Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Spekulationsgeschäfte

Stand: EL 111 – ET: 05/2019

Mit Inkrafttreten der Abgeltungsteuer zum 01.01.2009 wurde die Besteuerung von Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften erheblich ausgeweitet. Die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften i. S. v. § 23 EStG (Anhang 10) sind als sonstige Einkünfte i. S. v. § 22 Nr. 2 EStG (Anhang 10) zu erfassen.

Private Veräußerungsgeschäfte sind nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und Rechten, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt.

Privat gehaltene Grundstücke und Rechte, die bis zur Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken gedient haben, sind weiterhin nicht von dieser Einkommensteuerpflicht erfasst, § 23 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG (Anhang 10).

Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern sind dann steuerpflichtig, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Es gilt eine Freigrenze von 600 EUR, so dass ein höherer Gewinn (z.B. 1000 EUR aus der Veräußerung von Bitcoins) voll steuerpflichtig wäre. Verluste aus Spekulationsgeschäften dürfen nicht mit anderen Einkünften verrechnet und nur ein Jahr zurückgetragen werden, um mit Veräußerungsgewinnen des Vorjahres verrechnet zu werden. Ein Vortrag in die Folgejahre ist hingegen zulässig. Bei Wirtschaftsgütern, aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre.

Nicht mehr von dieser Regelungssystematik der §§ 23, 22 Nr. 2 EStG (Anhang 10) erfasst sind Veräußerungsgewinne oder -verluste bei privat gehaltenen Wertpapieren. Diese unterfallen seit 2009 grundsätzlich als Einkünfte aus Kapitalvermögen der Abgeltungsteuer, § 20 Abs. 2 EStG (Anhang 10).

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