Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / 3. Nachträgliche Anschaffungskosten
 

Rn. 200

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

Aufgrund der weiten Auslegung des AK-Begriffs (s Rn 185) ist auch eine Berücksichtigung von nachträglichen Aufwendungen als AK möglich. Maßgebend ist, dass diese durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst wurden. Ein zeitlicher Zusammenhang mit der ursprünglichen Anschaffung ist nicht nötig. Zu den nachträglichen AK gehört insb die verdeckte Einlage. Bei der verdeckten Einlage führt der Gesellschafter der Gesellschaft Mittel zu. Dies basiert grundsätzlich auf einem Gesellschaftsverhältnis. Folglich sind verdeckte Einlagen grundsätzlich als nachträgliche AK zu qualifizieren. Dabei ist es für das Vorliegen u die spätere Berücksichtigung der AK unerheblich, ob diese Einlagen im steuerlichen Einlagekonto des § 27 KStG zutr festgestellt wurden.

 

Rn. 201

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

Nachträgliche AK entstehen, wenn der Gesellschafter seiner KapGes außerhalb der gesellschaftsrechtlichen Einlagen Vermögensvorteile zuwendet u diese Zuwendungen ihre Ursache im Gesellschaftsverhältnis haben (BFH v 10.11.1998, VIII R 6/96, BStBl II 1999, 348; BFH v 19.07.1994, VIII R 58/92, BStBl II 1995, 362; BFH v 07.07.1992, VIII R 24/90, BStBl II 1993, 333). Für das Vorliegen von nachträglichen AK muss kein zeitlicher Zusammenhang mit dem Erwerb der Beteiligung bestehen. Unter nachträgliche AK fallen nur solche Aufwendungen, die zu Werterhöhungen der Anteile gemacht werden. Es reicht jedoch, wenn diese Aufwendungen für eine Werterhöhung geeignet sind. Eine tatsächliche Werterhöhung muss nicht eintreten (BFH v 04.06.1991, X R 136/87, BStBl II 1992, 70; Pung/Werner in D/P/M, § 17 EStG Rz 271; Jäschke in Lademann, § 17 EStG Rz 224).

 

Rn. 202

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

Sofern Aufwendungen für eine Beteiligung zu mehreren Einkunftsarten im wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, entscheidet der engere, wirtschaftlich vorrangige Veranlassungszusammenhang (BFH vom 08.07.2015, XI R 77/14, BStBl II 2016, 60).

 

Rn. 203

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

Wenn ein Gesellschafter zugleich auch ArbN der Gesellschaft ist, können Aufwendungen sowohl durch die ArbN-Stellung (WK iRd Einkünfte aus § 19 EStG) als auch durch seine Gesellschafterstellung (nachträgliche AK zu §-17-EStG-Beteiligung) veranlasst sein. Auch hierbei ist entscheidend, zu welcher Einkunftsart die Aufwendungen einen engeren objektiven Zusammenhang haben (BFH v 03.06.1993, VIII R 81/91, BStBl II 1994, 162; BFH v 26.11.1993, VI R 3/92, BStBl II 1994, 242; BFH v 17.07.1992, VI R 125/88, BStBl II 1993, 111; BFH v 10.03.2016, VI B 132/15, BFH/NV 2016, 926). Letztendlich hat eine Würdigung der Gesamtumstände anhand des Einzelfalles zu erfolgen (Kramer, DStR 2017, 366ff). Für den Verlust der Beteiligung selbst hat das FG Köln entschieden, dass eine Berücksichtigung als WK bei § 19 EStG in Betracht kommt, wenn der ArbN sich durch die Beteiligung an der KapGes einen Vorstandsposten sichern wollte (FG Köln v 21.20.2015, 14 K 2767/12, EFG 2016, 469; Rev anhängig Az VI R 1/16).

 

Rn. 204

Stand: EL 124 – ET: 10/2017

vorläufig frei

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