Steuerberater im Porträt

Lizenzen, Gagen und Urheberrechte: Wenn Steuerrecht auf Musik trifft


Mayk Meier

Ohne klassischen Karriereplan, dafür aber mit dem langgehegten Wunsch, selbstständig zu arbeiten – so kam Steuerberater Mayk Meier zu seiner eigenen Kanzlei in Berlin. Genauso wie ihr Berater ist auch die Mandantschaft alles andere als gewöhnlich, denn in der Musik- und Entertainmentbranche kann es schon mal laut werden. Um die herben steuerlichen Realitäten kümmert sich derweil der Berater.

Wenn es einen Paragrafen gibt, der im Leben von Steuerberater Mayk Meier aus Berlin eine besondere Rolle spielt, dann ist es § 50a Einkommensteuergesetz (EStG), der den Steuerabzug bei beschränkt Steuerpflichtigen regelt. "Es geht immer um Lizenzen, Gagen und Urheberrechte – das ist das, was alle unsere Mandanten verbindet", erklärt er. Und häufig eben auch ein nicht vollzogener Abzug nach § 50a EStG.

Dann spielt Meier die Feuerwehr, kümmert sich um Selbstanzeige und eine korrekte steuerliche Behandlung, glättet zudem die Wogen und beruhigt die mitunter aufgewühlten Gemüter. Er nennt das Aufräumarbeiten aus fünf oder zehn Jahren. "Es ist aber keineswegs so, dass ich es nur mit kreativen Unternehmerinnen und Unternehmern zu tun hätte, die sich nicht zu solchen Themen herablassen wollen würden – es fehlt ihnen sehr oft schlicht das Wissen", so der Berater.

Karriere begann bei Universal Music und Warner Bros.

Er selbst hat sich das Branchen-Know-how von der Pike auf angeeignet. Denn seine Karriere startete Mayk Meier nicht in einer Kanzlei oder überhaupt mit der zwingenden Absicht, Steuerberater zu werden, sondern als Angestellter im Controlling, zunächst bei der Universal Music GmbH in Hamburg und anschließend bei der Warner Bros. Entertainment GmbH in der Filmbranche. Später übernahm er zudem die Position des kaufmännischen Leiters bei der Motor Entertainment GmbH – und wusste spätestens zu diesem Zeitpunkt zwei Dinge: Er verfügt zum einen über tiefes Branchenwissen und will zum anderen immer noch selbstständig arbeiten.

Deshalb gründete er schließlich parallel zum Angestelltenverhältnis eine Unternehmensberatung und merkte schnell, welche großen Auswirkungen steuerliche Aspekte auf die wirtschaftliche Entwicklung von Firmen und Einzelpersonen haben können. "Da war sie dann auf einmal da, die Idee, die mir bis dahin immer gefehlt hatte, denn als CFO oder Controller alleine wollte ich mich nicht selbstständig machen", erinnert sich Meier.

Musikbranche braucht Fachberater für Internationales Steuerrecht

Das nächste Etappenziel ist daher die Steuerberaterprüfung, im Jahr 2022 wird der gebürtige Hamburger in Berlin zum Steuerberater bestellt. Inzwischen ist Meier auch Fachberater für Internationales Steuerrecht, denn seine Mandantschaft hat nicht nur national spezifische Probleme, sondern agiert auch mehrheitlich über Landesgrenzen hinweg. "Lizenzen werden zum Beispiel fast immer weltweit vergeben, da sind Sie schnell bei Doppelbesteuerungsabkommen mit verschiedensten Ländern und einer ganzen Reihe von umsatzsteuerlichen Sachverhalten, die Sie prüfen müssen", erklärt er die Notwendigkeit dieser Fortbildung.

Doch nicht nur die internationalen steuerrechtlichen Fragen sind für den Fachberater in seiner Beratungspraxis wesentlich, sondern auch Themen wie Forderungsabtretungen bei Verlagsverträgen oder die Entstehung immaterieller Wirtschaftsgüter in der Gaming-Industrie. "Dabei geht es darum, die Leute wirklich an die Hand zu nehmen, Sparringspartner zu sein und sie in betriebswirtschaftlichen und finanziellen Fragestellungen rundum zu unterstützen", erklärt er. Ein Beispiel sei das Tournee- und Eventmanagement. "Jede Tournee und jedes Event bringt spezielle steuerliche Herausforderungen mit sich, von der fiskalischen Planung bis zur Nachbereitung", sagt Meier.

