Psychische Belastungen in der Arbeitswelt sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt. Zu den häufig diskutierten Belastungen zählen lang anhaltender, hoher Termin- und Leistungsdruck, Arbeitsüberlastung, monotone Tätigkeiten, häufige Unterbrechungen bei der Arbeit sowie fehlende Erholungsmöglichkeiten.

Unbestritten ist, dass jede Arbeitstätigkeit mit (psychischen) Belastungen einhergeht. Dabei sind psychische Belastungen als wertneutral zu verstehen und nicht, wie viele Unternehmen fälschlicherweise annehmen, mit lediglich negativen Beeinträchtigungen verbunden. Ob eine psychische Belastung beeinträchtigend oder sogar aktivierend wirken kann, hängt von der Dauer und Intensität der Belastung sowie den Voraussetzungen und Bewältigungsstrategien des Individuums ab.

Folgen psychischer Belastungen

Zu den positiven Auswirkungen psychischer Belastungen zählen Motivationszuwächse, Weiterentwicklung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten oder Wohlbefinden. Psychische Fehlbelastungen können hingegen z. B. Kopf- und Gliederschmerzen, Konzentrationsmängel, schlechtes Betriebsklima, innere Kündigung und Produktivitätseinbußen zur Folge haben. Neben dem Mitarbeiter selbst sind auch das Unternehmen und die Volkswirtschaft betroffen.

Viele Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen psychischer Fehlbelastung und psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen). Darüber hinaus wird der Anstieg psychischer Arbeitsbelastungen für zunehmende AU-Tage und Frühverrentungen verantwortlich gemacht. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass psychische Belastungsfaktoren in der Arbeitswelt das Risiko einer psychischen Fehlbeanspruchung erhöhen - und dann zu einer Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens führen können.

Eine Langzeitstudie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., die vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie erstellt und 2015 publiziert wurde, konnte hingegen keinen Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die psychische Gesundheit feststellen.

Fest steht, dass im Jahr 2015 16,2 % der AU-Tage auf das Konto von psychischen Erkrankungen gingen ‑ damit gehören sie zu den Top 3 der häufigsten und auch kostenintensivsten Erkrankungen in der Arbeitswelt. Ungeachtet der Debatte um den Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die psychische Gesundheit, müssen psychische Belastungen ermittelt und mit präventiven Maßnahmen Fehlbeanspruchungen entgegengewirkt werden.

Ermittlung psychischer Belastungen – Basis zur Förderung der psychosozialen Gesundheit

Die Quellen psychischer Belastungsfaktoren in der Arbeitswelt sind vielfältig. Dazu zählen die Arbeitsaufgabe, die Arbeitsorganisation, soziale Beziehungen sowie die Arbeitsumgebung. In diesen Bereichen liegen folglich auch die Präventionspotenziale. Zur erfolgreichen Prävention müssen psychische Belastungsfaktoren jedoch zunächst erkannt und beurteilt werden.

Psychische Belastungen fanden nicht immer Beachtung bei der Gefährdungsbeurteilung. Daher wurde das Arbeitsschutzgesetz im Jahre 2013 um die Aufforderung ergänzt, psychische Belastungen explizit im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen (§ 5 Abs. 3 ArbSchG). Das Ziel ist, bei Auffälligkeiten entsprechende Maßnahmen auf verhältnis- oder verhaltenspräventiver Ebene zur Förderung der psychosozialen Gesundheit zu entwickeln und durchzuführen.
Die BSA-Akademie, ein renommiertes BGM-Bildungsinstitut mit über 30-jähriger Erfahrung in der Qualifikation von Fach- und Führungskräften für Unternehmen, bietet zu diesem Thema den Lehrgang Gesundheitsexperte/in im Betrieb – Förderung der psychosozialen Gesundheit mit einem direkt umsetzbaren Praxisprogramm an, das unternehmensspezifisch anpassbar ist.