29.09.2016 | Serie Stuttgarter Controller-Forum 2016

Zielbild und Roadmap zur Digitalisierung im Controlling

Serienelemente
Bild: Horváth Akademie GmbH

Das Stuttgarter Controller-Forum 2016 stand unter dem Motto „Digital Controlling & Simple Finance – Die Zukunft der Unternehmenssteuerung. Zum Einstieg erläuterte Dr. Uwe Michel Zielbild und Roadmap der digitalen Transformation in Finance und Controlling.

Die größten Bedenken zu Digital Controlling räumte Dr. Uwe Michel, Vorstandsmitglied und CFO des Veranstalters Horváth AG, gleich zu Beginn beiseite: Zwar würden Algorithmen zukünftig die Datenverarbeitung übernehmen – die Interpretation der Daten übernehmen jedoch weiterhin die Menschen. Sodann strukturierte er die Darstellung des Zielbildes in vier Elemente: Methoden, Systeme, Prozesse und Organisation.

Algorithmen automatisieren und optimieren kurzfristige Entscheidungen

Das Methoden-Zielbild ist geprägt durch die Verarbeitung von großen Mengen heterogener, granularer Daten mit hoher Geschwindigkeit durch selbst lernende Algorithmen. Je kurzfristiger und operativer die Aufgabenstellung, desto stärker erzeugen Maschinen „automatische“ Ergebnisse.

Für Controller besonders relevant sind zwei Aspekte:

  • Im Bereich von Planung/Forecast profitieren Controller davon, Simulationen und Szenarioanalysen in großem Umfang nutzen zu können. Im Einzelhandel lassen sich auch die Preise in Abhängigkeit von Absatz, Bestand und Lebenszyklusphase gestalten. Durch tagesgenaue Umsatzplanungen lassen sich teure Rabattaktionen zum Periodenende vermeiden.
  • Die Neugestaltung der buchhalterischen Ergebnisrechnung wird vor allem durch SAP unter dem Begriff „Simple Finance“ geprägt. Das neue Universal Ledger mit über 100 Charakteristika je Buchung erlaubt es, dass sämtliche Analysen aus den Transaktionsdaten (= Einzelbuchungen) erstellt werden.

Auch Systeme, Prozesse und Organisation werden auf Automatisierung und Geschwindigkeit getrimmt

Das Systeme-Zielbild wird auf die technische Verarbeitung von großen Datenmengen und -varianten in Echtzeit ausgerichtet, wobei eine hohe Integration, neue Architekturmodelle und die In-Memory-Datenverarbeitung im Vordergrund stehen.

Auch im Prozesse-Zielbild dominieren Automation und Geschwindigkeit. Die manuellen Prozesse werden zunehmend durch automatische Lösungen ersetzt, die eigenständig kommunizieren. Auf der anderen Seite werden Standard-Berichte durch ein individuell gestaltbares Self-Service-Reporting ersetzt – so kann der Entscheider selbst die notwendigen Berichte definieren.

Auf die Organisation wirkt sich die Automatisierung in Effizienzsteigerungen und auch den Wegfall von Aufgaben und Stellen aus. Auf der anderen Seite entstehen neue Aufgaben, Kompetenzanforderungen und Organisationseinheiten. Dr. Michel betonte dabei die Bedeutung klarer Regeln für das Zusammenspiel der Systeme und zur Vermeidung von Wildwuchs.

Die Roadmap für die Umsetzung gliederte Dr. Michel in die Phasen Zielbildung – Technologische Voraussetzungen schaffen (z. B. In-Memory-Technologie) – Neue Funktionen erarbeiten – Neue Methoden einführen (z. B. Entscheidungen automatisieren durch sich selbst optimierende Systeme) – Entwicklung eines neuen Target Operating Models – Die Integration in bzw. der Ersatz bestehender Strukturen.

Neue Serie mit den Highlights des Stuttgarter Controller-Forums

Während der zwei Tage des Stuttgarter Controller-Forums wurden zahlreiche Konzepte und Praxisbeispiele für digitale Veränderungen präsentiert. Über ausgewählte Schwerpunkte berichten wir in einer neuen Serie, ebenso über die Preisträger des Green-Controlling-Preises und des Péter-Horváth-Preises.

Schlagworte zum Thema:  Horváth & Partners, Unternehmenssteuerung, Digitalisierung

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