Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 7.2.2.2.2.2 Geschäftsführergehalt ist unangemessen hoch
 

Tz. 1231

Stand: EL 86 – ET: 05/2016

Steht der angemessenen Vergütung für die Geschäftsführung eine unangemessen hohe Gehaltszahlung an den GF gegenüber, führt das iHd Differenz zu einer Vermögens- und Einkommensminderung bei der Kö. Diese Einkommensminderung wird idR im Gesellschaftsverhältnis veranlasst sein, wenn der GF auch AE (auch Minderheitsgesellschafter) oder nahe stehende Person eines AE der Kö ist. Es ist nicht erforderlich, dass der GF zugleich MU der Pers -Ges ist.

 

Tz. 1232

Stand: EL 70 – ET: 12/2010

Für die stliche Beurteilung sind dabei folgende Fälle zu unterscheiden:

1. Der GF ist AE der Kö aber nicht MU der Pers -Ges (s Tz 1233).
2. Der GF ist AE der Kö und auch MU der Pers -Ges (s Tz 1234).
3. Der GF ist nicht AE der Kö (auch nicht nahe stehende Person eines AE) aber MU der Pers -Ges (s Tz 1235).
4. Der GF ist weder AE der Kö (noch nahe stehende Person eines AE) noch MU der Pers -Ges (s Tz 1236).
 

Tz. 1233

Stand: EL 86 – ET: 05/2016

Ist der GF AE der Kö und nicht an der Pers -Ges beteiligt (Fall 1), handelt es sich iHd unangemessen hohen Gehalts um eine vGA iSd § 8 Abs 3 S 2 KStG, die ausschließlich iRd Veranlagung der Kö anzusetzen ist. Insoweit gelten die allgemeinen Grundsätze für Vergütungen an den Ges-GF einer Kö. Auf die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink der Pers -Ges hat diese vGA keine Auswirkung. Bei der Kö liegt insoweit auch eine Leistung iSd § 27 Abs 1 S 3 KStG vor. Beim AE ist eine vGA iSd § 20 Abs 1 Nr 1 S 2 EStG anzusetzen.

 

Tz. 1234

Stand: EL 70 – ET: 12/2010

Ist der GF AE der Kö und auch MU der Pers-Ges (Fall 2), handelt es sich bei der Kö ebenfalls iHd unangemessen hohen Gehalts um eine vGA iSd § 8 Abs 3 S 2 KStG, die ausschließlich iRd Veranlagung der Kö anzusetzen ist, und es liegt bei der Kö eine Leistung iSd § 27 Abs 1 S 3 KStG vor. Die vGA iSd § 8 Abs 3 S 2 KStG wird auch in diesem Fall nicht iRd gesonderten und einheitlichen Feststellung der Eink der Pers -Ges festgestellt. Bei der gesonderten und einheitlichen Feststellung der Eink der Pers -Ges ist jedoch zu berücksichtigen, dass als Sondervergütung iSd § 15 Abs 1 Nr 2 EStG des GF nur der angemessene Teil des GF-Gehalts anzusetzen ist. Der beim AE als vGA iSd § 20 Abs 1 Nr 1 S 2 EStG zu beurteilende unangemessene Teil des GF-Gehalts stellt Sonder-BE des AE/MU dar, weil dessen Anteile an der Kö bei ihm Sonder-BV darstellen.

 

Tz. 1235

Stand: EL 70 – ET: 12/2010

Ist der GF weder AE der Kö noch nahe stehende Person eines AE aber MU der Pers -Ges (Fall 3), stellen die GF-Vergütungen der Kö beim GF nur iHd angemessenen Teils Sondervergütungen iSd § 15 Abs 1 Nr 2 EStG dar. IHd unangemessenen Teils der Vergütung handelt es sich um eine mittelbare Barentnahme des MU/GF. Dieser Teil wird dem MU nicht als Sondervergütung iSd § 15 Abs 1 Nr 2 EStG, sondern als Entnahme zugerechnet.

 

Tz. 1236

Stand: EL 86 – ET: 05/2016

Ist der GF weder AE der Kö noch nahe stehende Person eines AE noch MU der Pers-Ges (Fall 4), stellen die GF-Vergütungen der Kö beim GF in voller Höhe (einschließlich des unangemessenen Teils) Gehaltszahlungen dar. Bei der Kö handelt es sich iHd geleisteten Gehaltszahlungen insges um Sonder-BA. Eine Veranlassung im Gesellschaftsverhältnis für die eingetretene Einkommensminderung ist nicht gegeben. Diese Gestaltungen dürften in der Praxis jedoch sehr selten sein, weil es sich hier um einander fremde Vertragsparteien handelt, die idR angemessene Vergütungen vereinbaren. Es müsste jedoch noch geprüft werden, ob dieser Vorgang eine schenkstpfl freigebige Zuwendung der Kö an den GF darstellt.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Steuer Office Gold. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Steuer Office Gold 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.