controller: Definition

Das Berufsbild des Controllers hat sich über die Jahrzehnte stark verändert. Früher war ein Controller überwiegend für die Kalkulationen im Unternehmen verantwortlich, also aus heutiger Sicht eher ein Kostenrechner. Die nächste Rolle umfasste bald eine umfassende „Ergebnistransparenzverantwortung“. Neuerdings wandelt sich die Rolle des Controllers weiter, hin zum „Business Partner“ der Geschäftsführung, der auf Augenhöhe über Zielsetzung, Planung und Umsetzung mitentscheidet und somit auch eine Mitverantwortung für das Ergebnis des Unternehmens bekommt.

Anforderungsprofil für Controller und Voraussetzung an den Controller-Beruf

In großen Unternehmen werden Junior Controller häufig zunächst im „Back Office“ beschäftigt, wo sie Daten und Informationen für einen definierten Zweck zusammensuchen, analysieren und für das Reporting und/oder die Präsentation anwenderorientiert aufbereiten. An dieser Stelle ist eine große Affinität zu Zahlen notwendig. Es braucht sehr gute analytische Fähigkeiten, fortgeschrittene IT-Kenntnisse (insbesondere von Excel und speziellen Controlling-Tools (z. B. SAP FI/CO oder speziellen Business-Intelligence-Lösungen)) und gute Fähigkeiten, komplexes Datenmaterial anwenderbezogen darzustellen. In international tätigen Unternehmen sind zusätzlich gute Englischkenntnisse (auch Fachvokabular) vonnöten. In letzter Zeit ist allerdings zu beobachten, dass die Back-Office-Funktionen verstärkt auf IT-Stellen übergehen.

Im zentralen Konzerncontrolling, aber auch an jeder dezentralen Controllingstelle gibt es Controller, die auf der Grundlage der im Back Office (oder in der IT-Abteilung) vorbereiteten Reports und Berichte selbst präsentieren, in Teams vermitteln, Besprechungen und Entscheidungsfindungen moderieren und dann letztlich auch konkret Entscheidungsempfehlungen abgeben oder sogar mitentscheiden. Dazu benötigt der Controller ausgeprägte Kommunikations- und Moderationsfähigkeiten. Er muss Präsentationstechniken beherrschen und sowohl teamfähig als auch durchsetzungsstark sein.

In kleineren Unternehmen (ab 250 Mitarbeitern) müssen Controller häufig das gesamte Spektrum selbst abdecken: von der Datensammlung und -aufbereitung bis zur Analyse, Präsentation und Entscheidungsunterstützung. Das macht das Ausfüllen solcher Stellen nicht leichter, aber durchaus interessanter.

Controllerberuf: die wichtigsten Aufgaben

Sucht man nach einer Definition der typischen Aufgaben im Controlling, findet man häufig die Begriffe Planung, Information, Kontrolle/Analyse und Steuerung. Diese Begriffe können sehr unterschiedlich mit konkreten Inhalten gefüllt werden. In kleineren Unternehmen gehört es zu den Aufgaben des Controllings, eine Liquiditätsplanung vorzunehmen, in großen Firmen gibt es dafür eine eigene Finanzabteilung. Manche Aufgaben kehren regelmäßig zu bestimmten Zeiten wieder, wie die Jahres- und Mehrjahresplanung der Erfolgsrechnung, andere tauchen sporadisch je nach Bedarf auf, wie Investitions- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen für konkrete Projekte. (näheres hierzu s. Controllingaufgaben).

Wie man Controller wird und welche Weiterbildungen im Controlling es gibt

Es gibt (bis jetzt noch) keinen Ausbildungsberuf Controller. Abschlüsse, die den Zugang zu Controllerstellen verschaffen können, sind Bachelor- und Master-Abschlüsse der Studiengänge „Controlling“, „Accounting and Controlling“ oder „Controlling und Consulting“, die es in den Formen des Fern-, Präsenz- oder auch des Dualen Studiums gibt. Aber auch ein BWL-Studium oder ein Studium zum Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Rechnungswesen und Controlling können den Zugang zu einer Stelle im Controlling eröffnen.

Statt eines Studiums gibt es auch die Möglichkeit, über Weiterbildungsmaßnahmen den IHK-Abschluss „Geprüfte/r Controller/in (IHK)" zu erlangen. Lehrgänge, die auf die Prüfung vorbereiten, werden von diversen Instituten und der IHK  selbst angeboten. Renommierte Weiterbildungsmöglichkeiten bieten auch die Haufe Akademie, die CA controller akademie und die Horváth Akademie an.

Auch wenn man bereits als Controller in einem Unternehmen tätig ist, sind regelmäßige Weiterbildungen auf diesem Gebiet angebracht, weil man sich immer wieder neu auf die aktuellen Veränderungen im Controlling einstellen muss.

Controller Beruf: Gehalt 

Wie bei jedem Berufsbild, hängt auch beim Controller das Gehalt einer Stelle wesentlich von der Größe und der Branche des Unternehmens ab, in dem man arbeitet. Außerdem spielt natürlich auch die Dauer der eigenen Berufserfahrung eine große Rolle.

Berufseinsteiger im Controlling (nach dem Studium oder einer Weiterbildung) können rund 45.000 EUR brutto pro Jahr verdienen, mit einem Masterabschluss leicht auch 5.000 – 8.000 Euro mehr.

Erfahrene Controller kommen nach einer mehrjährigen Berufstätigkeit im Controlling auch schnell auf ein Jahresgehalt von 50.000 bis 70.000 EUR. Ein Controllingleiter verdient in einem mittelgroßen Unternehmen bis zu 100.000 EUR pro Jahr, während dessen Gehalt in einem großen internationalen Unternehmen auch deutlich darüberliegen kann.

Aus dem Controlling heraus gibt es sehr gute Aufstiegschancen in Richtung Geschäftsführung bzw. Vorstand. Andere Funktionsbereiche im Unternehmen haben es hier schwerer. Grundsätzlich ist das Controlling branchenunabhängig. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit findet sich ein erfahrener Controller schnell mit den individuellen Gegebenheiten im Unternehmen zurecht. Ausnahmen bilden hier Banken und Versicherungen und teilweise auch öffentliche Institutionen. Für diese Zweige ist ein deutlich angepasstes Controlling notwendig, das mehr Umstellungsbedarf erfordert.


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