Bürokratie und Energiekosten hemmen den Mittelstand
In der aktuellen Welle der Studie
DATEV-Seismograf
sehen 83 Prozent der Befragten ihre Mandanten von Überregulierung und Bürokratie betroffen. Auf Rang 2 finden sich die gestiegenen Energiekosten mit 71 Prozent, während dem Fachkräftemangel (nun auf Platz 3) mit 65 Prozent deutlich weniger Gewicht zukommt als noch in der Befragung im Jahr zuvor.
Die DATEV eG berichtet, dass im Vergleich zum Vorjahr tendenziell eine stärkere Betroffenheit der Unternehmen von den genannten Problemfeldern konstatiert wird. Das sei bei nahezu allen identifizierten Herausforderungen so, zu denen beispielsweise auch gestiegene Rohstoffpreise, Inflation, steigende Finanzierungskosten oder wegfallende Absatzmärkte zählen. Lediglich bei den Punkten Fachkräftemangel und Personalausfall habe sich der Grad der Betroffenheit nach Ansicht der Steuerberater verringert.
Eingetrübte Geschäftsprognosen für die Unternehmen
Die wirtschaftlichen Aussichten ihrer Mandanten bewerten die steuerlichen Berater insgesamt schwächer als noch im Vorjahr, so die DATEV. Während das Gros der Befragten sich weiterhin neutral äußere und dieser Anteil mit 57 Prozent konstant bleibe, steige der Wert bei den negativen Erwartungen deutlich um 10 Prozentpunkte auf nun 28 Prozent an. Bei der Frage, wie viele Unternehmen in ihrer Mandantschaft die Berater als existenzgefährdet ansehen, bleibe der Durchschnitt mit 7 Prozent nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr (8 Prozent). Auffällig sei aber, dass der Anteil an Kanzleien, die kein einziges ihrer Mandanten als existenzgefährdet einstufen, um 6 Prozentpunkte auf 14 Prozent sinkt.
Zunehmende Basis für die digitale Zusammenarbeit
Erfreulich sei die Entwicklung im Bereich der digitalen Zusammenarbeit der Unternehmen mit ihren steuerlichen Beratern, die helfe, den Aufwand auf beiden Seiten zu senken. So seien inzwischen in 91 Prozent der Kanzleien Prozesse und Softwarelösungen etabliert, mit denen die Mandanten ihnen die für die Finanzbuchführung benötigten Belege digital bereitstellen können. 76 Prozent können auch weiterführende Auswertungen digital zurückspielen und 73 Prozent seien in der Lage, Buchungsvorschläge aus den Vorsystemen der Mandanten zu übernehmen.
Auch bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung verliere das Papier an Bedeutung. 78 Prozent der Kanzleien würden bereits die Option, Gehaltsinformationen elektronisch an die Unternehmen zu übermitteln nutzen, beim Großteil davon (71 Prozent) sei es sogar möglich, diese direkt an die Beschäftigten der Betriebe zu senden.
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