Auf das "Grundrauschen" aufgesattelt

Der Aufbau seiner Kanzlei verlief entlang dieser Frage sukzessive; heute beschäftigt Meier acht Mitarbeitende, nicht alle in Vollzeit. Auf die Gründungszeit zurückblickend sagt er: "Wenn ein Grundrauschen vorhanden ist, dann funktioniere es auch." Jenes "Grundrauschen" habe in der allerersten Zeit aus Unternehmensberatungsmandanten bestanden, die steuerliche Beratung lief damals noch in Zusammenarbeit mit einer Steuerkanzlei.

Heute ist seine eigene Kanzlei im Wesentlichen digital und remote organisiert, unterhält dazu aber Kanzleiräume im Berliner Westen. "Denn natürlich ist virtuell effizient und funktioniert tadellos, aber wir wollen auch alle zusammen im Team Spaß an der Arbeit haben", sagt Meier, "deshalb ist für uns hybrid das ideale Modell". Er wolle die Kanzlei wirtschaftlich weiter entwickeln, sollte das allerdings zu Lasten der angenehmen Arbeitsatmosphäre sein müssen, dann würde er eher darauf verzichten. Gemeinsam etwas zu unternehmen, zu kochen und zu essen, das seien wesentliche Eckpfeiler, sagt der Berater.

Mitarbeitende führen Kommunikation mit Mandanten

Wichtig ist ihm bei dem allen, seine Mitarbeitenden besonders zu fördern; sie seien alle schon sehr gut ausgebildet, etliche Diplomkaufleute und manche zielten auf das Steuerberaterexamen. "Die Beratung steht bei uns im Vordergrund, von daher brauchen wir ein hohes Kompetenzlevel", sagt er. Außerdem begrüße er es, wenn die Mitarbeitenden die Kommunikation mit den Mandantinnen und Mandanten führten. "Letztere akzeptieren das vollkommen und freuen sich über feste Ansprechpartner."

Schließlich werde es künftig eher mehr als weniger Fragen in der Branche zu klären geben – KI und Urheberrecht sei nur eine davon. "Musik hat mich schon immer interessiert, obwohl ich selbst keine mache", sagt Meier, mit Blick auf seine Motivation, sich mit der Komplexität dieser Branche auseinanderzusetzen. "Ich finde es gut, mit Kreativen zu arbeiten, das öffnet den eigenen Blick."

Reisen und die grüne Freiheit

Letzteres ist ohnehin etwas, das Mayk Meier ungemein schätzt: das Kennenlernen des Anderen, Fremden. Nicht zufällig ist daher sein größtes Hobby das Reisen, und hier auch mit einem Spezifikum: "Ich reise mit der Ausnahme von Spanien, wo meine Eltern leben, in jedes Land nur ein einziges Mal, um möglichst viel von der Welt zu sehen." Deshalb sei ihm schon immer wichtig gewesen, von überall aus arbeiten zu können. 

Gelegentlich klappt er seinen Laptop deshalb auch in einer Kleingartenparzelle im Umland der Hauptstadt auf, kümmert sich von dort aus um Gagen und Lizenzen aus der ganzen Welt – und nebenbei auch ein kleines bisschen um die Säm- und Setzlinge in seinem grünen Refugium.

Über die Kanzlei:

Die Berliner amvyn Steuerberatungsgesellschaft mbH bietet digitale Steuerberatung mit Fokus auf die IT-, Medien- und Entertainment-Branche. Die Mandantschaft ist so vielfältig wie die Branche selbst und reicht von Künstlerinnen und Künstlern, über Labels und Medenhäuser bis zu Tech-Companies. Ihr Gründer und geschäftsführender Gesellschafter StB Dipl.-Kfm. Mayk Meier startete Mayk Meier seine Karriere im Controlling bei renommierten Unternehmen wie Universal Music GmbH und Warner Bros. Entertainment GmbH. Später übernahm er die Position des kaufmännischen Leiters bei der Motor Entertainment GmbH und gründete parallel eine Unternehmensberatung. 

 

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