Steuerberater und GmbH-Gesc... / Einführung

Um den Nutzen eines Steuerberaters für die GmbH richtig einzuschätzen, muss der Geschäftsführer 2 Dinge über ihn wissen:

  • Was er leisten kann bzw. rechtlich darf und
  • wie viel seine Leistungen kosten.

Die Faustregel ist: Die GmbH braucht umso dringender einen Steuerberater, je umfangreicher ihre Geschäftsaktivitäten sind, je internationaler ihr Geschäftsfeld und je intensiver die Mitarbeit der Gesellschafter in der GmbH ist. Und desto wichtiger ist es für den Geschäftsführer auch, einen Beratungsvertrag mit dem Steuerberater zu schließen. Welche Leistungen ein Steuerberater für die GmbH erbringen kann, wie man die Zusammenarbeit rechtssicher gestaltet, was man wofür bezahlen muss und wie man mit den Beratungskosten Steuern spart, zeigt dieser Beitrag.

Die 8 häufigsten Irrtümer

Oberstes Prinzip: Kein Ärger mit dem Finanzamt

Natürlich müssen gerade GmbH-Geschäftsführer die steuerlichen Pflichten der GmbH penibel genau erfüllen. Dazu gehören nicht nur die Körperschaft- und die Gewerbesteuer sowie die Umsatzsteuer, sondern bei Ausschüttungen auch die Kapitalertragsteuer und – da die GmbH mindestens einen "steuerlichen Arbeitnehmer" hat, nämlich den Geschäftsführer – auch die Lohnsteuer. Aber oft macht derjenige, der zwar alles richtig machen will, dennoch nicht alles richtig, weil es mehr als einen Blickwinkel auf dieselbe Sache gibt, die ein steuerlicher Laie so nicht unbedingt erkennen kann. Ein Steuerberater dagegen kommuniziert mit dem Finanzamt auf Augenhöhe.

Steuern sparen ist das Wichtigste

Die Steuerplanung ist immer das letzte Glied einer vorangegangenen, wirtschaftlich sinnvollen Entscheidung. Erst wenn eine Entscheidung aus wirtschaftlich vernünftigen Gründen gefällt worden ist, kann man sich im Rahmen der Steuerplanung darüber Gedanken machen, welche steuerlichen Konsequenzen zu ziehen sind. Die Basis ist also eine wirtschaftliche Planung, die über das Heute und Morgen hinausreicht. Da kann man sich überlegen, welche wirtschaftlichen Absichten möglichst steuergünstig zu realisieren sind.

Ein Steuerberater lohnt sich nicht

"Bei dem bisschen, was die GmbH an Steuern zahlt, lohnt sich ein Steuerberater gar nicht." – Das ist ein Irrtum! Denn ein Geschäftsführer muss viel mehr Steuerpflichten für seine GmbH erfüllen, als "nur" den Jahresabschluss zu erstellen und die Steuer auf die Gewinnausschüttungen einzubehalten. Und natürlich haftet er persönlich dafür, dass alle Steuerangelegenheiten der GmbH ordnungsgemäß und pünktlich erledigt werden.
→ Kap. 1.1, 1.2

Ein deutscher Steuerberater ist zu teuer

Seit 2010 dürfen deutsche Firmen, also auch eine GmbH, die Buchführung auch im Ausland erledigen lassen. Allerdings darf ein ausländischer Berater ohne Berufshaftpflichtversicherung oder vergleichbare Absicherung von der deutschen Finanzverwaltung als Bevollmächtigter einer deutschen GmbH zurückgewiesen werden. D. h., die bereits eingereichten Unterlagen müssen nochmals erstellt werden, also auch doppelt bezahlt werden. Bei Beauftragung an einen ausländischen Berater ist also auf seine Absicherung zu achten.

Für die steuerlichen Dienstleistungen eines deutschen Steuerberaters gilt die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Der Vorteil einer Vergütungsverordnung für die GmbH als Mandantin: Sie wird davor geschützt, übervorteilt zu werden, denn die Höhe der Vergütung ist transparent und jederzeit nachvollziehbar.
→ Kap. 9

Es ist kein Geld da für einen Steuerberater

Fehler holen die GmbH und ihren Geschäftsführer immer ein. Und: sie kosten häufig sehr viel Geld, wenn sie beseitigt werden wollen oder müssen. Meist sogar mehr Geld, als ein Berater vorher kostet.
→ Kap. 9

Steuerberater sind alle gleich

Das Steuerrecht ist so vielfältig und kompliziert, dass auch ein Steuerberater kaum noch alles wissen und können kann. Deshalb gibt es z. B. Fachberater, die sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert haben, etwa auf internationales Steuerrecht. Und es gibt auch Fachberater, die sich neben der rein steuerlichen Beratung auf Unternehmensnachfolge, auf Krisen- bzw. Sanierungsberatung, auf wirtschaftliche Beratung oder Wirtschaftsmediation spezialisiert haben.
→ Kap. 4

Der Rechtsanwalt soll gespart werden

Ein Steuerberater darf in allen steuerlichen Dingen uneingeschränkt beraten. Er darf aber nicht in allen rechtlichen Angelegenheiten beraten. Das darf nur ein Rechtsanwalt. Wenn ein Steuerberater entsprechende Mandantenwünsche ablehnt, dann ist das kein "böser Wille", sondern richtig und besser so – auch für den Kunden: Denn für Fehler aus einer unerlaubten Rechtsdienstleistung steht die Pflichtversicherung des Steuerberaters nicht immer ein.
→ Kap. 1.3

Der Steuerberater kennt die Zahlen, der Geschäftsführer muss sich nicht mehr darum kümmern.

Jeder GmbH-Geschäftsführer muss die Zahlen seiner GmbH kennen. Nur er ist derjenige, der im Falle eines Falles einen Insolvenzantrag stellen muss. Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) treffen den Steuerberater allgemeine Hinweis- und Warnpflichten gegenüber seinem Mandanten...

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