| Arbeitsschutz-Managementsystem

ISO 45001 rückt näher

Zertifizierte Managementsysteme sind auch im Arbeitschutz ein Gütesiegel
Bild: Haufe Online Redaktion

Nach längerem Hin und Her scheint nun der Weg für eine ISO-Managementsystem-Norm für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz frei zu sein. Die ISO 45001 könnte im Oktober 2016 in Kraft treten. Grundlage ist der internationale AMS-Standard OHSAS 18001:2007.

Die ISO 45001 für Arbeitsschutz-Managementsysteme wird auch nach der High Level Structure, wie die ISO 9001:2015 und 14001:2015 gegliedert sein. Und sie wird ebenfalls dem prozessorientierten Ansatz folgen sowie das "Risiko-basierte Denken" verkörpern.

Die Zeit ist reif für eine ISO-Norm für das Arbeitsschutz-Management

Bedenken Zweifel, insbesondere an der Praktikabilität einheitlicher internationaler "Standards", und die Befürchtung, dass die nationalen Anforderungen an den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz "weichgespült" werden, verhinderten lange Zeit die Entwicklung einer internationalen AMS-Norm.

Inzwischen scheint die Mehrheit der in der ISO (International Organization for Standardization) vertretenen nationalen Normungsinstitute von der Notwendigkeit und vom Nutzen einer ISO-AMS-Norm überzeugt zu sein.

Was spricht für die ISO 45001

International tätige Unternehmen fordern, vor allem ausgehend von den Anforderungen ihrer Kunden zunehmend einen international anerkannten, zertifizierbaren AMS-Standard, statt der Vielfalt nationaler und branchenspezifischer Standards. Außerdem:

  • Der AMS-Standard OHSAS ist schon international etabliert und wird in mehreren Ländern als nationale Norm angewendet. Durch das Ansehen der ISO wird eine ISO-Norm nochmals eine Aufwertung des Arbeitsschutzmanagements mit sich bringen.
  • In den Industrie- und Schwellenländern steigt die Bedeutung, die gesamte Wertschöpfungskette, die beim Anbau oder Abbau der in einem Produkt verwendeten Rohstoffe beginnt, zu betrachten. Die ISO-Normen mit der neuen High Level Struktur tragen dieser Entwicklung Rechnung. Durch diese umfassendere Sicht, die zunehmend auch die Arbeitsbedingungen der am Wertschöpfungsprozess beteiligten Partner einbezieht, steigt die Bedeutung anerkannter und verlässlicher Standards, wie sie internationale Normen darstellen, als Basis globaler Handelsbeziehungen.
  • Ein zweiter Trend, der auch durch die Nachhaltigkeitsdebatte gefördert wird, stellt die zunehmende Relevanz von umfassenden Risikobetrachtungen im Rahmen der strategischen Betriebsführung dar. Die ISO 45001 nimmt auch diesen Trend auf und fordert ein nachweisliches "Risiko-basiertes Denken" und damit proaktiveres Handeln.

Arbeitsschutz-Management als Teil eines intergrierten Managementsystems

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für die Einführung eines integrierten Managementsystems. Da sowohl die Qualitätsmanagement-Norm (ISO 9001) als auch die Umweltmanagement-Norm (ISO 14001) inzwischen die High Level Struktur vorweisen. Sicherlich wird die ISO-AMS-Norm 45001 die betriebliche Realisierung eines integrierten Managementsystems erleichtern sowie die Bedeutung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes auf der Managementebene fördern.
Auch unabhängig von der Realisierung integrierter Managementsysteme resultiert aus den Revisionen der ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 ein Anpassungsdruck, denn vor allem die ISO 9001 "gibt die Richtung vor".

Weiterentwicklung der OHSAS 18001 zur ISO 45001

In OHSAS 18001 ist festgelegt, dass der Standard zurückgezogen wird, wenn ISO eine AMS-Norm veröffentlicht hat. Vor diesem Hintergrund stellt die Entwicklung der ISO 45001 eine Weiterentwicklung der OHSAS 18001 und eine Anpassung an zukünftige Managementsystem-Normen dar.
Die wesentlichen Änderungen gegenüber der OHSAS 18001 lesen Sie im Haufe-Beitrag Internationale Norm für Arbeitsschutz-Managementsysteme ISO 45.001 rückt näher.

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